Die „NZ+Ich“-Teilnehmer staunen: 1500 Artikel für rund 60 Verkaufsstellen im Elbe-Weser-Dreieck werden in Beverstedt umgeschlagen.
Die „NZ+Ich“-Teilnehmer staunen: 1500 Artikel für rund 60 Verkaufsstellen im Elbe-Weser-Dreieck werden in Beverstedt umgeschlagen. | Foto: Brocks

Das Tempo überrascht alle

Beverstedt. „Vorsicht“, schallt es immer wieder durch die Halle. Sekunden später sausen Gabelstapler mit Paletten voller Waren vorbei. Bei einer „NZ+Ich“-Aktion konnten 20 Abonnenten der NORDSEE-ZEITUNG im Aldi-Zentrallager in Beverstedt hinter die Kulissen schauen. Auf 28 000 Quadratmetern stapeln sich 1500 Artikel für rund 60 Verkaufsstellen im Elbe-Weser-Dreieck: Mineralwasser, Müsli und Margarinepaletten ebenso wie Obst, Gemüse und Kühlartikel.

Das „Herz“ des Logistikzentrums

Logistik-Chef Klaus-Uwe Riedel zeigte den Teilnehmern das „Herz“ des Logistikzentrums: eine Halle, größer als drei Fußballfelder, mit 55 Toren. An einer Seite kommen die Lieferanten an, auf der anderen warten bis zu 15 Aldi-Lastwagen auf Nachschub.

„Die Größe des Lagers ist schon beeindruckend“, sagt NZ-Leserin Helle Semken (43). Sohn Marek (5) haben es vor allem die Gabelstapler angetan: „Die sind ganz schön flott unterwegs“, meinen Mutter und Sohn übereinstimmend. In der Halle fahren die „Niederflur-Stapler“ mit ihren 3,60 Meter langen Gabeln bis zu 25 Kilometer pro Stunde umher. „Auf jeden passen in einem Arbeitsgang drei Paletten mit insgesamt drei Tonnen Gewicht“, erläutert Riedel.

„Chaotische Lagerhaltung“

Inzwischen setzt das Unternehmen in Beverstedt auf die „chaotische Lagerhaltung“: Während früher Müsli neben Müsli und Paletten voller Zitronenlimonade neben denen mit Orangenlimonade gelagert wurden, könne es jetzt sein, dass gleiche Produkte an verschiedenen Stellen lägen – eben so, wie alles am besten und platzsparend ins Regal passt. „Der Lagerverwaltungsrechner weiß genau, an welchem Platz was steht“, sagt Riedel. Ihre Anweisungen erhalten die Staplerfahrer über ein Headset – von einer Computerstimme. „Feste Plätze für Waren sind nicht ökonomisch“, weiß der Logistik-Chef.

„Ich finde es faszinierend, mit welcher Geschwindigkeit hier gearbeitet und wie rasch die Ware umgeschlagen wird“, sagt NZ-
Leserin Elke Bast. Besonders schnell geht es bei Obst und Gemüse sowie Frischfleisch: Bis 12 Uhr wird alles im Kühllager angeliefert, einige Stunden später – spätestens aber um 18 Uhr – ist der Bereich wieder leer. „Das ist eine enorme logistische Leistung“, staunt Leser Peter Bast. Gearbeitet wird im Lager in zwei Schichten: Einige der knapp 100 Mitarbeiter kommen um 4 Uhr in der Früh, die anderen treten um 14 Uhr ihren Dienst an.

Was heute bestellt wird, ist übermorgen in der Filiale

26 Jahre lang hat Leser Arno Mangels als Kraftfahrer für Aldi gearbeitet: „In dieser Zeit hatte meine Frau nie Gelegenheit, einen Blick in das Lager zu werfen. Schön, dass wir beide uns heute alles gemeinsam ansehen können“, freut sich der 66-Jährige. Bei der „NZ+Ich“-Aktion habe auch er selbst noch einige neue Entdeckungen gemacht: Sprinkleranlage und Tanks hat er zuvor noch nicht gesehen. Spannend fand die Führung auch Leserin Rita Schönfeld, die vor allem die zeitlichen Abläufe beeindruckt haben: „Was heute bestellt wird, ist übermorgen in der Filiale. Dass das so schnell geht, hätte ich nicht gedacht.“

Nicht schnell genug geht es dagegen so manchem Autofahrer: „Manchmal erreichen uns Beschwerden, dass unsere Lkw auf der B 6 so langsam fahren“, erzählt Riedel. Dabei vergäßen viele, dass Lkw auf Bundesstraßen maximal Tempo 60 fahren dürfen. „Uns ist wichtig, dass unsere Fahrer das Tempolimit beachten“, betont der Logistik-Chef: „Knöllchen muss jeder selbst bezahlen.“