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Diese selbst gemixten Durstlöscher sind perfekt für den Sommer

Glühend heißer Sonnenschein, ein Zischen und das Geräusch eines Sprudelgetränks, das die durstige Kehle hinabläuft. Die Werbung arbeitet schon lange mit einem Gefühl, das wohl jeden bei steigenden Temperaturen bereits erwischt hat: Durst. Im Sommer mächtiger als zu jeder anderen Jahreszeit. Wie sich der Durst an heißen Tagen auf gesunde Weise stillen lässt, weiß Ernährungsberaterin Diana Haack.

Gurke, Minze, Beeren – Diana Haack zeigt, wie gesunde Getränke aussehen können.

Gurke, Minze, Beeren – Diana Haack zeigt, wie gesunde Getränke aussehen können.

Foto: Andrea Lammers

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In der Projekt-Küche der Krankenkasse AOK breitet sich ein köstlicher Duft aus. Er entstammt der Bio-Gurke, die Diana Haack gerade in knackig-grüne Scheiben schneidet. Abgerundet wird das Erlebnis durch das Aroma roter Johannis-Beeren und frischer Pfefferminze. Theoretisch könnten jetzt auch noch ganz andere Gemüse- und Obstsorten vor sich hin duften. „Limette, Rosmarin – der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt“, sagt die Mitarbeiterin der AOK und versenkt einige der Gurkenscheiben in einer Glaskaraffe, gibt einige der frischen Pfefferminz-Blätter hinzu und füllt das Ganze mit kühlem Wasser auf.

Hauptsache: kein Zucker

„Erlaubt ist alles, was einem schmeckt. Hauptsache, man setzt keinen Zucker zu und verwendet natürliche Aromen aus Gemüse oder Obst.“ Sogar Dinge, an die man eventuell so gar nicht in Zusammenhang mit gesunden Durstlöschern, sondern eher mit weihnachtlichem Gebäck denken würde, wie Zimt oder Vanille, könnten ihren Weg in die Wasser-Karaffe finden. Der gesunde Durstlöscher, den Diana Haack gerade zubereitet hat, besteht definitiv den Praxis-Test, geschmacklich und, so die Fachfrau in Sachen Ernährung, auch den Gesundheitstest. Denn: Wasser ist definitiv der gesündeste Durstlöscher.

Aber wie steht es um die in der Werbung gepriesenen Softdrinks? Diana Haack schüttelt den Kopf: „Sehr viele leere Kalorien, die nicht satt machen, sondern eher hungrig, da sie Blutzuckerschwankungen verursachen. Ein Liter Süßgetränk enthält fast 500 Kalorien. Das ist in etwa so viel wie eine Tafel Schokolade.“

Und wie steht es um die kalorienreduzierten Softdrinks? „Zero- oder auch Light-Getränke enthalten Süßstoff, der keine Kalorien enthält und in normalen Mengen auch nicht gesundheitsschädlich ist. Aber Süßstoffe erhöhen die Süßschwelle. Man gewöhnt sich an den zuckrigen Geschmack.“ Cola, auch die ohne Kalorien, sei außerdem nicht gut für die Knochen, da sie Phosphorsäure enthält, die verhindert, dass Kalzium in die Knochen eingelagert werden kann. „Wer viel Cola trinkt, hat ein höheres Risiko für Osteoporose.“ Richtig gesunde Durstlöscher seien dagegen Wasser, ungesüßter Tee, sogar drei bis vier Tassen Kaffee pro Tag, stark verdünnte Saftschorle und natürlich das selbst aromatisierte Wasser.

Kälte belastet den Kreislauf

„Es ist ganz wichtig, regelmäßig über den Tag verteilt zu trinken“, sagt Diana Haack und fügt hinzu: „Die Getränke sollten nicht allzu kalt sein, denn das belastet den Kreislauf. Je größer der Unterschied zur Körpertemperatur, desto mehr muss der Körper arbeiten und erhitzt sogleich wieder.“ Generell ist das Trinken an heißen Tagen aber besonders wichtig, weil „bei hohen Temperaturen Flüssigkeit ausgeschwitzt wird, die dann entsprechend wieder aufgefüllt werden muss“.

Grundsätzlich sollten Menschen ab 15 Jahren täglich eineinhalb bis zwei Liter täglich trinken. Flüssigkeit sei an den meisten Prozessen im Körper beteiligt: „Transport von Nährstoffen, Hormonen und Stoffwechselprodukten im Blut, Ausscheidung von Giftstoffen über die Niere, Wachstum“, zählt die Beraterin auf. Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme und Leistungsabfall seien die Folgen, wenn dem Körper zu wenig Flüssigkeit zugeführt werde.

Andrea Lammers

Reporterin

Andrea Lammers (Jahrgang 1968) ist in Bremerhaven geboren und aufgewachsen. In Bremen hat sie Rechtswissenschaften studiert. Das Jonglieren mit Buchstaben erschien ihr jedoch erheblich spannender als das mit Paragrafen. Deswegen volontierte sie bei der NORDSEE-ZEITUNG. Seit 1999 arbeitet sie als Redakteurin beim SONNTAGSjOURNAL.

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