Tour-Managerin Oksana Boshnikova (Zweite von links) führte die Teilnehmer in den Backstagebereich und zeigte ihnen die aufwendig handgefertigten Kostüme und Requisiten | Foto: Brocks

„Die Eismaschine ist immer dabei“

Bremen. Auf Kleiderständern hängen unzählige Kostüme, daneben liegen zahlreiche Perücken in mobilen Schränken und im ganzen Raum verteilt stehen Requisiten. Alles ist in ein diffuses blaues Licht getaucht: „Spannend“, sagt Gretje Steffen (8), während sie sich ganz genau umschaut. Zehn Leser der NORDSEE-ZEITUNG konnten bei einer exklusiven „NZ+Ich“-Aktion hinter die Kulissen der Eisshow „Holiday on Ice“ schauen.

„Wir reisen mit sechs bis sieben Lastwagen voller Material an“, erklärt Tourmanagerin Oksana Boshnikova. Darin verstaut sind Traversen, Beleuchtungs-, Ton- und Pyrotechnik, Requisiten und Kostüme. „Und natürlich alles, was wir brauchen, um die Eisfläche aufzubauen.“

Zuerst wird der Boden der Veranstaltungshalle mit Styropor und Plastikfolie ausgelegt. „So nimmt der Hallenboden keinen Schaden durch Kälte oder Flüssigkeit“, erklärt Stefanie Schütze-Schulz von der ÖVB-Arena. Anschließend werden große Aluminiumplatten, durch die ein mit einem Kühlaggregat verbundenes Röhrensystem verläuft, auf dem Hallenboden platziert. Anschließend werden die Platten so lange mit Wasser besprüht, bis die optimale Eishöhe von etwa sechs Zentimetern erreicht ist. Das Wasser gefriert, weil Kühlflüssigkeit, die eine Temperatur von minus 13 Grad hat, durch die Röhren in den Platten fließt. Damit die Eisfläche strahlend weiß bleibt, wird zwischenzeitlich ein Wasser-Kreide-Gemisch aufgetragen. „Wir haben natürlich auch unsere eigene Eismaschine dabei, die in den Pausen im Einsatz ist“, erläutert Oksana Boshnikova.

Jeder Eisläufer muss sich acht bis zehn Mal umziehen: „Das muss sehr schnell gehen. Manchmal haben die Skater nur eineinhalb Minuten für den Kostümwechsel“, erklärt Oksana Boshnikova. Solch schnelle Kostümwechsel funktionieren nur, weil erfahrene „Dresser“ die Eisläufer in der „Quick-Change“-Garderobe direkt neben der Eisfläche unterstützen. „Unsere Kostüme sind alle sehr aufwendig gearbeitet“, sagt Boshnikova und zeigt den Lesern eines der beleuchteten Finalkostüme: „Jedes Sternenkostüm wiegt rund zehn Kilo.“ Noch schwerer sind die Roboter-Kostüme: „Und unser Pegasus ist so schwer, dass er nur von vier Läufern gemeinsam getragen werden kann“, erklärt die Tour-Managerin.

Rund 100 unterschiedliche Perücken verbergen sich in mobilen Schränken: „Die ist ganz schön schwer, aber auch sehr schön“, sagt „NZ+Ich“-Teilnehmerin Gretje Steffen (8), nachdem sie einen Kopfschmuck in der Hand halten durfte. „Ich war überrascht, wie wenig Zeit zum Umziehen bleibt“ , verrät die Schülerin. Besonders neugierig ist sie auf die Maske: „Die Künstler schminken sich selbst. Einige brauchen bis zu 45 Minuten“, sagt Boshnikova. Ein Grund-Make-up mit roten Lippen, Grundierung und künstlichen Wimpern sei festgelegt: „Ansonsten kommt es ganz auf unsere Darsteller an, wie viel Zeit sie investieren“, sagt die Tourmanagerin und schmunzelt. Auch das „Warm-up“ erledige jeder Skater ganz nach seinen Bedürfnissen: „Vormittags kann jeder die Eisfläche zum individuellen Training nutzen, oft proben alle gemeinsam auch noch einmal besondere Figuren“, sagt Boshnikova.

„Ich finde es spannend zu sehen, was hinter dem Vorhang passiert“, sagt Leserin Henrike Nötzel. Die Zwölfjährige stand mit drei Jahren erstmals selbst auf dem Eis: „Ich mache hauptsächlich bei Wettbewerben mit. Aber auch so eine Show finde ich sehr spannend“, verrät die Schülerin. „Das war wirklich sehr aufschlussreich“, freut sich auch NZ-Leserin Jasmin Arendt: „Als Zuschauer merkt man ansonsten ja gar nicht, wie viel Aufwand hinter so einer Show steckt.“(akb)