Ganz wohl war den Jüngsten bei der Begegnung mit dem rund 350 Kilo wiegenden patagonischen Seelöwen nicht. Foto: Brocks
Ganz wohl war den Jüngsten bei der Begegnung mit dem rund 350 Kilo wiegenden patagonischen Seelöwen nicht. Foto: Brocks

Rendezvous mit einem Seelöwen

Bei einer „NZ+Ich“-Aktion trainieren zwölf Leser im Zirkus Charles Knie in Cuxhaven mit „Flappi“.

Zum Abschied gibt es ein feuchtes Küsschen auf die Wange – oder auch mal einen dicken Schmatz auf den Kopf. Was das angeht, macht „Flappi“ keinen großen Unterschied. Hauptsache, danach gibt es Fisch. Viel Fisch. Bei einer „NZ+Ich“-Aktion konnten zwölf Leser der NORDSEE-ZEITUNG beim Zirkus Charles Knie in Cuxhaven hinter die Kulissen schauen und kamen dem Seelöwen dabei ganz nah.

Das kostete vor allem die jüngeren Besucher anfangs Überwindung: Immerhin wiegt „Flappi“ rund 350 Kilo – und wirkt, wenn er sich aus seinem Wasserbecken lehnt oder auf seinem Podest sitzt – ziemlich imposant.

Doch nach wenigen Minuten, in denen das Tier ein wenig Schabernack mit Trainerin Laura Pedersen macht und zeigt, was es alles kann, ist das Eis gebrochen und die Kinder trainieren begeistert mit „Flappi“. Der 16-Jährige Bulle fängt mit seinem Kopf Reifen auf, balanciert einen Ball auf seiner Nase und gibt eben auch mal ein glitschiges Küsschen. Und in seinem Becken klatscht er mit der Flosse auf die Wasseroberfläche, dass es nur so spritzt. „Er ist ein Clown, liebt es, im Mittelpunkt zu stehen“, sagt Laura Pedersen und lacht. Die 25-Jährige ist mit „Flappi“ und seinen Artgenossen groß geworden und präsentiert sie in der Manege. Wobei sich manchmal die Frage stelle, so Zirkussprecher Patrick Adolph, wer da gerade wen dressiere.

Zirkusschule ist immer dabei

Rund 90 Personen arbeiten im Zirkus Charles Knie, mit auf Tour sind auch einige Kinder. „Die schulpflichtigen Kinder werden in unserer rollenden Zirkusschule unterrichtet“, erklärt Adolph. Der Schul-Wohnwagen steht diesmal auf einem benachbarten Platz: „Hier auf dem Messeplatz ist leider alles sehr beengt.“

„Der Rundgang über das Gelände war sehr beeindruckend“, sagt Wolfgang Heßhaus: „Wenn man sich die Show ansieht, hat man ja keine Vorstellung davon, wie viel Arbeit dahinter steckt.“

Auch die jungen Besucher der „NZ+Ich“-Aktion waren beeindruckt: „Einfach nur schön“, fanden Lina (11) und Lasse Axmann (9) die Begegnung mit „Flappi“. „Einem Seelöwen kommt man ja sonst nicht so nah. Das war etwas Besonderes.“ (akb)