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Grünes Licht für Neubau der Columbuskaje

Wenn alles gut geht, hat die Seestadt zur Kreuzfahrtsaison 2025 eine moderne Infrastruktur mit neuer Kaje, neuem Terminal und neuer Drehbrücke als Verbindung zur Columbusinsel. So plant es die Hafengesellschaft Bremenports. Eines steht aber schon fest: „Der Neubau der Columbuskaje kann beginnen. Hier liegt uns jetzt der Planfeststellungsbeschluss vor“, berichtet Bremenports-Chef Robert Howe auf Nachfrage.

Der Kreuzfahrtterminal ist in die Jahre gekommen. Als Erstes soll jetzt die Columbuskaje neu gebaut werden.

Der Kreuzfahrtterminal ist in die Jahre gekommen. Als Erstes soll jetzt die Columbuskaje neu gebaut werden.

Foto: Scheer

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Die Genehmigung von der zuständigen Behörde bei der Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsgebäude kommt genau zum richtigen Zeitpunkt: „Wir haben vor einem Jahr den Antrag auf Planfeststellung eingereicht, jetzt haben wir die Genehmigung. Das passt sehr gut in unseren Zeitplan“, sagt Howe.

Baubeginn im Oktober

Denn parallel zum Antrag wurde auch der Auftrag für den Bau ausgeschrieben. Hier hat bereits eine Bietergemeinschaft unter Führung der Züblin AG den Zuschlag erhalten. Die Arbeitsgemeinschaft sei derzeit mit den letzten Vorbereitungen beschäftigt, weiß Howe. Er rechnet damit, dass im Oktober mit dem Bau begonnen werden kann.

Rund 1000 Meter Kaje von der Südspitze der Columbusinsel bis zur sogenannten Kaje 66 sollen in drei Abschnitten neu gebaut werden. Eine dringend notwendige Maßnahme, wie auch die Planfeststellungsbehörde betont: „Die Nullvariante würde eine Aufgabe der Kaje und der Nutzung bedeuten.“ Und auch eine Sanierung stelle keine realistische Alternative dar.

Für den Neubau wird eine neue Kaje vor der alten gerammt und der Zwischenraum verfüllt – also anders als an der sogenannten Bananenpier im Kaiserhafen, wo eine neue Spundwand auf der Landseite gerammt wurde und die alte Kaje davor danach abgerissen wurde. „Das geht bei der Columbuskaje nicht, dazu ist der Untergrund zu unsicher“, sagt Howe. Deswegen werde die neue Kaje 20 Meter vor der alten in der Weser entstehen. „Das hat zur Folge, dass das Bundesland etwa 1,7 Hektar größer wird“, meint Howe und lächelt.

„Sehr ambitioniert“

Die Zeit drängt. Ursprünglich sollte alle zwei Jahre ein Bauabschnitt angegangen werden. Nach der neuen Planung sollen die Abschnitte eins und zwei von der Kaje 66 südwärts nun in 24 Monaten fertiggestellt werden – immerhin mehr als 600 Meter Kaje. „Das ist sehr ambitioniert“, gibt Howe zu, ist sich aber sicher, dass es gelingen werde. Während der Bauzeit soll das Kreuzfahrtgeschehen so wenig wie möglich behindert werden. Deswegen finden die Rammarbeiten schon im Spätherbst dieses Jahres sowie im frühen Frühjahr 2022 statt – noch vor der neuen Kreuzfahrtsaison.

Grünes Licht für Neubau der Columbuskaje

Foto: Lothar Scheschonka

Wir denken, dass die Kreuzfahrtbranche wieder in Schwung kommen wird.

„Außerdem haben wir ein Agreement mit der Firma Heuer, dass während der Bauarbeiten die Kreuzfahrtschiffe auch deren Kaje mitnutzen können“, erzählt der Bremenports-Geschäftsführer. So könnte dann neben einem 320-Meter-Kreuzfahrtschiff auch noch ein zweites, kleineres anlegen. Ende September 2023 sollen die Bauabschnitte eins und zwei fertig sein. Dann kann der dritte Abschnitt mit 215 Meter Länge folgen. Bauzeit hier: etwa ein Jahr.

80 Millionen Euro Baukosten

„Zur Kreuzfahrtsaison 2025 haben wir dann eine moderne Universalkaje, an der große Schiffe auch bei Sturm anlegen können“, sagt Howe. 80 Millionen Euro Baukosten sind dafür veranschlagt. Die neue Kaje ist dann auch für Kreuzfahrtschiffe der neuesten Generation geeignet. „Wir denken, dass die Kreuzfahrtbranche wieder in Schwung kommen wird. Dafür sind wir dann vorbereitet“, meint Howe.

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Modern soll aber nicht nur die Kaje sein, sondern auch das Terminal an Land. Auch hier ist ein Neubau geplant. Hier müssen jedoch erst die genauen Kosten ermittelt werden. Zudem muss auch die Politik noch zustimmen. „Wenn alles gut läuft, könnte auch das neue Terminal pünktlich zur Saison 2025 fertig sein“, schätzt Howe. Am Ende habe man in Bremerhaven eine moderne Infrastruktur für mindestens weitere 40 Jahre.

Drehbrücke als Schluss-Stein

Als Sahnehäubchen könnte zur Kreuzfahrtsaison 2025 auch der Ersatz für die alte Drehbrücke fertig sein. Diese wird bis zum Neubau übergangsweise durch eine Fähre als Pontonlösung ersetzt. „Die neue Brücke wäre dann quasi der Schluss-Stein des gesamten Ensembles“, sagt der Bremenports-Chef.

Christoph Bohn

stellv. Redaktionsleiter SONNTAGSjOURNAL

Christoph Bohn (Jahrgang 1968) ist in Bremerhaven geboren und im Cuxland aufgewachsen. Er hat in Bremen Wirtschaftswissenschaft und Politik studiert und ist Diplom-Ökonom. Nachdem er zweieinhalb Jahre als Controller beim Hanstadt Bremischen Hafenamt gearbeitet und nebenbei schon frei als  Journalist für die NORDSEE-ZEITUNG gearbeitet hatte, entschloss er sich zu einem Volontariat (1998-2000). Danach fing er als Redakteur beim SONNTAGSjOURNAL an (Schwerpunkte: Wirtschaft und Landkreis Cuxhaven).

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