15 Leser der NORDSEE-ZEITUNG besichtigen bei „NZ+Ich“-Aktion das Müllheizkraftwerk der BEG. Foto: Brocks
15 Leser der NORDSEE-ZEITUNG besichtigen bei „NZ+Ich“-Aktion das Müllheizkraftwerk der BEG. Foto: Brocks

Wo aus Abfallbergen Energie entsteht

Bremerhaven. Beim Blick in den Müllbunker verschlägt es manchem die Sprache: Hunderte Tonnen Abfall türmen sich in dem mehr als 20 Meter tiefen Loch. Im Müll-Heizkraftwerk der Bremerhavener Entsorgunggesellschaft (BEG) werden tagtäglich Abfälle aus Privathaushalten und Gewerbebetrieben verbrannt. Was mit dem Müll nach der Anlieferung passiert, konnten 15 Leser der NORDSEE-ZEITUNG bei einer „NZ+Ich“-Aktion mitverfolgen.

Abfall brennt mit mindestens 850 Grad

In der gläsernen Kanzel hoch über dem Müllbunker behalten zwei Kranführer den Überblick. Sie verfolgen aufmerksam, was alles in den Bunker fällt und vermischen mit dem Müllgreifer Haus- und Sperrmüll. Bis zu fünf Tonnen davon befördern sie anschließend mit dem Greifer in die Verbrennungsöfen. Je besser die Mischung aus gut und weniger gut brennbaren Abfällen, desto einfacher ist die Verbrennung in den Kesseln – und die Energieproduktion.

Denn im Müll steckt Energie: Der Abfall brennt mit mindestens 850 Grad, erhitzt Wasser in den Rohren. Der Wasserdampf wird genutzt, um Turbinen anzutreiben, so können Strom und Fernwärme gewonnen werden. „Wir können den Wärmebedarf an Heizwasser in der Stadt zu 30 Prozent decken, den Strombedarf zu zehn Prozent“, erklärt BEG-Mitarbeiter Torben Steckbeck.

„Erschreckend, was so anfällt“

Verbrannt wird nicht nur Abfall aus Bremerhaven und dem Landkreis Cuxhaven. Auch die Städte Cuxhaven und Emden sowie der Landkreis Verden sind BEG-Kunden. Die Anlieferungen der Privatleute und Firmen werden mehrfach geprüft: „Beim Inhalt der grauen Tonnen aber müssen wir uns darauf verlassen, dass die Bürger alles richtig machen“, sagt Steckbeck und bittet um ordnungsgemäße Mülltrennung.

„Die Müllberge sind ja schon enorm. Erschreckend, was so anfällt“, sagt Besucher Martin Müller. Besonders spannend sei, ergänzt Ehefrau Renate Müller, der Besuch in der Krankanzel gewesen: „Wie der Fahrer von oben den Greifarm dirigiert und alles umschichtet, ist schon beeindruckend.“ (akb)