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Kollegen entscheiden über Wildcard

Bremerhaven. Gestern stieg Jan Rathjen, Manager der Eisbären Bremerhaven, noch ganz entspannt ins Auto, um sich auf die knapp 670 Kilometer lange Reise nach Ludwigsburg zu machen. Heute dürfte der Adrenalinspiegel des Managers um ein Vielfaches steigen. Denn heute geht es um den Verbleib des sportlichen Absteigers in der Basketball-Bundesliga (BBL).

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Von Oliver Riemann

Das Wohl und Wehe der Eisbären, die vier Jahre lang in der höchsten deutschen Spielklasse gespielt haben, hängt heute von einer „knapp 30 Minuten langen Präsentation“ ab, in der Rathjen den sportlichen Werdegang, die wirtschaftliche Entwicklung, aber auch einiges aus der Geschichte des Bremerhavener Basketballs vorstellen wird. „Wir sind gut vorbereitet und ich hoffe, dass wir heute den Zuschlag und damit die Wildcard für die kommende Saison bekommen werden“, so der Manager gestern.

Um 16.30 Uhr – sofern zuvor bei den Gesprächen der BBL-Tagung alles nach Plan läuft – kommt es zur Präsentation. Nur die Eisbären und der Bundesliga-„Dino“ – Gießen ist seit Gründung dieser Klasse dabei – bewerben sich um die Wildcard, um den einen freien Platz also.

„Die Reihenfolge, wer zuerst in die Bütt muss, wird ausgelost“, sagt BBL-Pressesprecher Dirk Kaiser zum Prozedere. Entweder es erwischt Rathjen oder seinen Gießener Kollegen Christoph Syring.

Prognosen abzugeben, wer am Ende als Sieger verkündet wird, ist schwer. Fest steht auf jeden Fall, dass sich die 15 stimmberechtigten Vereinsvertreter nach den Präsentationen zu Beratungen zurückziehen werden, um dann ihr Votum mitzuteilen.

Neben den Absteigern Bremerhaven und Gießen sowie Nördlingen sind auch die Vertreter der beiden Aufsteiger Mitteldeutscher BC und Hagen nicht stimmberechtigt.

Mit dem Votum der Manager wird sich dann die BBL-Gesellschafterversammlung beschäftigen, die endgültig beschließt, welcher Klub nach der Zahlung von 100 000 Euro auch in der kommenden Saison in der BBL spielen darf und wer in die Pro A absteigen muss. 74 Prozent der Stimmanteile der Gesellschafterversammlung entfallen auf den BBL-Präsidenten Dr. Thomas Braumann, 26 Prozent auf einen Vertreter des Deutschen Basketball-Bundes (DBB).

Braumann, da war doch was?

Richtig, der war, bevor er zum BBL-Präsidenten gewählt wurde, Beiratsvorsitzender bei den Eisbären. Einen Vorteil für den Ex-Klub möchte BBL-Sprecher Kaiser daraus nicht ableiten. „Bisher ist es noch nie vorgekommen, dass sich die Gesellschafterversammlung über den Beschluss der Vereinsvertreter hinweggesetzt hat“, weiß Kaiser. Daraus wird sich also kein Vorteil für die Eisbären ergeben. Den muss Rathjen mit seiner Präsentation herausholen, mit der er die Kollegen für sich gewinnen muss.

Somit werden also die 15 Kollegen eine Empfehlung abgeben, der sich die Gesellschafter anschließen werden. Eine einfache Mehrheit reicht einem der beiden Klubs.

Eine einfache Mehrheit, die für die Zukunft sehr bedeutsam sein wird – so oder so.

Heute geht es für die Eisbären in Ludwigsburg um die Wurst. Nur wenn sich die Bremerhavener im Wildcard-Verfahren gegen den anderen sportlichen Absteiger, die Gießen 46ers, durchsetzen, spielen sie auch in der kommenden Spielzeit in der BBL. Glauben Sie, dass die Eisbären gewinnen?

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Artikel vom 09.07.09 - 08:10 Uhr
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