Landschaftsingenieurin Ute Bartels (rechts) brachte NZ-Lesern den Leherheider Tunnelberg näher.
Landschaftsingenieurin Ute Bartels (rechts) brachte NZ-Lesern den Leherheider Tunnelberg näher. | Foto: Foto: Brocks

„Bergsteiger“ erklimmen Tunnelberg

Leherheide. Ausgestattet mit gelben Gummistiefeln stapfen sie über Stock und Stein und durch den Matsch: „Ist das nicht herrlich. Man merkt hier schon klimatische Veränderungen“, sagt Ute Bartels und lacht. Bei einer „NZ+Ich“-Aktion konnten zehn Abonnenten der NORDSEE-ZEITUNG gemeinsam mit der Landschaftsingenieurin der BIZ den Leherheider Tunnelberg erklimmen. Dabei waren die Wetterbedingungen alles andere als optimal. Auf dem Gipfel in 25 Metern Höhe war ein frischer Wind zu spüren. Die Aussicht: diesig.

An der Hans-Böckler-Straße beginnt ein sanft ansteigender barrierefreier Weg spiralförmig nach oben: „Der Weg ist mit eingebauten Zwischenplateaus als Ruhezonen auch für Rollstühle und Rollatoren geeignet“, erklärt Bartels, während die „Bergsteiger“ langsam über den noch unebenen Weg laufen. Gegenüber am Südhang des „Böckler-Bergs beginnt am Spielpark ein zweiter, steilerer Weg: „Ganz Sportliche können ihren Aufstieg später auch über spezielle, steile Trampelpfade abkürzen“, sagt Bartels. Das Ziel: ein Plateau in 25 Metern Höhe.

„Wunderbarer Rundumblick“

„Bei gutem Wetter hat man einen wunderbaren Rundumblick“, schwärmt Bartels. An diesem Tag aber lässt sich dieser nur erahnen. „Unser Haus sehen wir leider nicht“, bedauert Leser Bernd Sommer, während er den Blick in Richtung des Debstedter Weges schweifen lässt: „Aber der Ausblick ist trotzdem toll.“ Auch Ehefrau Anna Sommer ist begeistert, schwärmt vom künftigen Ausflugsziel: „Wenn alles erst einmal begrünt ist, sieht das sicher schön aus.“ Sie ist überzeugt: „Der Berg ist auf jeden Fall eine Bereicherung für Bremerhaven.“

Ursprünglich war geplant, dass der Tunnelberg noch in diesem Jahr mit heimischen Hölzern bepflanzt werden sollte. „Damit müssen wir leider noch bis Anfang des kommenden Jahres warten. Der Berg, der aus torfhaltigen Böden und einer Mergelschicht mit Kalk besteht, muss sich erst noch mehr setzen“, sagt Bartels. Das dauert etwas länger als gedacht. Im kommenden Jahr aber soll ein breiter Streifen am Fuß mit heimischen Gehölzen bepflanzt werden: „Wie bei echten Bergen wird es oben baumfreie Zonen geben. Dort legen wir Wiesen mit Blumen und Kräutern an – ganz im Sinne der Artenvielfalt.“ Oben auf dem Plateau sollen zwei Grüninseln mit Bänken zum Rasten einladen.

Für Schlittenfahrten nicht geeignet

Zum Schlitten- oder gar Skifahren, warnt Landschaftsingenieurin Ute Bartels einige hoffnungsfrohe Teilnehmer, tauge der Leherheider Tunnelberg nicht. „Das ist viel zu gefährlich. Man knallt nach wenigen Metern gegen die Böschung und die Auslauffläche unten wäre auch viel zu gering“, sagt die Projektleiterin der BIS. Nebenan, am Spielpark hinter der Hans-Gabrich-Halle, entsteht momentan allerdings ein zweiter, nur etwa neun bis elf Meter hoher Hügel – rodeltauglich. „Ich fahre hier jeden Tag vorbei und war neugierig, was hier genau passiert“, sagt NZ-Leserin Melanie Richter: „Es ist schon faszinierend, die Stadt von hier oben aus einer anderen Perspektive zu sehen.“ Auch der Blick auf die Hafentunnel-Baustelle sei sehr spannend. Die 45-Jährige kann sich gut vorstellen, den Berg gemeinsam mit der Familie zu erklimmen: „Das Kinderland ist ja auch direkt in der Nähe.“

„Ich werde hier auf jeden Fall öfter hochkommen. Der Rundumblick ist ja schon jetzt beeindruckend“, sagt Lissy Hermans. Wenn es soweit ist, werde sie auch die anderen Wege ausprobieren: „So bleibt der Spaziergang immer abwechslungsreich.“ (akb)