Nicht aus der Ruhe zu bringen: Schleiereule „Schnarchi“ ließ sich von Emma (4), Merle (7) und allen anderen NZ-Lesern streicheln. Foto Brocks
Nicht aus der Ruhe zu bringen: Schleiereule „Schnarchi“ ließ sich von Emma (4), Merle (7) und allen anderen NZ-Lesern streicheln. Foto Brocks

Streicheleinheiten für „Schnarchie“

Walsrode. „Ich glaub‘ ich hab ’nen Vogel“ – das dachten 30 Abonnenten der NORDSEE-ZEITUNG am Sonnabend bei einer „NZ+Ich“-Aktion im Weltvogelpark Walsrode. Mehr als 4000 Vögel tummeln sich in Volieren und Tropenhäusern, paddeln über die Teiche und wachsen in den Aufzuchtstationen heran. Bei einer exklusiven Führung konnten die NZ-Leser den Pflegern und Trainern über die Schulter schauen und kamen Greifvögeln, Papageien und Pinguinen ganz nah.

Die Frackträger nähern sich neugierig der Lesergruppe und schnappen sich blitzschnell die angebotenen Fische. Ein Pinguin aber ist besonders kontaktfreudig, lässt sich sogar streicheln: „Der ist ganz kuschelig und nur ein bisschen feucht“, staunt Emma Hillebrandt (4). Schwester Merle haben es besonders die quirligen Loris angetan: „Ich hatte ganz viele auf dem Kopf sitzen. Die haben sogar an meinem Rucksack rumgeknabbert. Total lustig!“, sagt die Siebenjährige und lacht.

Ein wenig scheuer ist Sekretär „Söckchen“. Der Vogel, dessen Bein nach einer Verletzung amputiert werden musste, kann dank einer Prothese wieder laufen – und sogar wieder jagen. „Sekretäre erlegen ihre Beute mit kraftvollen Tritten“, erklärt Pflegerin Janine Röhrs. Dass sie das wieder genauso gut kann wie ihre Artgenossen, beweist Söckchen auch den Lesern – allerdings nur an einer Stoffschlange.

Einige Vögel fliegen bei der Flugshow frei über die Köpfe der Zuschauer. „Damit dabei alles klappt, werden die Vögel behutsam an die Besucher und die Umgebung gewöhnt“, erklärt Tierpflegerin Janine Röhrs: „Jedes Tier hat einen eigenen Charakter.“ Schleiereule „Schnarchi“ etwa trägt ihren Namen nicht ohne Grund: Mit geschlossenen Augen sitzt sie auf der Hand ihrer Pflegerin und lässt sich von allen streicheln. „Schnarchi lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Das Energiesparen haben Greifvögel aber generell perfektioniert. Bei einigen bin ich schon froh, wenn sie zumindest einmal am Tag ihr Standbein wechseln“, erklärt die Tiertrainerin und lacht.

Ziemlich aufgeweckt dagegen sind die Papageien. Sie protestieren auch mal lautstark, wenn Pflegerin Alessa Eicke zu lange am Stück redet. „Papageien sind sehr soziale Tiere und sollten nie ohne Partner gehalten werden“, betont die Expertin. Papageien zu pflegen, sei eine Lebensaufgabe, immerhin können sie bis zu 80 Jahre alt werden.  „Die Vögel sind aber wunderbare Lehrer. Egal, wie man gelaunt ist: Bei der Arbeit mit den Tieren muss man immer Ruhe bewahren und ausstrahlen.“ (akb)