Mit Unterstützung von Joline, Celine und Loren (hinten, von links) und Roncalli-Mitarbeiterin Neele Ziesing (vorn, Mitte) übten sich die Teilnehmer der „NZ+Ich“-Aktion im Pyramidenbau. | Foto: Hartmann

Purzelbaum und Menschenpyramide

NZ-Leser trainieren bei „NZ+Ich“-Aktion im Circus Roncalli mit Profi-Artisten – „Zum Glück sind die Übungen nicht so schwierig“

Bremen. „Das müssen wir jetzt aber nicht nachmachen, oder?“, fragt Lennard (12) und schaut skeptisch zu den „Bello Sisters“. Die Artistin Joline (13) macht einen Handstand auf den ausgestreckten Armen ihrer Schwestern Loren (21) und Celine (19). Bei einer „NZ+Ich“ -Aktion konnten kleine und große Leser der NORDSEE-ZEITUNG hinter die Kulissen des Circus Roncalli schauen und erahnen, wie es sich anfühlt, als Akrobat in der Manege zu stehen.

Die „Bello Sisters“ zeigen in der Vorstellung Adagio-Equilibristik: Die Schwestern sind ungeheuer gelenkig und bauen menschliche Pyramiden. „Wir sind die achte Generation einer Zirkusfamilie. Uns liegt das im Blut“, erzählt Loren. Um eine solide Ausbildung zu bekommen, besuchten die Schwestern vier Jahre lang eine Zirkusschule in Italien. „Als dann das Angebot von Roncalli kam, waren wir eine Woche lang baff.“ Dass Engagement ist für die Schwestern etwas ganz Besonderes: „Auch unser Vater startete bei Roncalli vor 20 Jahren seine Karriere und ist seitdem weltweit auf Tour.“

Foto: Hartmann

Genug geplaudert. Jetzt ist Zeit zum Aufwärmen – auch für die Teilnehmer der „NZ+Ich“-Aktion: „Ich finde es total gut, dass wir mittrainieren dürfen. Zum Glück sind die Übungen nicht so schwierig“, sagt Celina Wolf (13), während sie ihre Arme Kreisen lässt, sich am Spagat versucht und einen Handstand macht. Nur wenig später bilden die Nachwuchs-Artisten mit ein wenig Unterstützung ihre erste Menschenpyramide. „Das macht total Spaß“, freut sich Rhea Fink (12). Da schmunzeln die Profis. Akrobatik ist Hochleistungssport: „Aber wenn man Leidenschaft mitbringt, dann klappt das schon“, ist Profi Loren überzeugt. Auch Schwester Vivi (9) trainiert bereits eifrig mit. Der Traum der Schwestern: Irgendwann beim Zirkusfestival in Monte Carlo in der Manege stehen – und eine der begehrten „Clown“-Trophäen gewinnen. „Das ist für uns Artisten das, was für Schauspieler der Oscar ist“, erklärt Celine.

Fernunterricht

Ob sie auf ihre Ernährung achten müssen, möchten die NZ-Leser wissen: „Wir halten keine strikte Diät, essen auch gerne mal Fast-Food“, verrät Celine. „Aber wenn Joline abends eine Pizza isst, merken wir das schon“, verrät Loreen und lacht. Auch, wie das mit der Schule funktioniert, interessiert die NZ-Leser: „In der Zirkusschule hatten wir regulären Unterricht und haben zusätzlich mehrere Stunden am Tag trainiert“, erklärt Loreen. Sie und Schwester Celine haben bereits ihre Abschlüsse, Joline erhält Fernunterricht über das Internet.

Clown Paolo Carillon im Gespräch mit NZ-Lesern. | Foto: Hartmann

„Wir sind absolute Roncalli-Fans. Wenn der Zirkus in der Stadt ist, sind wir auch dabei“, sagt NZ-Leser Dr. Ulrich Euent. Der Blick hinter die Kulissen: „Unglaublich spannend.“ Enkel Lennard ist vor allem von Clown Paolo Carillon fasziniert: Mit viel Liebe baut der Italiener seine ausgefallenen Requisiten zusammen – und präsentiert den Lesern in seinem Garderobenwagen mit großer Begeisterung seine Schätze. „Das ist absolut faszinierend, was wir alles zu sehen bekommen“, sagt Leser Dieter Rauprich. Margret Lange schwärmt nach der Aktion: „Ich bin noch ganz hin und weg.“