Erst riechen, dann nippen: Bei einer „NZ+Ich“-Aktion konnten zwölf Leser Whisky und andere Spirituosen verkosten. | Foto: Brocks

„Das Wasser des Lebens“

Spaden. Schwenken, schnuppern – und dann erst probieren: So machen es Experten bei einer Whisky-Verkostung. Denn Whisky ist nicht gleich Whisky. Bei einer „NZ+Ich“-Aktion erfuhren zwölf Abonnenten der NORDSEE-ZEITUNG Wissenswertes über hochprozentige Getränke.

Für Verwirrung sorgt bei Laien oft schon die Schreibweise: „Ob sie Whisky oder Whiskey trinken, hängt vereinfacht gesagt davon ab, woher das Produkt stammt“, erklärt Ingo Kirchhoff, Inhaber von „Whisk(e)y & More“. „Die Schreibweise mit e führten die großen Destillerien in Dublin ein, um sich vom weniger guten Whisky der ,Bauern‘ auf dem Land, aber auch vom schottischen Whisky abzugrenzen. Irische Auswanderer brachten die Schreibweise mit e auch nach Amerika. Bis auf wenige Ausnahmen schreibt sich in Irland und den USA der Whiskey mit e, unabhängig von Qualität und Machart. Die restliche Welt ist bei der Schreibweise bei Whisky geblieben“, so der Experte.

Wichtige Begriffe

Weiter ging es mit den wichtigsten Begriffen und Basics: „Beim Single Malt stammen die für eine Abfüllung verwendeten Whiskyfässer aus einer einzigen, beim Blended Malt aus verschiedenen Destillerien“, erklärt Kirchhoff. Bei der Bezeichnung „Blended Whisky“ handele es sich um eine Mischung aus Malt Whisky als Geschmacksgeber und neutralerem „Grain Whisky“ als Hauptalkohollieferant. „Im Grain Whisky darf auch anderes Getreide als Gerste enthalten sein. Grain Whisky wird nicht mit Pot Stills destilliert, sondern mit moderneren effektiveren Brennverfahren hergestellt und ist daher hochprozentiger und geschmacksneutraler.“ Was viele nicht wissen: „Ein Blended Malt bleibt ein reiner Malt Whisky und ist kein Blended Whisky“,erläutert Kirchhoff und fachsimpelt über Herkunftsländer und Whisky-Destillerien.

 

„Whiskey ist ein Getränk zum Genießen“, betont Kirchhoff. Das setze voraus, dass man es nicht missbraucht, sondern in „homöopathischen Dosen“ zu sich nehme. „Die Schotten sagen, dass Alkohol eine gesundheitsförderliche Wirkung hat“, erklärt der Experte und schmunzelt. Tatsächlich leitet sich Whisky aus dem Gälischen ab und bedeutet so viel wie „Wasser des Lebens“. Ja, Whisky, so die Legende, mache sogar unsterblich.

Aromen erschnuppern

Wenig später dreht sich dann alles um die Aromen. Schon nach dem Schnuppern wird diskutiert: Welche Aromen und Noten riecht der eine, welche der andere? Da ist die Rede von Zitrusfrüchten und einer feinen Süße, von
erdigen, rauchigen und torfigen Aromen. Danach darf genippt werden. „Ich empfehle, die Spirituose auch einmal unter die
Zunge zu führen“, so Kirchhoff.

„Bei einigen Whiskys kann man durch die Zugabe von etwas Wasser die einzelnen Aromen oft besser schmecken“, erklärt Kirchhoff. Von Eiswürfeln dagegen hält der Experte wenig: „Die Temperatur ist wichtig für das Geschmacksempfinden. Und je kälter ein Getränk, desto weniger kann man schmecken.“

„Whiskey ist etwas, was bewusst genossen werden sollte“, sagt NZ-Leser Holger Körtge. Auch Ehefrau Antje Czichon-Körtge probiert ab und an auch einmal einen der edlen Tropfen: „Den rauchigen heute konnte ich nicht vertragen“, verrät die 53-Jährige.

„Wir trinken gerne mal einen Whiskey, sind aber keine Kenner“, sagt Doris Meier. Daher sei die „NZ+Ich“-Aktion sehr spannend gewesen: „Heute konnten wir gute Erfahrungen sammeln“, sagt die 63-Jährige und schwärmt von den Unterschieden der Whisky-Sorten. „Man hat die Nuancen geschmeckt“, freut sich auch Ehemann Manfred. „Ich habe früher schon einmal eine Verkostung mitgemacht. So etwas finde ich total spannend“, sagt Rolf Rabba. Mit dem Whisky verbinde er noch einen Traum: „Ich wollte immer mal mit dem Oldtimer nach Schottland, aber bisher hat es nie geklappt.“