Lachen ohne Grund – das haben die Teilnehmer beim Lachyoga gemeinsam mit Renate Laufs (Zweite von rechts) geübt.
Lachen ohne Grund – das haben die Teilnehmer beim Lachyoga gemeinsam mit Renate Laufs (Zweite von rechts) geübt. | Foto: Schmidt

Lachen, lächeln und atmen

Von Dörthe Schmidt

Lehe. Renate Laufs schimpft, fuchtelt mit den Armen und schaut ihrem Gegenüber drohend in die Augen. Der ganze Raum bricht in Gelächter aus – auch Laufs. Denn sie spricht eine Fantasiesprache ohne Sinn. Das Ergebnis ist ein lustiges Gebrabbel. Die Übung ist Teil der Lachyoga-Stunde, eine „NZ+Ich“-Aktion, bei der 17 Abonnenten geübt haben, ohne Grund zu lachen.

Alles, was man nicht ändern kann, kann man auch weglachen – das ist das Motto von Renate Laufs. „Wenn man sich ärgert und schimpft, wird es auch nicht besser“, sagt die Lachyoga-Trainerin. Und lachen sei obendrein noch gesund. „Man nimmt sehr viel Sauerstoff auf und das Zwerchfell massiert die Organe“, sagt sie und lacht herzhaft in die Runde. Sie legt ihre Hände auf den Bauch. „Fühlen Sie mal bei sich selbst, was passiert, wenn sie lachen.“ Sie steht in einem Kreis mit den Teilnehmern und beginnt die Stunde mit Lach-Übungen. Zum Beispiel soll sich jeder ein imaginäres Telefon ans Ohr halten und lachen, als würde er etwas Lustiges erzählt bekommen. Oder die Teilnehmer stellen sich vor, die Fingerspitze ihres Zeigesfingers sei elektrisch geladen und gehen aufeinander zu. Wenn die Finger sich berühren – Sie ahnen es – wird gelacht.

Lachen löst Anspannungen

Menschen, die bis Kursusbeginn Fremde waren, schauen sich in die Augen, lachen herzlich und klopfen sich gegenseitig auf die Schultern. Es dauert vielleicht eine halbe Stunde, bis die ersten sich an die Wangen fassen, weil die Muskeln sich bemerkbar machen. „Man merkt wirklich, dass beim Lachen alle Muskeln arbeiten“, sagt Teilnehmerin Helga Gattner, die zum ersten MalLachyoga probiert. „Der Kursus gefällt mir ganz wunderbar“, sagt sie.

Viel Lachen sei anstrengend, dafür löse es innere Anspannungen, denn „man kann nicht gleichzeitig lachen und denken“, sagt die Trainerin. Trotzdem komme man irgendwann an seine Grenzen. Deshalb geht es im zweiten Teil der Lachyoga-Stunde etwas ruhiger zu.

Die Teilnehmer legen sich auf Yogamatten oder setzen sich auf einen Stuhl, Laufs holt einen Regenmacher (ein mit Sand gefülltes Rohr) heraus und leitet Atemübungen an. Ab jetzt darf niemand mehr sprechen. Lachen ist jedoch nach wie vor erlaubt.