Das Quad, mit dem der Leser Heinz Kynast am liebsten eine Runde gedreht hätte, kommt unter anderem bei Personensuchen zum Einsatz.
Das Quad, mit dem der Leser Heinz Kynast am liebsten eine Runde gedreht hätte, kommt unter anderem bei Personensuchen zum Einsatz. | Foto: Brocks

„Den Einsatz würdigen“

Leistungen der Freiwilligen Feuerwehr Geestland beeindrucken „NZ+Ich“-Teilnehmer

Langen. Wenn es piept, lassen die Ehrenamtlichen alles stehen und liegen, eilen zur Feuerwache und machen sich auf den Weg zum Einsatzort. „Wir werden durchschnittlich 80 bis 120 Mal im Jahr alarmiert – tagsüber, nachts, an Wochenenden und Feiertagen“, erklärt Ortsbrandmeister Michael Fulle. Bei einer „NZ+Ich“-Aktion gewährte er 15 Abonnenten der NORDSEE-ZEITUNG Einblicke in den Alltag der Freiwilligen Feuerwehr Geestland und präsentierte Technik und Fuhrpark.

„Ich hätte nicht gedacht, dass die Feuerwehr innerhalb von vier Minuten einsatzbereit ist“, staunt NZ-Leserin Marianne Schrader. Viele der Kameraden, verrät Fulle, wohnen in direkter Nachbarschaft des Feuerwehrhauses: „Bei uns sind auch einige Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren in Lintig, Elmlohe, Holßel und Kührstedt aktiv, die auf dem Bauhof in Langen tätig sind, und tagsüber schnell vor Ort sein können, wenn andere auswärts arbeiten“, erklärt der Ortsbrandmeister.

Von den 63 Aktiven, darunter 5 Frauen, haben 43 in der Jugendwehr begonnen. „Quereinsteiger sind bei der Freiwilligen Feuerwehr leider selten“, bedauert Fulle, der selbst als Zehnjähriger in der Jugendwehr begonnen hat.

„Ein Löschzug besteht in Langen aus 28 Einsatzkräften“, erklärt Fulle. Diese verteilen sich auf unterschiedliche Fahrzeuge – vom Gerätewagen bis zur Drehleiter. Besonders interessant für die NZ-Leser: Das Feuerwehrquad, das vor allem bei Personensuchen zum Einsatz kommt. Aber auch die Ausrüstung kann sich sehen lassen: Feuerfeste Hosen und Jacken, Handschuhe, Helme und feste Stiefel können Leben retten, wenn die Flammen einmal hervorlodern. Doch die moderne Schutzkleidung birgt auch Gefahren: „Man spürt die Hitze nicht mehr und traut sich manchmal weiter in ein Feuer hinein als es gut ist“, weiß Fulle aus eigener Erfahrung.

Besonders wichtig ist auch der Atemschutz, von dem im Einsatz Gesundheit und auch das Leben der Feuerwehrleute abhängen. „Der Atemschutzwart, der alle Geräte prüft, ist sozusagen unsere Lebensversicherung.“

Nach jedem Einsatz muss das Material gereinigt und

desinfiziert werden. „Die Kameraden waren dem Rauch und damit eventuell auch Giftstoffen ausgesetzt“, erklärt Fulle. Der Stolz der Freiwilligen Feuerwehr: eine vollautomatische Industriewaschmaschine und ein Trockner. „Nun können wir jeweils vier Uniformen innerhalb von drei Stunden reinigen und trocknen“, freut sich Fulle. Früher wurde die Kleidung extern gereinigt, war zeitweise zwei Wochen lang nicht verfügbar.

Genauso wichtig wie funktionierende Technik sei die gute Ausbildung aller Kameraden, deren Engagement und Verlässlichkeit. „Das alles so rasant geht und man sich auf die Feuerwehr verlassen kann, ist sehr beruhigend“, sagt Leserin Marianne Schrader. „Man muss den Einsatz würdigen“, betont Helga Kynast, die die „NZ+Ich“-Aktion genau so spannend wie informativ fand: „Ich ziehe den Hut vor den Ehrenamtlichen, die so viele Stunden für die Gemeinschaft opfern und sich der Gefahr aussetzen.“ (akb)