Herbert Kornahrens (rechts) erläutert seinen Gästen, worauf es bei qualitätiv hovhwertigem Brennholz ankommt. | Foto: Scheiter

Aus dem Wald in den Ofen

Bei einer „NZ+Ich“-Aktion lernen 15 Teilnehmer, wie Kaminholz hergestellt wird

DRANGSTEDT.Der große Sägeholz-Spaltautomat leistet ganze Arbeit. Gewaltig im Durchmesser sind die Stämme, die dem Herz des Gerätes, dem Spaltkreuz, automatisch zugeführt werden. Holzfasern brechen, es kracht und donnert. Saubere Scheite rumpeln anschließend über ein Förderband, Sägespäne fliegen über den Hof. „Grundsätzlich sind alle Baumarten gut als Brennholz geeignet“, sagt Herbert Kornahrens. Worauf es beim Weg des Brennholzes vom Wald bis in die Feuerstelle ankommt, erläutert der Fachmann vom Küsten-Garten-Service und der Küstenbaumschule Kornahrens bei der jüngsten „NZ+Ich“-Aktion.

15 Teilnehmer aus Bremerhaven, Beverstedt, Hollen und Geestland hatten sich am sonnigen Morgen auf dem Betriebsgelände in Drangstedt eingefunden, um die Arbeitsschritte in der Herstellung von Kaminholz vom Wald bis zum fertigen Brennholzscheit und die großen Maschinen, die in der Produktion eingesetzt werden, kennenzulernen. „Mit der Entwicklung der Abteilung für Kaminholz hat der Betrieb einen großen Sprung nach vorne gemacht“, sagt Kornahrens, der sein Holz sowohl aus dem eigenen Wald als auch aus der Region bezieht – zahlreiche Stämme, die in Drangstedt auf ihre Verarbeitung warten, stammen aus den Parks und Wäldern Bremerhavens. Entscheidend für die Verbrennung sei der Trocknungsgrad, weiß Kornahrens. „Die Restfeuchte sollte unter 20 Prozent liegen“, vermutet Martin Müller aus Bremerhaven, doch das ist dem Experten nicht genug. „Beim Top-Brennholz aus der Trocknungsanlage liegt die Restfeuchte bei null Prozent“, überrascht Kornahrens die Besucher und führt aus, dass allgemein Buche und Eiche den besten Brennwert hätten. „Ist das Holz aber top-trocken, stehen Birke, Ahorn, Erle, Fichte oder Kiefer diesen Hölzern nicht nach.“

Weiches Holz sollte dabei etwas größer gespalten werden, um den gleichen Brennwert zu erzielen. Aufbewahrt werden sollte das Holz an einem gut durchlüfteten Ort, an dem die Luft zirkulieren kann. Im Winter sollte der Holzstapel mit einer Plane abgedeckt und so vor Feuchtigkeit geschützt werden. „Wichtig ist auch, dass die gängigen Verkaufsgrößen bekannt sind, damit man einschätzen kann, wie viel Holz man für sein Geld bekommt.“ Übliche Maße seien der Festmeter (ein Kubikmeter Holz ohne Hohlräume), Raummeter (ein Kubikmeter lose gestapeltes Holz einschließlich der Hohlräume) und Schüttraummeter (ein Kubikmeter lose geschüttetes Holz einschließlich der Hohlräume). Die üblichen Scheitholzlängen lägen bei 25, 33 oder 50 Zentimetern.

Dann demonstriert Kornahrens den beeindruckten Gästen zwei Sägeholz-Spaltautomaten und einen Einspalter für Starkholz mit Zuführautomatik sowie eine Rübenschaufel, mit der Feinanteile im Holz entfernt werden. Dass das Holzmachen für jedermann geeignet sei, stellt Kornahrens aber in Zweifel. „Wer Brennholz selbst erzeugen möchte, kommt um den Einsatz eines motorisierten Holzspalters kaum umhin. Außerdem muss im Vorfeld ein Kursus absolviert werden, in dem der Umgang mit der Motorsäge geschult wird. Anschließend passiert doch noch so manches Malheur mit der Bandscheibe beim Bewegen der tonnenschweren Gewichte.“

Auch Henrich Zobel weiß, dass Holzmachen harte Arbeit ist. „Daher praktizieren wir eher das ,Erlebnisheizen‘ zu ausgewählten Zeiten“, schmunzelt der Bremerhavener, der die wohlige Wärme aus dem Ofen wohl zu schätzen weiß. Reinhard Preuk nennt ebenfalls einen Ofen sein eigen und empfiehlt, Eichenholz mit Birke zu mischen. „Eiche enthält Gerbstoffe, die den Ofen angreifen könnten“, weiß der gelernte Zimmerer. „Birke pustet den Schornstein dann wieder sauber.“ (gsc)