Sparkassen-Mitarbeiter Christian Hoffmann erklärte den NZ-Abonnenten, wie ein Geldautomat funktioniert. | Foto: Brocks

„Die ältesten Dokumente stammen von 1837“

Bremerhaven. Der Tresor ist leer und auch der Geldautomat ist unbefüllt. „Och, schade“, sagt NZ-Leser Axel Böhm und lacht: „Wir haben extra ein paar leere Geldsäcke mitgebracht.“ Bei einer „NZ+Ich“-Aktion konnten sich 15 Leser hinter den Kulissen der Weser-Elbe Sparkasse umsehen.

„Sparkasse gestern – Sparkasse heute“ war das Motto der Aktion. Und so ging es zuerst ins Archiv. Ein früherer Marketingleiter hatte einst rund 8000 Exponate gesammelt, die im Keller der Hauptstelle ihren Platz fanden. „Jedes Haus hat eine Geschichte und die sollte auch bewahrt werden. Deshalb packen wir auch heute noch jedes Jahr eine Kiste fürs Archiv“, sagt Tim Beling aus dem Wespa-Veranstaltungsmanagement. Er zeigte den NZ-Lesern im historisch ausgestatteten Büro einige Schätze: Schreib, Rechen- und Adressiermaschinen sowie Bilanz- und Tagebücher, zum Teil mehr als hundert Jahre alt. „Die ältesten Dokumente stammen von 1837“, so Beling. So lange reicht die Geschichte der Sparkasse in der Stadt zurück.

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Auch einige Geldbomben, in denen Geschäftsinhaber früher ihre Tageseinnahmen in einen speziellen Nachttresor warfen, liegen im Archiv: „Die haben für so manchen Polizeieinsatz gesorgt“, erinnert sich die langjährige Mitarbeiterin Renate Cordes. Denn die Alarmanlage der Sparkasse sei mit einem Erschütterungsmelder ausgestattet: „Und mancher Bote hat die Geldbombe mit etwas zu viel Wucht eingeworfen…“. Der Erschütterungsmelder bereitete einst auch dem Konzert einer alternativen Musikgruppe ein jähes Ende: „Die 20 Musiker trommelten mit Stöcken auf dem Boden. Dann stand plötzlich die Polizei hier. Die fürchteten, dass jemand sich mit einem Schlagbohrer zum Tresor durcharbeitet“, erinnert sich Tim Beling.

Der eigentliche Safe ist für die NZ-Leser aus Sicherheitsgründen tabu. Doch auch der alte Tresorraum im Keller, der inzwischen als Materiallager genutzt wird, beeindruckt: „Man könnte meinen, die Tür sei unbeweglich“, sagt Axel Böhm, der mit seinem Sohn zur „NZ+Ich“-Aktion gekommen war. Der Versuch, die massive Stahltür zu schließen, schlägt fehl. „Schon beeindruckend!“, sagt Böhm. Besonders spannend war für ihn zudem der Vortrag von Sparkassenvorstand Peter Klett, der über den Aufbau der Sparkassen, über Negativzinsen und die Digitalisierung sprach.

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Christian Hoffmann erklärte den NZ-Abonnenten, wie ein Geldautomat funktioniert. Kurz gesagt: Wird die PIN korrekt eingegeben und lässt der Kontostand die Auszahlung des gewünschten Betrags zu, greift der Geldautomat auf eine der Bargeldkassetten im Inneren zu. Die entsprechende Menge an Bargeld wird herausgezogen und über Transportbänder in das Ausgabefach befördert. „Man hebt einfach, innerhalb von Sekunden, Geld ab und macht sich gar keine Gedanken, was dahintersteckt“, sagt Leserin Dörte Riggers. Sie weiß jetzt auch, warum dekorativ gefaltete Geldgeschenke bei den Experten unbeliebt sind: „Bei der Einzahlung wird jeder Schein nicht nur auf Echtheit, sondern auch auf den Zustand hin geprüft. Die gefalteten Scheine werden nicht wieder in Umlauf gebracht, sondern gehen zurück zur Bundesbank“, erklärt Hoffmann.

Unbeliebt waren bei den Mitarbeiterinnen der Wespa anfangs auch die Sicherheitsmaßnahmen für den Kassenbereich: Deren Tür öffnet sich aus Sicherheitsgründen nur nach Eingabe eines Codes, eines Fingerabdruckchecks – und einer Gesichtserkennung. (akb)