NORD|ERLESEN Grußbrücke

Grußbrücke: Dreieinhalb Jahre Budapest – jetzt naht die Versetzung

Ungarn: Kerstin Suhlings Zeit in Budapest neigt sich dem Ende zu. Ihr nächster Einsatzort steht noch in den Sternen. Maryland: Karola Meyer verbringt schöne Tage mit Enkeln und Urenkeln. Kalifornien: Vera und Mike Morillo genießen die Zeit mit der Familie. Die beiden Enkelkinder, Addi und Jaxon, machen ihnen viel Freude.

Schloss Gödöllő

Wie einst Kaiserin „Sisi“ besuchte Kerstin Suhling das Schloss Gödöllő nordöstlich von Budapest.

Foto: privat

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Nachdem das Jahr 2020 keine Besuche bei mir in Budapest zuließ, hoffte ich auf einen Besucherstrom in diesem Jahr. Aber auch daraus wurde leider nichts, Corona ließ es auch in diesem Jahr noch nicht zu. Aber ich hoffe, dass ich zu Weihnachten mit Besuch aus Bremerhaven rechnen kann. Es wird ja auch mal wieder Zeit!

Denn in den letzten beiden Jahren war ich zu Weihnachten in Bremerhaven, da aufgrund der Reisebeschränkungen mich leider niemand besuchen durfte. In diesem Jahr aber hoffe ich sehr, dass es anders sein wird und ich mit Besuch aus Bremerhaven Weihnachten und Neujahr in Budapest verbringen kann. Alle bitte die Daumen drücken, dass es klappt!

Unsere Mini-Konzertreise nach Skandinavien wurde mittlerweile auf September 2022 verlegt. Dies ist ja nun noch eine Weile hin und sicherlich werde ich dann schon auf meinem neuen Posten sein. Bis zum Sommer 2022 bin ich noch in Budapest. Ob es zurück nach Berlin geht oder ob ich noch einen weiteren Auslandseinsatz erhalten werde, steht noch in den Sternen! Da Budapest bereits mein dritter Auslandseinsatz in Folge ist, gehe ich aber stark davon aus, dass ich ab Sommer 2022 in Berlin meinen Dienst antreten werde. Aber warten wir es ab!

Wenn die Reise tatsächlich stattfinden wird, werden Uli, Ulla und ich viel Spaß dabei haben. Ich freue mich schon darauf. Die beiden Konzerte, Elton John in Hamburg und Simply Red in Budapest, wurden nun auch wieder verschoben. Elton John sogar auf Mai 2023 und Simply Red um ein weiteres Jahr auf den 1. Dezember 2022. Dann werde ich mit großer Wahrscheinlichkeit selbst nicht mehr in Budapest sein. Meine Kollegen, mit denen ich zum Simply-Red-Konzert gehen wollte, sind mittlerweile nicht mehr in Budapest. Somit werden wir uns im Dezember 2022 zum Konzert hier treffen. Budapest ist immer eine Reise wert.

Die Stadt zu Fuß erkundet

Da sich das Reisen aufgrund der Pandemie immer noch schwierig gestaltete, blieb ich in Budapest und erkundete weiterhin viel zu Fuß. Auch war ich sozusagen als „Stadtführerin“ unterwegs: So brachte ich Cordula, einer Kollegin und Freundin, die ihr Auslandspraktikum in Budapest durchführte, Budapest näher. Wir erkundeten die Stadt zu Fuß und kehrten zwischendurch entweder auf einen Kaffee und Kuchen in eines der unzähligen Cafés oder am Abend in Bistros beziehungsweise Restaurants ein. Wir hatten viel Spaß!

Da die Kettenbrücke wegen Restaurierung komplett gesperrt ist, muss man entweder die Margareten-Brücke oder die Elisabeth-Brücke nehmen, um zu Fuß auf die Pester Seite zu gelangen. Dies ist schon ein Umweg, aber so bleibt man wenigstens auch in Bewegung. Man merkt es aber schon, dass eine zentrale Brücke (eben die Kettenbrücke) zur Überquerung der Donau fehlt. Klar, man kann auch die öffentlichen Verkehrsmittel nehmen, aber ich bevorzuge sehr oft, zu Fuß zu gehen.

Ende Juni machte ich mich mit dem Auto auf den Weg nach Bremerhaven, rechtzeitig zum Geburtstag meiner Mutter Anfang Juli. Drei Wochen Urlaub gingen trotz Corona wie im Flug vorbei. Ich musste wegen einer Sprachprüfung noch kurz nach Berlin. So nahm ich meine Mutti auf diesem Kurztrip mit und wir hatten viel Spaß in Berlin.

Am 20. August fanden in diesem Jahr die Feierlichkeiten zum ungarischen Nationalfeiertag wieder statt. Man konnte viel Handwerkskunst bestaunen und kulinarische – ungarische und internationale – Köstlichkeiten zu sich nehmen. Die Feierlichkeiten dauern vier Tage, am 20. August gab es ein 30-minütiges Feuerwerk, welches sich über vier Kilometer erstreckte. Es war bombastisch! Und wie ihr euch vorstellen könnt, war es schwierig auf den Brücken, der Fischerbastei etc. einen guten Platz zu ergattern. Viele nahmen bereits am Nachmittag auf den Bürgersteigen der Brücken Platz und verteidigten ihren Platz. Wir haben uns das Spektakel von der Pester Seite aus angesehen. Viele berühmte Gebäude wurden in den ungarischen Farben angestrahlt.

Ein Ausflug nach Österreich

Ende August unternahmen Cordula und ich einen Ausflug nach Österreich, an den Neusiedler See. Dieser See liegt an der ungarisch-österreichischen Grenze, nur circa eindreiviertel Stunden von Budapest entfernt. Wir fuhren an einem Freitag gleich nach Dienstschluss los und übernachteten in Mörbisch am See, wo normalerweise im Sommer die berühmten Seefestspiele auf der Seebühne stattfinden. Wir hatten ein sehr schönes Hotel im Familienbetrieb gebucht. Dort gab es ein wunderbares Frühstücksbuffet, unter anderem mit vielen Produkten aus Eigenherstellung. Auf dem Rückweg nahmen wir eine andere Strecke über St. Margareten im Burgenland nach Ungarn, so dass ich Cordula auch die Gedenkstätte des Paneuropäischen Picknicks in der Nähe der ungarischen Stadt Sopron (auf deutsch: Ödenburg) zeigen konnte. Dort fand im August 1989 die bekannte Friedensdemonstration statt und die Grenze zu Österreich wurde geöffnet. Was daraus entstand, ist uns allen ja bekannt und gehört zur deutschen Geschichte. Auch fuhren wir weiter nach Fertőd, um dort das Schloß Esterházy zu besichtigen. Es ist eine wundervolle Schloss- und Parkanlage. Dieses Schloss zählt zu den größten Rokokoschlössern in Ungarn und ist Teil des Weltkulturerbes. Im dortigen Café „Esterházy“ bestellten wir – wie sollte es auch anders sein – eine „Esterházy“-Torte.

Das Schloss Esterházy.

Das Schloss Esterházy.

Foto: privat

Kurz vor Cordulas Abreise fuhren wir im September mit dem Vorort-Zug zum Schloss Gödöllő, die bevorzugte Residenz von Kaiserin „Sisi“. Ich kannte dieses Schloss schon, da ich es mit meiner Mutti im Sommer 2019 besucht hatte. Schloss Gödöllő ist mit dem Zug von Budapest aus in 45 Minuten zu erreichen. Gödöllő ist auch ein unbedingtes „Muss“, wenn man in Budapest weilt – und das wollte Cordula sich nicht entgehen lassen!

Ende September fand das Weinfestival im Burgviertel statt. Ich hatte mich an dem Sonnabend mit Kollegen am späten Nachmittag dort verabredet. Der Einlass wurde streng kontrolliert. Man musste Impfausweis beziehungsweise Test vorzeigen. Das Burgviertel ist für solch ein Event der ideale Ort! Das Festival war auch sehr gut besucht.

Im Oktober fuhr ich mit meinem Auto kurz nach Deutschland, aber nicht Richtung Bremerhaven, sondern Richtung Erlangen. Dort war Ursula aus Rio de Janeiro zu Besuch bei ihren Freunden. Ich verbrachte ein verlängertes Wochenende dort. So habe ich Erlangen, Bamberg und Nürnberg kennengelernt. Und Ursula hatte ich seit meinem letzten Besuch in Rio de Janeiro im Oktober 2019 nicht mehr gesehen.

Nur die besten Grüße

Am 27.10.2021 traf ich mich mit Johanna und Gerold in Budapest. Sie machten eine Donaukreuzfahrt von Passau aus mit Stopp natürlich auch in Budapest. Das war unerwarteter Besuch aus der Heimat! Wir hatten uns so einiges zu erzählen!

Ende Oktober bekam ich ganz unerwartet Besuch von meiner Freundin Isabelle aus Brüssel. Wir hatten uns während der Zeit in Kigali (Ruanda) kennengelernt und der Kontakt ist nicht abgebrochen. Sie kam für fünf Tage nach Budapest. Unter anderem waren wir in dem berühmten Gellértbad. Man mag es kaum glauben, aber es ist wahr: Das war das erste Mal, seitdem ich in Budapest bin, dass ich in einem der vielen Thermalbäder war! Aber vieles ist leider auch der Pandemie geschuldet. In die anderen Bäder werde ich auch noch gehen; ein wenig Zeit bleibt mir ja noch! Vor kurzem war ich im Theater und habe mir die Operette „Das Land des Lächelns“ angeschaut. Es hat mir sehr gut gefallen. Natürlich war es auf Ungarisch. Ich war erstaunt, wie gut meine Ungarisch-Kenntnisse doch schon sind. Ungarisch gehört zu den schwersten Sprachen der Welt! Und ich kann sagen, es ist schwer, aber – wie ich finde – auch eine sehr schöne Sprache!

Ich wünsche meiner Mutter Irene Suhling, meinen Geschwistern Ralf Suhling und Birgit Suhling sowie Olaf Suhling und Nicole Jürgens, Familie Helga und Günter Schnakenberg, Ulrike und Horst Geithe, Ulla Weckmann, Uschi Giere und Bernd Pfeiffer, Eva und Helmut Tiedge mit Lisa und Miriam, Kerstin Schmidt und Henner Bartels in Hamburg, Silke und Frank Köhler mit Karsten, Meike Müller und Otto Henssler in Berlin, Cordula Funk in Berlin, Astrid Pummer und Laci in Wien, Silke Reinberger und Familie, Christina und Matthias Minnemann in Kiel, Claudia Völzke und Manuel Müller mit Marcus in Madrid, Familie Süß, Familie Elke und Lothar Schmidt, Marlies und Walter Jürgens, Familie Marga und Karl Doil, Wilfried Warneke, Gabriela und Michael Müller mit Tanja, Stella und Michael Fink mit Sina und Marvin, Andrea und Frank Hoyer mit Luisa und Inja, Gertrud Orth samt Familie, Monika Weiland samt Familie, Frau Elisabeth Seehausen sowie den Nachbarn meiner Mutter und all denjenigen, die ich vergessen haben sollte zu erwähnen, ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest sowie einen guten Rutsch in das Jahr 2022! Und nicht zu vergessen: Bleibt gesund!

Einen großen Dank verbunden mit frohen und gesegneten Weihnachts- und Neujahrsgrüßen gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der NORDSEE-ZEITUNG, die trotz der schweren Zeit auch in diesem Jahr die Grußbrücke wieder möglich machen!

Kerstin Suhling
Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
Ùri utca 64-66
1014 Budapest/Ungarn
Mail: kerstinha@gmx.net

1. Kapitel

„Ich bin viel unterwegs“

Ich lebe jetzt schon 62 Jahre in Amerika. Es ist meine Heimat, aber dass ich in Deutschland geboren bin, werde ich nie vergessen. Mein Heimatland.

Im vergangenen Jahr ist ja viel in der Welt passiert, aber im Allgemeinen haben meine Familie und ich ein gutes Leben. Ich bin vor zwei Monaten nach Texas geflogen und habe meine Enkelkinder und meine drei Urenkel besucht. Wir hatten eine sehr schöne Zeit.

In zwei Wochen fliege ich nach North Carolina, um meine jüngste Tochter zu besuchen. Dort treffe ich auch zwei Enkelkinder. Ich freue mich schon sehr darauf. Ich bin viel unterwegs.

Viele liebe Grüße an meinen Bruder Walter Brockmann und Familie, meine Freundin Marlis und ihren Mann Günter Kieslich. Grüße an alle meine Klassenkameraden. Frohe Weihnachten!

Karola Meyer (geb. Brockmann)
4600 Coastal Blvd.
White Plains, Maryland 20695, USA

2. Kapitel

Die Enkel wohnen nur fünf Minuten entfernt

Es ist kaum zu glauben, wie schnell das Jahr wieder vorbeigerauscht ist. Wir sind so dankbar, dass unsere beiden Enkelkinder nur fünf Minuten von uns weg wohnen, und haben so viel Spaß, wenn wir Zeit mit der Familie verbringen können.

Unser kleiner Enkelsohn Jaxon ist am 16. Oktober 1 Jahr alt geworden und läuft auch schon. Addi ist jetzt schon 8 Jahre alt! Wir genießen die Wochenenden, um sie beim Fußball anzufeuern. Sie spielt in einem Club-Team und hat viele Turniere, die manchmal ein paar Stunden entfernt sind, aber das macht uns nichts aus. So kommen wir wenigstens raus aus der Bude.

Familie Murillo am Hume Lake

Die Murillos haben einen schönen Urlaub mit der ganzen Familie am Hume Lake, einem Stausee im Sequoia National Forest, verbracht.

Foto: privat

Covid überschattet das Leben für viele, aber wir versuchen trotzdem, das Beste draus zu machen – trotz vieler Einschränkungen.

In ein paar Tagen ist Thanksgiving und bevor man sich versieht, ist auch schon wieder Weihnachten. Wir wünschen allen Freunden, Familie und ehemaligen Kollegen Gesundheit und ein tolles neues Jahr 2022!

Von den Murillos aus Kalifornien

Grußbrücke 2021

Karte: maps4news.com/©OSM

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