Von allem ein bisschen

Es duftet verführerisch nach Schokolade und frisch Gebackenem: „Da möchte man am liebsten sofort reinbeißen“, sagt NZ-Leser Tobias Simon beim Anblick der „Easter Egg Brownies“, die Michaele Reinhardt aus dem Ofen holt. Bei einer „NZ+Ich“-Aktion konnten zwölf Abonnenten der NORDSEE-ZEITUNG einen Blick hinter die Kulissen der Wremer Backstube „Brownies & Cookies“ werfen – und beim Backen und Dekorieren mithelfen.

Seit Frühjahr 2012 verkaufen Michaela und John Reinhardt Selbstgebackenes unter dem Slogan „Jeder Krümel ein Genuss“. „Zuerst haben wir nur für Familie und Freunde gebacken“, erzählt Michaela Reinhardt. Später habe ihr Mann die handgemachten Kekse auch hübsch verpackt als Präsente an Kunden seiner damaligen Firma verschenkt. „Das kam so gut an, da war unsere Geschäftsidee geboren“, sagt John Reinhardt, dessen Eltern einst nach Amerika auswanderten und später wieder nach Deutschland zurückkehrten.

Durch die Freundschaft zum Wremer Bäcker Holger Dahl wurde der Cookie-Traum Realität. „Immer, wenn er Feierabend gemacht hat, hat meine Frau die Backstube in Beschlag genommen“, sagt John Reinhardt und lacht. Nachdem der Handwerksmeister seine Bäckerei im vergangenen Jahr aus Altersgründen aufgab, übernahmen Reinhards die Räumlichkeiten komplett. „Fast wie zu Hause“, staunen die Leser beim Anblick der verhältnismäßig kleinen Backstube. Große Maschinen gibt es hier nicht, fast alles ist Handarbeit: „Das Rühren überlasse ich allerdings der Küchenmaschine“, sagt Michaela Reinhard und lacht. Ganz anders als ihr Schwiegervater: „Er hat wirklich alles mit der Hand gemacht und den Backofen auch nie aus den Augen gelassen“, erzählt Michaela Reinhardt.

Gebacken wird nach Geheimrezepten von John Reinhardts Familie: „Ich habe die Rezepte aber ein wenig angepasst“, sagt Michaela Reinhardt. Vor allem die Zuckermenge habe sie in fast allen Rezepten reduziert: „Unsere Brownies und Cookies sind süß, aber nicht amerikanisch süß“, sagt John Reinhardt. Für die Osterei-Brownies braucht es neben Zucker und Ei auch „ein bisschen Butter, ein bisschen mehr Schokolade“ – und einige andere geheime Zutaten. „Brownie-Teig sollte schön fluffig sein“, gibt Michaela Reinhardt den NZ-Lesern einen Tipp für zu Hause. Der Brownie selbst sollte dann innen weich und soft sein. In der Osterzeit füllt Michaela Reinhardt den Teig gerne in eiförmige Silikonformen – „schmeckt nicht anders, sieht aber nett aus“.

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NZ+Ich Brownies&Cookies

Die Aufgaben in der Wremer Backstube sind klar verteilt: Michaela Reinhardt kümmert sich um Brownies, Cookies und Co., ihr Mann ist für die Produktion seines berühmten „Hudson Valley Eggnog“ zuständig. Mehrere Schachteln Puderzucker, viel Ei und viel Sahne braucht er für den Sahnelikör. Hinzu kommen, soviel sei verraten, zwei Flaschen Whiskey und eine Flasche Likör. „Je mehr Zeit man sich nimmt und je mehr Ruhe man hat, desto besser schmeckt es am Ende“, betont der Deutsch-Amerikaner.

Zeit und Ruhe braucht es auch beim Dekorieren der „Easter Egg Brownies“: Erst werden diese mit Schokolade glasiert, anschließend beschriftet Michaela Reinhard sie mit Zuckerschrift. Ihr Talent als Dekorateure dürfen dann auch die „NZ-Leser“ beweisen: „Gar nicht so einfach“, muss Tobias Simon feststellen. „Ich finde die Aktion super, weil ich schon seit meiner Kindheit gerne backe“, sagt der 27-Jährige. „Von mir hat er das nicht. Meins war es noch nie“, verrät Mutter Regina Simon und lacht.

„Ich backe total gerne und probiere auch sehr viel aus“, sagt Stefanie Zander. Ihre Brownies seien bisher allerdings meist recht trocken geraten: „Demnächst fülle ich den Teig auch mal in kleine Formen“, so die 35-Jährige. Auch Mutter Ingrid Giese wird dann sicherlich mitbacken: „Die Brownie-Eier schmecken so fluffig und schokoladig. Da schmeckt man, wie viel Mühe darin steckt“, lobt die 60-Jährige. (akb)