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Schäden durch Naturgewalten absichern

Die Bilder unter Wasser stehender Dörfer, zerstörter Häuser und verzweifelter Menschen in den deutschen Überflutungsgebieten sind noch immer allgegenwärtig. Auch viele Bremerhavener fragen sich daher, wie sich das persönliche Hab und Gut gegen Naturkatastrophen absichern lässt. Die Verbraucherzentrale Bremen erhält aktuell vermehrt Anfragen zu dem Thema.

Die Bilder von Häusern, die wie hier in Mayschoß an der Ahr (Rheinland-Pfalz) durch die Hochwasserkatastrophe zerstört wurden, führt auch in der Seestadt zu Fragen über einen ausreichenden Versicherungsschutz.

Die Bilder von Häusern, die wie hier in Mayschoß an der Ahr (Rheinland-Pfalz) durch die Hochwasserkatastrophe zerstört wurden, führt auch in der Seestadt zu Fragen über einen ausreichenden Versicherungsschutz.

Foto: picture alliance/dpa

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Seit die Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, bei der ungeheure Wassermassen im Juli für Todesopfer, Verletzte und Schäden in Milliardenhöhe sorgten, werden Verbraucherschützer auch von Menschen in Bremerhaven verstärkt nach einem optimalen Versicherungsschutz für derartige Ereignisse, gefragt. So die Beobachtung von Roland Stecher. Er ist Versicherungsexperte und berät Verbraucher in Bremerhaven und Bremen. „Die Versicherer haben den Vertriebsansatz erkannt und bemühen sich derzeit um die Aktualisierung der Versicherungsverträge für Wohngebäude“, berichtet er.

Roland Stecher

Roland Stecher

Foto: pr

Dreh- und Angelpunkt der Anfragen: „Welche Versicherungen sind notwendig, um Elementarschäden abzusichern? Genügt die Wohngebäude-Police, wenn Naturgewalten hereinbrechen? Oder bedarf es tatsächlich zusätzlicher Versicherungen? In Deutschland seien, so Stecher, nur rund 46 Prozent aller Privathäuser gegen Schäden durch Naturgefahren wie Hochwasser und Überschwemmung versichert. Und: „Allen Verbrauchern in Bremen und Bremerhaven raten wir grundsätzlich, über den Einschluss von Elementargefahren in der Wohngebäudeversicherungspolice nachzudenken“, sagt Stecher. „Der Presse war zu entnehmen, dass die Überflutungen an der Ahr und Erft wohl auch mit dem Klimawandel in Zusammenhang gebracht werden müssen. Gerade die Gefahr von Starkregen und daraus resultierende Überflutungen werden an Häufigkeit in Zukunft zunehmen“, begründet er die Empfehlung für Versicherungen zum Elementarschutz.

Fluten, Erdbeben und

Vulkane sind versichert

Mit Elementarschäden sind die Schäden gemeint, die durch das Wirken der Natur hervorgerufen werden. „Darunter fallen Schäden durch Hagel, Sturm ab Windstärke acht, Überschwemmung, Erdbeben, Erdsenkung, Schneedruck oder auch Vulkanausbrüche. Je nach Schadensart greift nun die eine oder andere Versicherung: Sturmschäden, Hagelschäden und Schäden nach einem Blitzschlag sind über die Gebäudeversicherung und die Hausratversicherung abgesichert.

„Für andere Schäden, die durch das Wirken der Natur hervorgerufen werden, wie beispielsweise Überschwemmung, Rückstau, Erdbeben oder auch Schneedruck, ist meist die sogenannte Elementarschadenversicherung erforderlich. Sie ist in Kombination mit einer Gebäude- und Hausratversicherung oder durch Erweiterung abzuschließen“, erläutert Stecher. Einzelgefahren seien in der Regel nicht ab- oder zuwählbar.

Der Versicherungsbeitrag sei in der Regel moderat. „Erfahrungsgemäß liegt der Zusatzbeitrag jährlich, abhängig von Anbieter und Tarif bei rund 70 bis hin zu einigen Hundert Euro“, skizziert Stecher das Kosten-Spektrum. Sein Tipp: „Aufpassen muss man hier vielleicht bei einer geforderten Selbstbeteiligung.“ Und: „Wichtig ist das Vorhandensein eines Rückstauventils, dies wird von verschiedenen Versicherern ausdrücklich verlangt“, sagt er. Wahrscheinlich würden künftig hier im Norden Sturm- und Starkregenereignisse mit Überschwemmungen mehr Schäden verursachen. „Insofern ergibt die vorsorgliche Absicherung mit einer Elementar-Zusatzversicherung durchaus Sinn.“

Andrea Lammers

Reporterin

Andrea Lammers (Jahrgang 1968) ist in Bremerhaven geboren und aufgewachsen. In Bremen hat sie Rechtswissenschaften studiert. Das Jonglieren mit Buchstaben erschien ihr jedoch erheblich spannender als das mit Paragrafen. Deswegen volontierte sie bei der NORDSEE-ZEITUNG. Seit 1999 arbeitet sie als Redakteurin beim SONNTAGSjOURNAL.

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