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Er kann vernünftige, aussagekräftige Aufnahmen vom Haus machen und sie richtig interpretieren. Außerdem wird ein seriöser Anbieter seine Untersuchungsergebnisse erläutern und mit dem Hausbesitzer die nächsten Schritte klären – ein absolutes Muss.
Die Thermografie ermöglicht den Blick hinter die Fassade und zeigt das, was mit bloßem Auge nicht zu sehen ist. Dazu setzt der Sachverständige eine spezielle Wärmekamera ein. Sie erkennt die unterschiedlichen Oberflächentemperaturen. Diese werden in verschiedenen Farbstufen umgesetzt: Warme Bereiche, wo Energie verloren geht, sind in gelben bis roten Tönen dargestellt, die kühlen dagegen in Blau.
Die Thermografie ist wie der Blower-Door-Test (siehe oben) ein gutes Kontrollinstrument schon bei Neubauten. Nach Erfahrungen des Verbandes Privater Bauherren haben mehr als 70 Prozent aller Neubauten energetische Mängel. Das liege nicht nur an einer fehlerhaften Planung, sondern auch an der handwerklichen schlechten Ausführung auf der Baustelle.
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser – dieser Spruch gilt deshalb bei Neubauten, aber auch bei der Sanierung von Altbauten. Der Bremerhavener Energieberater Robert Schimweg zum Beispiel hat gerade ein Haus kontrolliert, für das die Thermografie eindeutig verrät, dass die Fassadendämmung nicht richtig angebracht wurde. Die Thermografie bietet sich auch an, wenn zum Beispiel eine Kerndämmung überprüft werden soll.
Doch schon bei der Planung einer Altbausanierung helfen diese Spezialkameras. Sie spüren Wärmebrücken zum Beispiel an Fensteranschlüssen auf, die bei den Bauarbeiten möglichst beseitigt werden müssen. Wärmebrücken kosten unnötig Energie. Außerdem schlägt sich an den kalten Bauteilen Feuchtigkeit nieder – der Nährboden für Schimmel.
Die Thermografie entdeckt auch verrutschte Dämmstoffbahnen in der Dachschräge oder Feuchteschäden in der Dachdämmung. Feuchte Dämmstoffe dämmen nicht richtig, ganz im Gegenteil, sie wirken wie Wärmebrücken.
Außenaufnahmen alleine reichen zur Beurteilung eines Gebäudes nicht aus. Zu einer seriösen Thermografie gehören immer auch Innenaufnahmen.
Aufwand und Preis für eine Thermografie hängen vom Haus ab. Die Verbraucherzentrale Bremen rechnet mit Kosten von 250 bis 400 Euro für Ein- bis Zweifamilienhäuser.
„Vorsicht bei Billiganbietern“, warnen die Verbraucherschützer. Möglicherweise sei mit dem günstigen Preis gleichzeitig eine Sanierungsmaßnahme verkauft, dann sei aber die Unabhängigkeit nicht mehr gegeben. Oder die Hausbesitzer bekämen lediglich die Bilder, in den Kosten seien aber Prüfbericht oder Beratung nicht berücksichtigt. (kik)
Vorsicht bei Billiganbietern. Verbraucherzentrale
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22. bis 30. Oktober |
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