Bremerhaven

Wie sich das Molen-Drama in aller Welt verbreitet hat

Die verschleppte Sanierung der Nordmole schadet Bremerhaven enorm: In vielen Ländern weltweit hat die Stadt wegen des vom Einsturz bedrohten Leuchtturm jetzt eine schlechte Presse bekommen. Wir geben einen Überblick.

Die Nachrichtenagentur AP verbreitete das traurige Bild vom kippenden Wahrzeichen Bremerhavens - und übersetzte die bittere Stellungnahme von Oberbürgermeister Grantz ins Englische.

Die Nachrichtenagentur AP verbreitete das traurige Bild vom kippenden Wahrzeichen Bremerhavens - und übersetzte die bittere Stellungnahme von Oberbürgermeister Grantz ins Englische.

Foto: Screenshot Euronews

Das jahrelange Nichtstun bei der Sanierung der Nordmole hat Bremerhaven national und international tausendfach ein negatives Medienecho eingebracht.

In Deutschland berichteten so gut wie alle gedruckten und digitalen Nachrichtenmedien darüber, dass die Mole teils abgesackt ist und der Leuchtturm an seiner Spitze einzustürzen droht. Die Deutsche Presse Agentur (dpa) hatte bundesweit alle Medien mit der Nachricht versorgt. BILD zeigte das traurige Bild aus Bremerhaven auf seiner Titelseite, ARD und ZDF berichteten mit millionenfacher Reichweite, Fernsehsender wie n-tv sendeten live von der Südmole aus.

Viele US-Medien berichteten

Auch international bescherten die Folgen des langen Aufschiebens der Molensanierung durch die landeseigene Hafengesellschaft Bremenports der Stadt Bremerhaven in vielen Regionen der Welt eine negative Presse.

Die internationale Nachrichtenagentur AP griff das Thema auf und verbreitete dpa-Bilder des „Schiefen Turms von Bremerhaven“ weltweit. Vor allem amerikanische Medien berichteten darüber, dass Bremerhaven eines seiner maritimen Wahrzeichen verlieren dürfte.

Grantz-Worte übersetzt

Die bittere Stellungnahme von Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) wurde ins Englische übersetzt und in vor allem in den USA vielfach medial dokumentiert – immer in Kombination mit dem traurigen Bild des bedrohten Leuchtturms.

Das las sich dann etwa in Texas, Memphis oder Buffalo so: „If you wanted to be cynical, you could say this was a disaster waiting to happen," said Bremerhaven's mayor Melf Grantz. What has now happened is damaging to the city of Bremerhaven," he said in a statement. "It really hurts that this structure is now collapsing."

Sogar in Haiti

Auch in der französischsprachigen Welt und sogar auf Haiti machte Bremerhaven wegen der Molen-Schlamperei negative Schlagzeilen.

Von der wunderbaren Stimmung der parallel laufenden Maritimen Tage war nirgendwo zu lesen. National wie international wird das Image von Bremerhaven jetzt erneut mit Bildern des Verfalls belastet sein.

Christian Lindner

Chefreporter Digital

Christian Lindner stammt aus Schleswig-Holstein. Den Beruf des Redakteurs gelernt hat er im Rheinland. Er hat viel im Lokalen gearbeitet, und für alles Digitale hat er ein Faible. Journalismus bedeutet für ihn: Daran mitwirken, dass Gutes gut bleibt und Schlechtes besser wird.

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