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Eine Rundumkur fürs Einfamilienhaus

Das Häuschen kuschelig machen und obendrein Energie sparen: Das klingt schon sehr verlockend. Doch wie teuer ist eine Rundum-kur fürs Haus eigentlich? Die gesetzlichen Vorgaben sind schließlich nicht ohne. Von Ursel Kikker

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Die Beispielrechnung für ein Einfamilienhaus, das sich von der Energieschleuder zum Energiesparer wandeln soll, soll helfen, ein Gefühl für die Sanierungskosten zu bekommen. Foto ls

Mit der jüngsten Energieeinsparverordnung (EnEV) von 2009 hat die Bundesregierung mit Blick auf ihre Klimaschutz-Ziele die energetischen Anforderungen an Neubauten, aber auch an die Altbau-Modernisierung noch mal verschärft. Wie also würde ein Energieberater wie Robert Schimweg für unsere Familie Mustermann rechnen?

Sie lebt in einem freistehenden Einfamilienhaus aus den 50er Jahren mit 131 Quadratmetern Wohnfläche. Dort kommt sie auf einen Energieverbrauch von mindestens 3600 Litern Heizöl pro Jahr. Doch Familie Mustermann möchte ihr Domizil auf Neubau-Niveau trimmen, es zu einem KfW-Effizienzhaus 100 machen. Entsprechend dieser Effizienzhaus-Typen vergibt die Förderbank zinsgünstige Darlehen oder Zuschüsse – und dass möchten die Bauherren nutzen.

Der Energieberater verordnet dem Haus eine Aufsparrendämmung (18 Zentimeter) und die Neueindeckung des Daches, mit 21 600 Euro einer der größten Brocken. Die zweischalige Außenwand bekommt eine Kerndämmung (3050 Euro), dazu ein 14 Zentimeter starkes Wärmedämmverbundsystem (19 700 Euro). Die neuen Kunststofffenster (mit einem Wärmedämmwert von Uw-Wert 1,0), eine neue Eingangs- und eine neue Nebentür (Uw-Wert 1,4) sind mit 9600 und 4400 Euro in der Kalkulation. Auch die Kellerdecke wird gedämmt. Eine neue Öl-Brennwertheizung mit thermischer Solaranlage sieht der Sanierungsplan ebenfalls vor (12 900 Euro). Dazu kommen mehrere kleinere Beträge, unter anderem für den sogenannten Blower-Door-Test zur Qualitätssicherung. Unterm Strich kommt Familie Mustermann so auf knapp 76 000 Euro.

Das alles am Ende auf einen Heizölbedarf von 860 Litern pro Jahr hinauslaufen.

Zur Finanzierung schöpft sie das KfW-Programm 151 (Energieeffizient Sanieren) aus. Das bietet einen zinsgünstigen Kredit bis 75 000 Euro (hier mit 2,9 Prozent eff.). Ein Tilgungszuschuss über rund 3600 Euro wird ebenfalls mitgenommen. Außerdem darf sie mit mehreren Zuschüssen rechnen: über „Bremerhavener modernisieren“ für die Dämmmaßnahmen und über die Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) für die Solaranlage.

Nach etwa 20 Jahren, so hat der Energieberater ausgerechnet, soll sich die Investition rechnen. Dabei ist er von einem Anstieg der Heizölpreise von sechs Prozent pro Jahr ausgegangen.

So oder ähnlich könnte die Rechnung aussehen. „Die Höhe der Zuschüsse hängt von der Effizienzhausstufe ab, die am Ende erreicht wird“, verweist Schimweg. Manchmal rechnet es sich für die Hausbesitzer, einen Zentimeter mehr Dämmung aufzulegen oder doch noch die Fenster auszutauschen. Eine Hauseigentümergemeinschaft in Langen ließ sich vorrechnen, dass es sich lohnt, doch noch eine Solaranlage aufs Dach zu packen. Die Energieeinsparung ist höher, die Effizienzhaus-Stufe besser und damit auch die Förderung. Wer Großes plant, kommt ohne solche Experten kaum aus.

Die Höhe der Zuschüsse hängt von der Effizienzhaus-Stufe ab, die am Ende erreicht wird.

Robert Schimweg, Energieberater

Artikel vom 07.04.11 - 12:00 Uhr
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