„Jede Maschine ist ein Einzelstück“

Ein Knopfdruck genügt, dann setzt sich der riesige Mischer unter lautem Dröhnen in Bewegung: „Das klingt als würde gerade ein Flugzeug starten“, sagt ein NZ-Leser und lacht. Bei einer „NZ+Ich“-Aktion konnten sich 20 Abonnenten bei „Symex“ im Fischereihafen umsehen. Das Unternehmen entwickelt und baut Mischmaschinen für die kosmetische, pharmazeutische und chemische Industrie.

„Wir entwickeln, konstruieren und bauen Prozessanlagen zur Herstellung fließfähiger und halbfester Emulsionen bzw. Suspensionen. Und mit der von uns entwickelten Mischtechnik spielen wir weltweit ganz weit vorne mit“, erklärt Geschäftsführer Sven Haushahn, wie es in der Fachsprache heißt. So hat das Unternehmen im vergangenen Jahr Millionenaufträge abgefischt und Anlagen für die US-Kosmetik-Konzerne Mary Kay und Estée Lauder produziert. „Mindestens ein Drittel der Produkte, die in Ihrem Bad oder in Ihrem Arzneischränkchen stehen, wurden mit hoher Wahrscheinlichkeit mit unseren Maschinen gemischt“, schätzt Haushahn und zeigt den NZ-Lesern allerlei Tuben und Tiegel. Salben, Pasten, Gels, Cremes, Lotionen würden heute in der ganzen Welt zusammengemixt – meist mit Maschinen aus Bremerhaven.

„Jede Maschine ist ein Einzelstück, das speziell für den Kunden angefertigt wird“, erklärt Ulf Sieckmann. Die kleinste Anlage umfasst vier Liter, in der größten arbeiten Mischer mit 19000 Litern. „Dafür mussten wir damals eine eigene Produktionshalle anmieten“, erklärt Haushahn.

„Mich hat interessiert, wie es einem Bremerhavener Betrieb gelungen ist, so schnell zu wachsen“, sagt NZ-Abonnent Rouven Tietjen. Von Symex habe er schon viel gehört. „Aber was wir wirklich machen, weiß kaum jemand“, ergänzt Haushahn.

„Man liest ab und an etwas über Symex, aber wie die Entwicklung solcher Maschinen im Detail abläuft und was die können, wusste ich nicht“, sagt NZ-Leser Manfred Draack. „Ich hätte gedacht, dass alle Einzelteile hier produziert werden und hier mehr geschweißt und geschraubt wird“. Tatsächlich entstehen die Anlagen in Bremerhaven am Reißbrett. Die einzelnen Teile aber werden von Fachfirmen produziert und angeliefert, warten dann im Groß- oder Kleinteillager auf ihren Einsatz.

In der hauseigenen Schleiferei werden alle Teile noch einmal von Hand bearbeitet: „Was als Edelstahlplatte ins Haus kommt, kann am Ende des Tages als Spiegel durchgehen“, sagt Haushahn und lacht. So werde sichergestellt, dass bei den Produktionsprozessen von Mascara, Lippenstift, Nagellack und Co. später keine Reste in der Maschine hängen bleiben. „Ich finde es total interessant, dass in der gleichen Anlage nacheinander Mascara und auch weiße Creme hergestellt werden können“, sagt Sigrid Draack. Die Anlage steuert sich dabei – nach Eingabe der Rezeptur – alleine und wird von nur einem Mitarbeiter bedient und überwacht. Sogar reinigen kann sich die Maschine selbst. „So etwas können wir auch gebrauchen“, sind sich die Leser einig. (akb)