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Der Strom, der in meinem Haushalt aus der Steckdose kommt, ist herkömmlich und nicht „grün“. Ein Umstand, der für gelegentliche Gewissensbisse sorgt – schließlich sind die Preise für Ökostrom nicht unbedingt teurer. Wie ist es weiterhin um mein „grünes“ Gewissen bestellt?
In einer Kommode lagern kartonweise Glühbirnen aus einem Hamsterkauf, zu dem mich das ungemütliche Licht der Energiesparlampe in meiner Küche getrieben hat. Was bedeutet das für meinen Stromverbrauch? Ute Rigbers von der Verbraucherzentrale Bremen klärt auf: „Eine 60-Watt-Glühbirne, die täglich vier Stunden brennt, verbraucht im Jahr 87,6 Kilowattstunden – das sind circa 20 Euro Stromkosten. Eine 11-Watt-Energiesparlampe mit der gleichen Brenndauer im Jahr verbraucht 16 Kilowattstunden – das sind rund 3,50 Euro Stromkosten.“ Da die Energiesparlampen dazu acht bis zehn mal länger hielten, hätten sich die höheren Investitionskosten auf jeden Fall gelohnt. Also verschwende ich Energie und Geld für heimeliges Licht. Allerdings: Ich habe eine kleine Berührungslampe, die sich stufenmäßig abdimmt. Kann ich damit punkten? „Dimmer reduzieren auch den Energieverbrauch“, ist die Antwort von Ute Rigbers.
Mit meinem Wasserkocher in der Küche liege ich hingegen richtig. Wasser in einem Topf auf dem Herd zu erhitzen, dauere nicht nur länger, es sei zudem teurer. Beim Kaffeekochen rät Ute Rigbers dazu, den Kaffee in einer Thermoskanne warm zu halten und nicht auf der Warmhalteplatte der Kaffeemaschine.
Außerdem nutze ich einen Toaster. Richtig so, denn Weißbrot im Backofen zu rösten, verbrauche wesentlich mehr Strom. „Der Backofen muss erst aufgeheizt werden, was lange dauert und unnötig Strom frisst“, sagt Rigbers.
Im Wohnzimmer tummeln sich jede Menge Elektrogeräte. Fernseher, DVD-Spieler, Stereoanlage, Router. Darunter verstecken sich so einige Stand-by-Verdächtige. Wer frisst hier heimlich Strom? Beim DVD-Player leuchtet beim abgeschalteten Gerät noch die Lampe. Tatsächlich lässt sich manchen Geräten wohl nur mit dem Steckerziehen beikommen – was ich dann doch regelmäßig tue. „Diese Geräte laufen überwiegend alle im Stand-by-Betrieb weiter und verbrauchen somit Strom“, gibt mir Ute Rigbers recht. „Schaltet man nur den Stand-by-Schalter aus und lässt die Geräte noch an der Steckdose, benötigen sie immer noch Strom. Erst eine Steckerleiste mit einem An- und Ausschalter sorgt für einen wirklichen Null-Verbrauch.“ Mein Fernseher ist noch ein altes, properes Röhrengerät. Bedeutet in diesem Fall alt gleich Energiefresser? „Ein Röhrenfernseher muss nicht schlecht sein. Bei gleicher Bildschirmdiagonale verbraucht er ähnlich viel wie ein LCD-Gerät. Beim LCD-Fernseher kommt es auf die Größe an. Ein 17-Zoll-Gerät verbraucht etwa 60 Watt, ein 32-Zoll-Gerät 200 Watt“, klärt Ute Rigbers auf. Plasmageräte verbrauchen am meisten Strom. Hier gibt es allerdings große Schwankungen. Es gibt sparsame Geräte mit 170 Watt und größere Geräte mit 580 Watt.
Nun die Probe, meine Stromabrechnung in den Händen der Energieberaterin. Ute Rigbers lacht über meine 740 Kilowattstunden Jahresverbrauch: „Sie sind eine Kleinverbraucherin.“ Schon vieles richtig gemacht. Doch da geht noch mehr...
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