NORD|ERLESEN

Mobiles Café soll Anlaufstelle in Grünhöfe sein

Sich mit Freunden und Bekannten in der eigenen Wohnung zu treffen, ist zwar nett. Doch manchmal möchte man sich einfach mal in einem Café verabreden. Wer in Grünhöfe wohnt, hat da nicht besonders viel Auswahl. Insbesondere, wenn man vielleicht auch seine Kinder mitnehmen möchte. Das soll jetzt anders werden: Eine Gruppe von engagierten Leuten plant ein mobiles Café.

Sie gehören zum Team, das sich für das mobile Café einsetzt (von links): Stefanie Krein, Klaus Hinners, Daniela Schlüter, Frauke Maria Daams, Ilona Weber, Vivian Glade und Josephine Glade.

Sie gehören zum Team, das sich für das mobile Café einsetzt (von links): Stefanie Krein, Klaus Hinners, Daniela Schlüter, Frauke Maria Daams, Ilona Weber, Vivian Glade und Josephine Glade.

Foto: pr

Kreis-Icon-Nordstern

Wir schreiben uns jetzt nicht groß eine Art Sozialarbeit auf die Fahnen, aber bei einem Kaffee kommt man eben doch schnell ins Gespräch.

Hinter der Idee steckt das sogenannte Stream-Team der evangelisch-lutherischen Emmausgemeinde Bremerhaven. Der Trupp, der aus dem Chor Die Glademakers hervorgegangen ist, ist bereits eine eingeschworene Gemeinschaft: So sorgt er seit Beginn der Corona-Pandemie dafür, dass Gottesdienste auch online stattfinden können. Darüber hinaus wurde das Angebot „Kopp hoch!“ geschaffen. Es ermöglichte den Menschen zunächst täglich, später wöchentlich, über einen Livestream zusammenzukommen – beispielsweise, um über aktuelle Themen zu sprechen oder zu basteln.

Nun kommt also ein weiteres Projekt hinzu: das mobile Café, das Kaff-Fee heißen soll. Die Ehrenamtlichen, die damit im Stadtteil unterwegs sind, wollen sich Kaff-Feen nennen. „Unsere Ziele sind Spielplätze in der Nähe der Petruskirche“, berichtet Vivian Glade, die zu den Initiatorinnen der Aktion gehört. Vor allem die Rollerbahn und der Piratenspielplatz stehen ganz vorne auf der Liste. Je nach Wetterlage soll aber auch mal einer der kleineren Spielplätze zwischen den Häusern angesteuert werden, erzählt sie.

Anlaufstelle für Kinder, die alleine draußen sind

„Wir haben uns diese Orte ausgesucht, weil wir dort auf viele Menschen treffen werden“, sagt Glade. Es gebe schließlich keine geeigneten Cafés in Grünhöfe, wo sich beispielsweise Eltern aufhalten könnten. Ein weiterer Beweggrund dafür, sich eine rollende Kaffeestube auszudenken, sei die Tatsache gewesen, dass viele Kinder des Stadtteils sich oftmals stundenlang und auf sich allein gestellt draußen aufhielten, erklärt Frauke Daams, die ebenfalls zum Stream-Team gehört. Deshalb sollen außer Kaffee und Tee auch Snacks wie Obst, Nüsse oder Gebäck zum Sortiment gehören.

Team ist offen für Gesprächeüber Sorgen und Nöte

Doch nicht nur für die Kinder, auch für jeden anderen, der es möchte, wolle man eine Anlaufstelle sein. „Wer Sorgen hat, kann davon erzählen“, sagt Daams. „Wir hören zu, können vielleicht einen Tipp geben oder wissen, wo man Hilfe bekommt“, meint sie. Man dränge sich aber niemandem auf. „Wir schreiben uns jetzt nicht groß eine Art Sozialarbeit auf die Fahnen, aber bei einem Kaffee kommt man eben doch schnell ins Gespräch“, so Daams.

Und wie soll das Gefährt aussehen? „Zuerst hatten wir an einen Bollerwagen gedacht“, erzählt Daams. Doch schnell sei klar geworden, dass sich damit nicht ganz so viel transportieren lässt. „Und mit einer Pumpkanne und zwei Litern Kaffee kommt man nicht weit.“ Es habe sich herausgestellt, dass ein umgebautes Lastenfahrrad oder ein Anhänger mit Elektromotor besser geeignet seien. Ein Mitarbeiter der Werkstattschule Bremerhaven habe bereits Interesse bekundet, das Vehikel möglicherweise im Rahmen eines Schulprojekts herzustellen.

Um das Material für das Fahrzeug, die Aufbauten, Maschinen und die ersten Waren zu finanzieren, versucht das Team über die Crowdfunding-Plattform Startnext ein Startkapital von 6000 Euro einzuwerben. Das Zeitfenster hierfür reicht bis zum 15. Juni. Und was passiert, wenn der Betrag bis dahin nicht zusammenkommt? „Es basiert auf dem ,Alles-oder-nichts-Prinzip‘“, erläutert Daams. Wird das gesetzte Ziel nicht erreicht, erhält das Projekt also keinen Cent. „Wir geben unseren Traum dann aber nicht auf, schließlich ist es ein Herzensprojekt. Es wird dann bloß dieses Jahr nichts mehr“, meint sie.

Susanne van Veenendaal

Reporterin

Susanne van Veenendaal (Jahrgang 1975) ist in Bremerhaven geboren und im Cuxland aufgewachsen. In Berlin hat sie Politik, Psychologie und Erziehungswissenschaften studiert. Nach einem Volontariat bei der NORDSEE-ZEITUNG ging sie zum SONNTAGSjOURNAL. Dort gehört sie seit 2008 zum Team.

0 Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Newsletter NEWSLETTER

Alle wichtigen Nachrichten und die interessantesten Ereignisse aus der Region täglich direkt in Ihr E-Mail-Postfach. Mit Empfehlung aus der Redaktion.

PASSEND ZUM ARTIKEL
zur Merkliste

NORD|ERLESEN

E10: Wieso wird es nicht getankt?
nach Oben