Um den Eltern eine ungestörte Aufzucht zu ermöglichen, hat Schöne bei der Polizei angerufen, um Absperrungen für den Stall zu bekommen. „Wenn die Tiere in der Anfangszeit Stress ausgesetzt sind, kann es vorkommen, dass sie ihre Jungen fressen“, erklärt er diesen notwendigen Schritt.
Zoobesucher hätten mit Verständnis reagiert. Jetzt, nach rund drei Wochen, können sie Anteil am Nachwuchs haben, der noch die Augen geschlossen hat. Erst zwischen dem 35. und dem 40. Tag werden sich bei den kleinen Fellbündeln die Augen öffnen.
Bei der Aufzucht wird Hera von Ares unterstützt: „Bei den Zwergottern haben die Frauen das Sagen“, sagt Schöne und lacht. Ares wärmt die Kleinen, massiert ihnen mit der Zunge den Bauch und leckt den Milchkot weg. Und wenn er kurz das Häuschen verlässt, deckt er sie ab und mit einer Fuhre Heu schützend zu. Eine Fußbodenheizung sorgt dafür, dass für die Otter im Stall eine Temperatur zwischen zwölf und 13 Grad garantiert ist.
Nachts werden die Tore geschlossen. „Wir wollen verhindern, dass Hera die Jungen nachts hinaus nimmt und sie erfrieren könnten“, erklärt der Zootierarzt.
Im Juni kamen die beiden Eltern in der Seestadt an und mussten getrennt die Quarantänestation überwinden. Hera stammt aus Duisburg, Ares aus Rotterdam. Verständigungsschwierigkeiten gab es bei ihnen nicht. Im August bezogen sie ihr 70 Quadratmeter großes Gehege. „Hera war schüchtern, aber Ares hat sie angespornt, alles zu erkunden“, erinnert sich Schöne.
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