Wurster Nordseeküste

Dorum-Neufeld: Schwierige Verkehrssituation auf Sieltrift

„Die Verkehrssituation auf der Sieltrift am Dorumer Tief vom Schwarzen Wehl bis zum Deich ist im höchsten Maße gefährlich.“ Mit diesen eindringlichen Worten beginnt ein Antrag der Grünen, der im Dorumer Ortsrat für lange Diskussionen sorgte.

Im Vordergrund steht ein Fahrrad an einer Bank, im Hintergrund das Wattenmeer und der Leuchtturm Obereversand.

Wer über die Sieltrift in Dorum-Neufeld zur Hochsaison mit dem Rad ans Wasser will, brauche starke Nerven.

Foto: Archiv

Auf der Strecke zu den Touristischen Highlights in Dorum-Neufeld begegneten sich viele Verkehrsteilnehmer: Fußgänger mit Kindern, Bollerwägen, Rollatoren und Hunden, Autos, Lieferwagen, Motorräder und Wohnwagen.

Radfahrer, die auf den Fuß- und Radwegen keinen Platz fänden, müssten ausweichen oder würden von vornherein auf der Straße fahren. Um diese Situation zu entschärfen, solle der Ortsrat Dorum beschließen, einen Antrag an den Gemeinderat für die Einrichtung einer Pop-up-Fahrradstraße für die Sieltrift vom Schwarzen Wehl bis zum Deich zu stellen.

Lange Diskussionen

Eine Pop-up-Fahrradstraße ist eine kurzfristig eingerichtete Fahrradstraße, die für mehr Platz und Sicherheit im Straßenverkehr sorgen soll. Laut Antrag solle in diesem Fall „Fahrradstraße“ bedeuten, dass Radfahrer auf der Straße Vorfahrt/Vorrang haben. Andere motorisierte Verkehrsteilnehmer würden die Straße weiterhin benutzen, nur in nachrangiger Berechtigung.

„Darüber haben wir sehr lange diskutiert“, sagte Dorums Bürgermeisterin Hanna Bohne (CDU), „und die Meinungen gingen weit auseinander.“ Wenn auf der Fahrbahn noch ein Streifen für Fahrräder installierte werden würde, würde es auf der Straße „sehr eng werden“. Auch, dass sich sämtlicher Verkehr hinter Fahrrädern einordnen müsste, stieß nicht auf Begeisterung.

„Wir wurden von Anwohnern und Gastronomen oft zu der Verkehrssituation angesprochen. Zur Rush Hour, wenn dann auch die Touristen da sind, herrscht reinstes Chaos“, sagte Jan-Hendrik Sibberns von der Ortsgruppe von Bündnis 90/Die Grünen nach der Sitzung, „Man steht aufm Deich und denkt: ‚Welch ein Glück, dass noch nie was Ernsthaftes passiert ist.‘“ Die Ortsgruppe sehe auf der engen Straße nur die Möglichkeit, schwächeren Verkehrsteilnehmern Vorrang zu erteilen. Im Idealfall befänden sich auf beiden Seiten durch gestrichelte Linien gekennzeichnete Radwege, es herrsche ein Parkverbot und Autos wären nachrangig unterwegs.

Positiv sei gewesen, dass auch die anderen Mitglieder anerkennen würden, dass es eine schwierige Verkehrssituation sei. Deswegen stimmte der Ortsrat für einen veränderten Beschluss: Der Ortsrat bittet darin die Gemeinde, zu prüfen, wie sich die Situation auf der Sieltrift verbessern lässt. Erfahrungen aus anderen Kommunen und Bevorzugung des Radverkehrs sollen mit einfließen. „Und vielleicht kommt am Ende ja wieder eine Fahrradstraße raus“, sagte Sibberns und lacht.

Katja Gallas

Reporterin

Katja Gallas ist seit Januar 2022 als Reporterin im Cuxland unterwegs. Nach ihrem Studium der Skandinavistik und Europäischen Ethnologie in Freiburg und dem Master Kultur – Sprache – Medien in Flensburg, volontierte sie bei der NZ und arbeitete als Online-Redakteurin.

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