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Neuer Wohnkomfort nach der Sanierung

Wann rechnet sich das Ganze? Wer sein Haus energetisch umkrempeln will, fragt sich das unweigerlich. Doch eine seriöse Antwort kann nur maßgeschneidert sein für das jeweilige Gebäude. Von Ursel Kikker

Christoph und Jutta Wulf* hatten einen Energieberater engagiert, gingen mit ihm die Sanierung durch, die Kosten, die Fördermöglichkeiten und die Energieeinsparung und auch die Amortisation. Doch entscheidend war eher etwas anderes als die Frage: Wann rechnet sich das Ganze?

„Wir wollten uns wohlfühlen in unserem Haus“, sagen die beiden Bremerhavener. Sie erzählen, wie Freunde regelmäßig bemerkten: „Es ist immer so kalt bei euch.“ – „Das sagen sie jetzt nicht mehr“, bemerken die Hausbesitzer schmunzelnd. Dabei hatten sie schon mit dem Gedanken gespielt, neu zu bauen. Doch das 1959 erbaute Einfamilienhaus, weitgehend unsaniert, wollte keiner kaufen. „Dann haben wir uns für unser Haus entschieden“, sagt Jutta Wulf. Die Substanz war gut, die Lage ebenfalls, also warum die 126 Quadratmeter nicht sanieren? „Für uns war wichtig, dass wir genügend Zeit haben, um den Kredit noch vor der Rente abzubezahlen“, sagt der Hausherr. Die öffentliche Förderung hilft der Familie dabei. Jutta Wulf: „Wir zahlen jetzt so viel wie für eine gute Wohnung, aber wir zahlen für unser Eigentum.“ Und das hat deutlich an Wert gewonnen.

Bremerhaven und die umliegenden Landkreise beherbergen viele Häuser wie dieses, gebaut in den 50er oder 60er Jahren. Das eine oder andere ist vielleicht erneuert worden, mehr aber nicht. Nur mit einer umfangreichen Sanierung kommen sie energetisch auf den Stand eines Neubaus. Der Kreditrahmen, den die KfW in ihrem Programm „Energieeffizient sanieren“ setzt, ist mit 75 000 Euro durchaus passend. Oft liegen die Amortisationszeiten irgendwo bei 20 Jahren. Damit rechnet auch Familie Wulf.

„Wenn, dann alles“

Die hat sich gesagt: „Wenn, dann machen wir alles, nicht, dass wir in fünf Jahren wieder irgendwo anfangen müssen.“ Neue Wärmeschutzfenster mit einem Uw-Wert von unter 1 wurden eingebaut, dazu kam eine Kerndämmung der Außenwand. „Als das fertig war, haben wir schon gemerkt, dass sich was verändert hat“, sagt Christoph Wulf. Von außen kam noch ein Wärmedämmverbundsystem an die Wände. Das Dach wurde ordentlich gedämmt und neu eingedeckt. Die neue Öl-Brennwertheizung unten im Keller plus Solarthermie auf dem Dach war ursprünglich nicht vorgesehen. „Das hätte mit dem Geld nicht gepasst“, sagt Jutta Wulf. Doch die beiden Bauherren bewiesen Ausdauer beim Einholen der Angebote. Sie fanden Handwerker, die nicht nur gute Arbeit ablieferten, sondern auch gute Preise machten. „Es ist unglaublich, wie groß die Unterschiede sind“, sagt Jutta Wulf, „ich kann nur jedem raten, sich dahinterzuklemmen.“ Am Ende landeten sie deutlich unter dem Ansatz: „Dadurch konnten wir auch die Heizung dazunehmen.“ Die verbessert die Energiebilanz um ein weiteres Stück.

„Man hat uns gesagt, wenn ihr 50 Prozent Heizöl einspart, dann seid ihr schon gut“, berichtet Christoph Wulf. 4000 Liter im Jahr gingen in dem Vier-Personen-Haushalt bisher durch. „Jetzt kommen wir mit 1200 oder 1300 Litern aus“, freut er sich nach zwei Wintern. Wenn das so weitergeht, wird ihre Rechnung noch schneller aufgehen. Gleichzeitig genießen die vier den neuen Wohnkomfort. Christoph Wulf: „Ich freue mich jedes Mal aufs Neue, wenn ich nach Hause komme.“

*Name von der Redaktion geändert

Artikel vom 08.04.11 - 12:00 Uhr
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