•Das Wetter spielte mit: Nach einer umfassenden Erläuterung der Technik durften die NZ-Abonnenten den Blick auf Bremerhaven und das Cuxland genießen.
•Das Wetter spielte mit: Nach einer umfassenden Erläuterung der Technik durften die NZ-Abonnenten den Blick auf Bremerhaven und das Cuxland genießen. | Foto: Brocks

„Ein wirklich traumhafter Ausblick“

Schiffdorf. „Bitte nichts anfassen. Jede kleinste Veränderung hat enorme Auswirkungen“, mahnt Norbert Hermes und zeigt auf zahlreiche graue Schaltschränke mit Hebeln, Tasten, Knöpfen und zahllosen Kabeln. Die 500 Quadratmeter große Kanzel des Schiffdorfer ist vollgestopft mit moderner Technik. Bei einer exklusiven „NZ+Ich“-Aktion erfuhren acht Abonnenten Wissenswertes über die Technik und kamen hoch hinaus.

Weithin sichtbar ragt er in die Höhe, der 163 Meter hohe Fernmeldeturm in Schiffdorf: Seit seiner Inbetriebnahme im Jahr 1990 ist der Turm ein wichtiger Standort für Mobilfunk, Richtfunk und die Rundfunk- und Fernsehversorgung. „Hier werden Programme technisch aufbereitet, verstärkt und über die Antennen terrestrisch in die Umgebung gesendet“, erklärt Norbert Hermes. Der Objektmanager hält für die Deutsche Funkturm, einer Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom, den Turm samt Infrastruktur in Schuss. Insgesamt betreibt die Deutsche Funkturm über 29 000 solcher Funkstandorte.

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„In den Anfangsjahren mussten rund um die Uhr Mitarbeiter vor Ort sein“, sagt Hermes und zeigt den NZ-Lesern die inzwischen leeren Räume für Betriebs- und Fremdkräfte. Gearbeitet wird hier schon lange nicht mehr. Der verlassene Mannschaftsraum gleicht heute einer Art Museum. Ein paar Meter weiter blinken zahlreiche Lichter. Im Betriebsgeschoss ist die moderne Technik untergebracht.

Die Höhe des Turms ist durch die Funkreichweite bedingt: „Direkt im Schatten des Turmes ist keine Versorgung möglich, da die Antennen in einer Höhe von etwa 120 Metern beginnen und dieses Gebiet einfach nicht erreichen. Dies übernehmen andere Sendeanlagen. Allerdings kann eben wegen der Höhe ein sehr großer Bereich von bis zu maximal 50 Kilometern im Umkreis abgedeckt werden“, erklärt Hernes.

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Ein paar Stufen geht es noch nach oben, dann stehen die NZ-Abonnenten auf der Plattform – und sind überwältigt: Die Stadt Bremerhaven und Teile des Landkreises liegen ihnen zu Füßen. „Ich war vor 28 Jahren schon einmal beruflich hier oben. Ich finde es spannend, wie sich die Umgebung verändert hat“, sagt Karl Kipka, der sich auch für die moderne Empfangs- und Verteiltechnik der Einrichtung interessierte. Auch Ehefrau Christel Kipka zeigte sich begeistert: „Vor allem die großen Schaltschränke fand ich interessant“, so die 65-Jährige. „Ich komme hier regelmäßig vorbei. Aber was es mit dem Turm auf sich hat, davon hatte ich bisher keine Ahnung“, sagt Else Campen: „Und der Ausblick, wirklich traumhaft…“

Als öffentliche Aussichtsplattform taugt der Turm in Schiffdorf allerdings nicht. „Der Turm wurde als technische Betriebsstätte gebaut und erfüllt dementsprechend nicht die Anforderungen für Publikumsverkehr“, erklärt Sprecherin Lea Borgers. „Und deshalb freuen wir uns sehr, den NZ-Lesern diesen exklusiven Besuch zu ermöglichen.“