•Willkommener Besuch: Von Edith Neumann (rechts) forderten die Kutschpferde Emil und Maximus Streicheleinheiten ein. Foto: Brocks
•Willkommener Besuch: Von Edith Neumann (rechts) forderten die Kutschpferde Emil und Maximus Streicheleinheiten ein. Foto: Brocks

„Pferde waren schon immer mein Leben“

Bremerhaven/Schneverdingen. Emil und Maximus schnauben freundlich und stupsen die Besucher sanft an. „Kraul mich, soll das wohl heißen“, sagt NZ-Leserin Edith Neumann und lacht. Bei einem „NZ+Ich“-Tagesausflug kamen sie und 23 weitere Abonnenten der NORDSEE-ZEITUNG auf dem Kutschbetrieb Meyer in Schneverdingen den Pferden ganz nah. Anschließend ging es mit der Kutsche durch Wald und Heide.

Der Traditionsbetrieb Meyer zählt zu Europas größtem Pferdefuhrunternehmen und ist der größte Fahrstall und Ausbildungsbetrieb für Kutschenfahrer und Kutschpferde in der Lüneburger Heide. „Pferde waren schon immer mein Leben“, erklärt Klaus Meyer, der seinen Familienbetrieb in der dritten Generation leitet. „Angefangen habe ich mit sechs Pferden und drei Wagen.“ Heute stehen rund 70 Tiere und 27 Gespanne auf dem Hof.

Klaus Meyer
Klaus Meyer | Foto: Foto: Brocks

„Bis ein Pferd in den Fahrgast-Kutschbetrieb aufgenommen werden kann, benötigt es im Schnitt eine zweijährige Ausbildung“, erklärt Meyer, der seine Pferde selbst züchtet. Wenn die Tiere dann „alles können und Lust aufs Arbeiten haben“, ist er zufrieden. „Man sieht in den ersten drei Minuten, ob ein Pferd Lust auf diese Aufgabe hat. Dann arbeitet es gerne mit und denkt auch mit.“ So wie Max, der – gerade angespannt – aufgeregt mit den Hufen scharrt und die Abfahrt kaum erwarten kann. Moritz dagegen wirkt äußerlich tiefenentspannt und wartet mit geschlossenen Augen auf seinen Einsatz. „Die Kunst ist es, die richtigen Pferde gemeinsam anzuspannen und das richtige Tier mit dem richtigen Kutscher zusammenzubringen“, erklärt Meyer. Eines ist ihm besonders wichtig: „Die Pferde sind kein Arbeitsgerät, sondern unsere Partner.“

Vor einigen Jahren hat Meyer eine Ausbildung zum Pferdedentalpraktiker absolviert und behandelt Pferde in ganz Deutschland am Gebiss. „Wir betreiben auch ein Pferde-Therapiezen-trum, wo die Pferde bei Bedarf mit Physiotherapie, Osteopathie und Akupunktur versorgt werden. Hier bilden wir auch Interessierte aus aller Welt aus“, sagt Meyer. Bei besonderen Anlässen sitzt er noch selbst auf dem Kutschbock – etwa, wenn er die Schneverdinger Heidekönigin im Festumzug fährt. „Ich habe das große Glück, im Leben das zu machen, was mir unheimlichen Spaß macht“, so Meyer.

„Man merkt, mit wie viel Herzblut er dabei ist. So viel Arbeit kann man wahrscheinlich auch nur machen, wenn man selbst große Freude daran hat und die ganze Familie mithilft“, sagt NZ-Leserin Ursula Bliefernicht-Wolters. Auch Helga Geuthner war sichtlich begeistert: „Jetzt merkt man erst einmal, welch ein Aufwand dahintersteckt.“ (akb)