NORD|ERLESEN Grußbrücke

Grußbrücke: Neun Stunden Fahrt halten Oma nicht von Besuchen ab

Texas: Petra Klarius ist Oma geworden und musste – bislang zwangsweise nur aus der Ferne – von ihrer Mutter Abschied nehmen. Kalifornien: Hohe Temperaturen und viele Feuer haben Brigitte und Kent Calkins einen stressvollen Sommer beschert. Florida: Marion Morgan hofft, dass Sohn Fred nach einem Schlaganfall wieder laufen lernt.

Baby in der Wiege

Adeline Ryan Marie, die Enkelin von Petra Klarius, schläft in der Wiege, die ihr Uropa schon für ihre Mama Victoria gebaut hatte.

Foto: privat

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1. Kapitel

Winter in Texas

365 Tage sind wieder vorbei. Wo fange ich nur dieses Mal an? Im Sommer 2020 sollten wir nach neun Jahren endlich mal wieder nach Hause kommen, wegen Covid hat das nicht geklappt. Dann hatten wir auf Weihnachten 2020 gehofft, auch das hat nicht funktioniert. Am 20. Dezember wurden Karina und ich krank: Covid.

Karina ging es nach 48 Stunden besser. Ich bekam hohes Fieber, Atembeschwerden, Husten und verlor für zwei Wochen auch meinen Geruchs- und Geschmackssinn. Bis heute habe ich noch Beschwerden mit meiner Lunge. Weihnachten fiel für uns also ins Wasser.

Aber das war nicht das Schlimmste. Unsere liebste Mutti und Omi schlief am 28. Dezember 2020 für immer ein. Und wir konnten nicht nach Hause kommen, um Abschied zu nehmen. Für meine Mädchen und mich ist dies bis heute noch das schlimmste Gefühl.

Adeline Ryan Marie macht Omi zur Uromi

Es gab aber einen kleinen – zu dem Zeitpunkt wirklich kleinen – Lichtblick: Victoria konnte ihrer liebsten Oma noch am Heiligabend sagen, das sie im August 2021 Tick-Tack Omi (Uromi) wird. Am 16. August 2021 kam Adeline Ryan Marie gesund zur Welt. Drei Tage, bevor ihre Uromi Geburtstag gehabt hätte. Somit bin ich jetzt auch zur Omi befördert worden. Leider wohnt Toria mit ihrem Freund und der Kleinen jetzt in Fort Riley, Kansas. Also gute neun Stunden Autofahrt von uns entfernt, aber das hält diese Omi nicht von Besuchen ab.

Rina hat die High School jetzt auch geschafft. Sie arbeitet nun und will im Frühling mit dem College anfangen. Sie „wohnt“ jetzt auch schon fast bei ihrem Freund, was für mich bedeutet, dass ich ein leeres Haus habe.

Ich helfe in meiner Freizeit viel in Tierheimen. Es ist ein Wunder, dass ich mir nicht noch mehr Tiere ins Haus geholt habe. Zurzeit habe ich drei Hunde, drei Katzen und einen Kater. Über Langeweile kann ich also nicht klagen.

Überhaupt hat sich viel verändert. Seit den Wahlen letztes Jahr im November habe ich keine Nachrichten mehr geguckt. Ich höre immer wieder, was los ist oder es wird etwas auf dem Computer/iPad/Telefon angezeigt, aber so richtig bewusst gucke ich nicht mehr. Es stimmt irgendwie immer nur traurig, also lieber nicht gucken.

Texas versinkt im Winterchaos

Im Februar hatten wir den schlimmsten Wintersturm, den Central Texas je gehabt hat. Für viele Tage hatten wir keine Elektrizität und in vielen Häusern sind die Wasserleitungen geplatzt. Dazu muss ich sagen, dass wir hier bei uns im Winter selten Temperaturen unter dem Gefrierpunkt haben. Vielleicht mal Frost, aber einen richtigen Winter gibt es hier nicht. Wir hatten für viereinhalb Tage keinen Strom im Haus und konnten das Haus auch nicht verlassen, da wir an einem Hügel wohnen und wir dort nicht hochgekommen wären. Alle unsere Nachbarn hatten dasselbe Problem. Ich hatte Glück, meine Wasserleitungen sind heil geblieben. Dazu muss ich sagen, dass Leitungen hier bei uns nicht tiefgelegt werden. Die Gegend ist zumeist aus Sandstein, und es wäre zu kostenaufwendig, Leitungen tiefer zu legen.

Wintersturm Februar 2021 in Central Texas.

Wintersturm Februar 2021 in Central Texas.

Foto: privat

Am letzten Tag, bevor der Strom wieder kam, hatten wir 8 Grad Celsius im Haus. Rina, die Tiere und ich hielten uns nur in meinem Schlafzimmer auf – im Bett unter Bergen von Decken und mit vielen Klamotten an. Alle paar Stunden gingen wir ins Auto, um uns ein wenig aufzuwärmen und die Computer und so zu laden.

An der Hausseite hatten wir Eiszapfen, die fast 150 Zentimeter lang waren. Als endlich der Strom wiederkam, waren wir in Party-Stimmung. Es ist doch immer wieder erstaunlich, was man für gegeben hält im Leben (und vor allem, was alles mit Strom betrieben wird).

Ich hoffe, dass ich es schaffe, im März 2022 nach Hause zu kommen. Wahrscheinlich ohne die Mädchen, aber ich muss einfach mal nach Hause. Die Sehnsucht nach der Bremerhavener Seeluft ist zu groß. Und ich muss auch endlich Abschied nehmen können.

Viele liebe Weihnachtsgrüße und Küsse an meine Schwester Sandra und Cünyet. Meine Cousinen Nadine und Freund und Janina und Familie, meinen Tanten und Onkels; Esther, Nicole B, Marco S., Alex, Carmen, Jürgen, Jens, Klaus, Maren, Nina, Martina, Birgit, Carroll, Dominique, Nicole D., Stefanie, Anja, Marco W., Sabine, Antje, Renja, Michaela, Michael, Corinna, Tanja, Daniela, Sabine F., Michael F und allen ihren Familien die besten Weihnachtswünsche und einen guten Rutsch ins neue Jahr aus Texas.

Petra Klarius
mit Karina, Victoria und Addie
Copperas Cove, Texas, USA
Petra_273@yahoo.com

2. Kapitel

Wegen der Waldbrände evakuiert

Der große Weihnachtsbaum, der in diesem Jahr vor dem Weißen Haus in Washington steht, kommt aus unserer Gegend, Trinity County in Nordkalifornien. Er hat die lange Reise nach Washington auf einem großen Lastwagen gemacht. Der Baum ist 84 Food hoch, das sind ungefähr 25 Meter. Wir freuen uns darüber, dass der große Weihnachtsbaum aus unserer Gegend kommt. Die Schulkinder basteln nun Dekoration für den Baum.

Der Klimawechsel ist hier. Wir haben es in diesem Sommer zu spüren bekommen. An manchen Tagen hatten wir Temperaturen von über 40° und sogar 50°. Dann die vielen, vielen Feuer. Unser Sommer war stressvoll. Auch sind wir evakuiert worden. Ein Auto hatten wir schon gepackt in der Erwartung, dass wir evakuiert werden. Auch unsere „Gobags“, Taschen mit wichtigen Papieren, Unterwäsche und so weiter, hatten wir vorbereitet. Wir sind zu unserem Sohn Kai in Oakland gefahren, haben dort eine Woche verbracht. Unser Haus ist nicht abgebrannt.

Jetzt haben wir die Regenzeit und erholen uns von dem Stress im Sommer. Ich erfreue mich an meinem deutschen Fernsehen. Aber mir ist aufgefallen, wie viele englische Worte man in den Gesprächen hört. Vielleicht wird man in Deutschland bald nur noch Englisch sprechen. Es hört sich so lustig an, wenn die englischen Worte verdeutscht werden.

Wir denken an unsere Angehörigen, Freunde und Bekannten in Bremerhaven und Umgegend und wünschen allen fröhliche Weihnachten! Wir wünschen uns für das neue Jahr keine Feuer.

Mit liebem Gruß an euch alle

Brigitte (geb. Grevecke) & Kent Calkins
PO Box 1551
Weaverville, CA 96093, USA

3. Kapitel

Ein ganz besonderer Weihnachtswunsch

Zuerst möchte ich meiner Schwester Karin Müller sagen: Dich vermissen wir am meisten. Frohe Weihnachten! Das deutsche Weihnachtsfest und die Erinnerungen, die damit verbunden sind, geben wohl den meisten Deutschen im Ausland ein Gefühl von Heimweh.

Unsere Familie, Schnee und kaltes Wetter, das vermissen wir am meisten. Ja, ihr Lieben, auch dieses Jahr haben wir wieder zwei Hurrikane überstanden. Wir hatten zwei Tage lang keinen Strom und haben erhebliche Schäden am Haus.

Leider war dieses Jahr ein sehr schlechtes Jahr für meinen Sohn Fred. Er hatte im Juni einen sehr schweren Herzinfarkt und einen Schlaganfall und ist auf der rechten Seite gelähmt. Mein schönstes Weihnachtsgeschenk wäre, wenn er wieder laufen könnte.

Don und ich sind gerade wieder nach Hause gekommen. Wir waren in Oklahoma und Texas. Wir haben Fred besucht und Dons Familie in Dallas.

Erinnerung an eine schöne Reise: (von links nach rechts)  Fred, Don, Marion, Karin und Erhard auf einer Kreuzfahrt nach Mexiko.

Erinnerung an eine schöne Reise (von links nach rechts): Fred, Don, Marion, Karin und Erhard auf einer Kreuzfahrt nach Mexiko.

Foto: privat

Ein frohes Weihnachtsfest sowie ein gesundes neues Jahr wünschen wir meiner lieben Schwester Karin Müller. Grüße an Familie Winfried Zimmer, Gaby, Melissa, Patti, Nina und Kinder, Connie Niemayer, Jens Brederode und Daniela, Gert Söchting, Andreas und Nicole, Reinhold und Ilse Meinking, Marion Skotarzak und Patric. Grüße gehen auch an Uli und Renate Reckmann, Heiner Adolf, Dietmar und Manuela Sowinky, Ernst Paper, Uwe Reh, Cap. Heinrich und Hannelore, Familie Wolfgang und Carola Kreuzmann, Traude Beutler, Günter und Ilse Zahlten, Familie Dieter Fulle und Ilse und Frau Marion Örtel.

Ein schönes Weihnachtsfest wünschen wir meinen lieben Freundinnen, die mich auch nach 63 Jahren nicht vergessen haben. Danke für eure Anrufe, Karten und Freundschaft, liebe Traude, Carla, Marion und Ilse Breier. Don und meine Kinder schließen sich diesen Wünschen an. Frohe Weihnachten, ihr Lieben, wir werden an euch denken!

Marion H. Morgan
7120 Pennington Dr.
Pensacola, FL 32526, USA

Grußbrücke 2021

Karte: maps4news.com/©OSM

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