Tiefe Einblicke ermöglichte Erwin Jalass (rechts) den Teilnehmern der „NZ+Ich“-Aktion beim Rundgang durch das Dock von German Dry Docks. Die Leser konnten sich unter anderem das neue Teilstück der Peter Pan ansehen.
Tiefe Einblicke ermöglichte Erwin Jalass (rechts) den Teilnehmern der „NZ+Ich“-Aktion beim Rundgang durch das Dock von German Dry Docks. Die Leser konnten sich unter anderem das neue Teilstück der Peter Pan ansehen. | Foto: Scheer

Spannende Einblicke in der Werft

Funken fliegen, gleich an mehreren Ecken wird geschweißt, irgendwo hämmert jemand auf Metall: „Ein Traumerlebnis“ schwärmt NZ-Leserin Regina Peters beim Anblick der „Peter Pan“ in der Werft. Bei einer „NZ+Ich“-Aktion konnten sich acht Abonnenten das Schiff bei German Dry Docks aus der Nähe ansehen und durften sogar hinein.

Die Ro-Pax-Fähre, die normalerweise zwischen Travemünde und Trelleborg verkehrt, wird, wie berichtet, momentan um 30 Meter verlängert, um künftig noch mehr Fahrzeuge transportieren zu können. Dazu wurde das Schiff auseinander geschnitten: „Die größte Herausforderung war es, dass wir das Schiff nicht einfach in der Mitte teilen konnten“, erklärt Erwin Jalass beim Rundgang durch das Dock. „Weil die oberen Passagierdecks unversehrt bleiben sollen, haben wir einen ‚Z‘-Schnitt angewandt.“

Vom Boden aus wurde das Schiff 17 Meter senkrecht nach oben aufgeschnitten, dann folgte ein 35 Meter langer horizontaler Schnitt. Anschließend wurde das rund 1500 Tonnen schwere Verlängerungsstück passgenau eingesetzt, nun wird alles wieder verschweißt. Oben werden noch zusätzliche Sektionen verbaut“, erklärt Jalass. Gewaltige Stahlteile, die die Ladefläche erweitern und vorhandene Flächen schützen sollen. Im Schiffsinneren werden zudem Stromkabel, Belüftungsrohre und Wasserleitungen freigelegt, damit sie verlängert werden können.

Tiefe Einblicke ermöglichte Erwin Jalass den Teilnehmern der „NZ+Ich“-Aktion beim Rundgang durch das Dock von German Dry Docks. Die Leser konnten sich unter anderem das neue Teilstück der Peter Pan ansehen.
Tiefe Einblicke ermöglichte Erwin Jalass den Teilnehmern der „NZ+Ich“-Aktion beim Rundgang durch das Dock von German Dry Docks. Die Leser konnten sich unter anderem das neue Teilstück der Peter Pan ansehen. | Foto: Scheer

Mehr als ein Jahr lang wurde die Schiffsverlängerung geplant. „Eine der ersten Fragen, die man sich bei einem solchen Projekt stellen muss, ist die der Ladestabilität. Schließlich soll das Schiff schwimmfähig und stabil bleiben“, sagt Jalass. Die Verlängerung des Schiffs sei bis ins Detail durchgerechnet worden. „Wäre die neue Sektion länger als 30 Meter, wäre die Gesamtkonstruktion instabil geworden“, erklärt der Experte.

„Am Vorschiff werden viele Verstärkungen vorgenommen, zum Teil wurde auch neue Beleuchtung eingebaut“, sagt Jalass. Alles Folge der Klassifizierung, einer Art „Schiffs-TÜV“. Durch die Verlängerung verändern sich auch die Strömungseigenschaften der Peter Pan: „Als nächstes setzen wir noch einen neuen Bugwulst ein, dadurch lässt sich viel Kraftstoff sparen und die Umweltbilanz des Schiffes verbessern“, erklärt Jalass, während er den NZ-Lesern die neue „Nase“ des Schiffs zeigt, die noch ein paar Meter entfernt auf ihren Einsatz wartet. Eine neue Fahrzeugrampe liegt momentan noch geschützt im Schiffsinneren, und soll demnächst eingebaut werden. Nach Ende aller Arbeiten wird die 2001 in Dienst gestellte Ro-Pax-Fähre eine Länge von 220 Metern aufweisen (bisher: 190) und knapp 25 Prozent mehr Fahrzeuge aufnehmen können.

Tiefe Einblicke ermöglichte Erwin Jalass den Teilnehmern der „NZ+Ich“-Aktion beim Rundgang durch das Dock von German Dry Docks. Die Leser konnten sich unter anderem das neue Teilstück der Peter Pan ansehen. | Foto: Scheer

„So etwas habe ich bisher noch nie live gesehen“, sagt NZ-Leserin Regina Peters. „Das spannendste war für mich die Stelle, an der das Schiff geteilt wurde. Einmal von oben bis unten durchzuschauen, einmalig!“, sagt Regina Peters. Ein solch großes Schiff einmal außerhalb des Wassers zu sehen, sei enorm spannend: „Wenn man hier unter dem Schiff steht, wird einem schon mulmig“, sagt die 64-Jährige, während sie von unten einen Blick auf den riesig erscheinenden Rumpf wirft. Ähnlich ergeht es auch Ehemann Hans-Jürgen: „Es ist schon beeindruckend unter so einem Koloss zu stehen. Erstaunlich, wie wir Menschen mit so wahnsinnig schweren Dingen umgehen. Das sind ja nicht nur ein paar Gramm, sondern ein paar Tonnen“, sagt der 71-Jährige. „Für mich ist hier alles hochinteressant. Dass so viele Menschen parallel an unterschiedlichen Aufgaben arbeiten und alles perfekt ineinander spielt, ist beeindruckend“, sagt Peters.

„Ich bin erstaunt und begeistert, wie nah wir herangekommen sind“, sagt Gero Kielhorn. „Spannend, wie das Gewicht des Schiffes gehalten wird.“ Das rund 18000 Tonnen schwere Schiff ruht auf einigen nicht einmal zwei Meter breiten Blöcken. „Für den Außenstehenden sieht das wie ein riesengroßes Durcheinander aus“, sagt Gero Kielhorn. Doch Jalass versichert: „Es hat alles ein System.“