•Firmenchef Gebhard Buck (rechts) erklärt, wie beim Spadener Familienunternehmen Mühlenbeck Würste hergestellt werden. | Foto: Brocks

Hier geht’s um die Wurst

„NZ+Ich“-Teilnehmer besichtigen die Manufaktur Mühlenbeck – Fleisch kommt aus der Region

Erst wird das Fleisch durch den großen Fleischwolf gedreht. Dann wird das gewolfte Fleisch mit scharfen Messern in der Kutterschüssel so fein zerkleinert, dass nur noch eine rosafarbene Masse übrig bleibt. Es ist das Brät, das anschließend in Kunst- oder Naturdärme gefüllt zur Wurst wird. Bei zwei „NZ+Ich“-Aktionen konnten sich insgesamt 30 Abonnenten der NORDSEE-ZEITUNG bei der Fleischmanufaktur Mühlenbeck umsehen.

Seit 111 Jahren stellt das Spadener Familienunternehmen Mühlenbeck erfolgreich Fleisch- und Wurstwaren her. Firmenchef Gebhard Buck, der den Betrieb mit Ehefrau Britta Mühlenbeck-Buck in der fünften Generation leitet, führte die NZ-Leser durch die laufende Produktion.

Seit 1978 wird bei Mühlenbeck nicht mehr selbst geschlachtet, doch das Fleisch kommt weiterhin aus der Region. Die Besucher staunten über den großen Cutter, in dem Muskelfleisch, Speck, Gewürze und zerstoßenes Eis von sechs rotierenden Messern rasend schnell zerschnitten werden. In diesem Prozess wird das tierische Eiweiß im Fleisch aufgeschlossen. Neben dem Geschmack ist das Voraussetzung für den Biss, der die Wurst so herzhaft macht. Das Eis ist nötig, damit die Mischung nicht zu warm wird: „Ansonsten würde das Eiweiß gerinnen und ein Fehlprodukt entstehen“, so Buck.

Das entstandene Brät wird mit einem Vakuumfüller in den Darm gefüllt. Für 41 „Mühlenbeck’s Beste Grillwürste“ reicht ein elf Meter langer Eiweißsaitling. Je nach Sorte werden die Würste nun gebrüht oder kommen in die Räucherkammer. „Der Rauch ist geschmacksprägend“, so Buck. Den Unterschied konnten die NZ-Leser gleich einmal schmecken. Hungrig ging keiner nach Hause.

„Wir produzieren 650 bis 700 Tonnen Wurst pro Jahr“, sagt Buck. Im Laufe der Jahre hat die Technik in der Fleischverarbeitung Einzug gehalten. Viele Arbeitsschritte, die früher mit der Hand erledigt worden sind, übernehmen heute Maschinen. „Das ist nach wie vor aber Handwerk, alles lässt sich nicht automatisieren“, erklärt Buck.  Wenn die Würste schließlich fertig sind, werden sie abgepackt. „Bevor Mühlenbeck-Produkte das Haus verlassen, durchlaufen sie strenge interne und externe Qualitätskontrollen unabhängiger Institute“, erläutert Buck. So wird jedes Produkt durch einen Metalldetektor geschleust, um Fremdkörper aufzuspüren

Egal, ob Würstchen, Schnitzel oder Braten: Fleisch tischen die Leser der NORDSEE-ZEITUNG, die jetzt die Fleischmanufaktur besichtigten, alle gerne auf. „Ich wollte mal sehen, wie eine Wurst entsteht. Jetzt kenne ich alle Schritte von der Anlieferung des Fleisches bis auf den Teller“, sagt NZ-Leserin Karin Holst. „Das war sehr lehrreich“, sagt Tosca Buth, die gerne Würstchen ist: „Man macht sich ja keine Gedanken, wie viel Arbeit in jeder Wurst steckt.“ Die Teilnehmer waren begeistert, wie viel Buck über das Fleischerhandwerk zu berichten wusste. „Ich glaube, ich werde Bratwurst jetzt mit einem völlig anderen Gefühl essen“, sagt Uwe Schlichtmann.