Schon vor einem halben Jahr klagte Arnautovic darüber, dass ihm das Image eines „bad boys“ angehängt werde. Dabei habe er sich doch in der vergangenen Saison nichts zu Schulden kommen lassen, der Presse keinen Stoff für Negativschlagzeilen geliefert. Die kamen dann aber im Sommer, als Arnautovic im Heimaturlaub einen Polizisten übelst beleidigt hatte. „Was vor ein paar Wochen war, ist abgehakt“, sagt der Werder-Profi, der manchmal den Eindruck macht, mehr daran interessiert zu sein, neue Frisurentrends zu setzen, als sportlich den Durchbruch zu schaffen. „Kein Mensch ist ohne Fehler“, lautet seine lapidare Entschuldigung für unprofessionelles Verhalten.
Bei Werder glaubt man nach wie vor an das Potenzial des Stürmers, dem in seinen bislang 44 Bundesliga-Spielen neun Tore gelangen. Sportdirektor Klaus Allofs hat sich Arnautovic nach dem Vorfall mit dem Polizisten zur Brust genommen – nicht zum ersten Mal – und darauf gedrungen, dass sich der Österreicher aufs Wesentliche konzentrieren soll. Allofs setzt darauf, dass die Verantwortung als Familienvater – seine Frau Sarah erwartet in Kürze ein Kind – den 23-Jährigen auf den richtigen Weg führen wird. „Ich bin in letzter Zeit ruhiger geworden“, meint Arnautovic.
Die kommende Saison ist nicht nur für Werder, sondern auch für Arnautovic richtungweisend. Ein Spieler mit seinem unbestrittenen Talent muss eine größere Rolle spielen, als ihm das in den ersten beiden Jahren an der Weser gelungen ist. Andernfalls dürften die Zeichen auf Trennung stehen – Werder dürfte kein Interesse daran haben, Arnautovic bis zum Vertragsende 2014 als Mitläufer im Kader zu haben.
Vielleicht hilft dem österreichischem Nationalspieler der sich anbahnende Systemwechsel bei Werder: Alles deutet darauf hin, dass Arnautovic künftig von der vordersten Front auf die Flügel ausweicht: „Das habe ich schon bei Twente Enschede gespielt, in der Nationalmannschaft spiele ich das auch. Insofern kenne ich die Position ganz gut.“
Der Hinweis auf Twente passt besonders gut, denn am Sonntagabend verkündete Werder Bremen, dass Eljero Elia heute auf Norderney erwartet wird und einen Vier-Jahres-Vertrag bei den Grün-Weißen unterschreiben wird. Elia hat schon bei Enschede zusammen mit Arnautovic gespielt – als Teil der Flügelzange, wie sie nun auch in Bremen gespielt werden soll. Auf der Außenbahn könne er seine Schnelligkeit ausspielen, freut sich Arnautovic, dort habe man nur einen statt zwei Gegenspieler – ein Fan der Raute, auf die Werder-Trainer Thomas Schaaf jahrelang gesetzt hat, ist der Österreicher nicht gerade.
Elia kommt von Juventus Turin, den obligatorischen Medizincheck in Bremen hat er am Sonntag bereits absolviert. Der 26-Jährige gilt allerdings nicht gerade als pflegeleichter Profi – aber vielleicht braucht er nicht so lange wie Arnautovic, um Fuß zu fassen.
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