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Affolter mit guten Chancen


Bremen. Bei Werder fallen am Sonnabend gegen Leverkusen mindestens neun Spieler aus: Im Tor Sebastian Mielitz, in der Abwehr Sebastian Boenisch, Naldo, Sebastian Prödl und Lukas Schmitz, im Mittelfeld Tim Borowski, Aaron Hunt und Marko Marin und im Angriff Denni Avdic und vielleicht auch noch Marko Arnautovic. Und trotzdem kennt Trainer Thomas Schaaf keine Gnade: Alles deutet darauf hin, dass Lennart Thy, Florian Trinks und Wesley erneut nicht einmal im Kader stehen. Von Torsten Melchers


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In seinem ersten Training mit der neuen Mannschaft musste Werders neuer Verteidiger François Affolter sich gegen ein strammes Gummiband stemmen. Vielleicht spielt er am Sonnabend nun wie entfesselt. Foto nph

Schon beim 0:0 in Kaiserslautern ist dieses Trio zu Hause geblieben, Schaaf vermisste bei ihnen Leidenschaft und die Bereitschaft, „das Beste aus sich herauszuholen.“ Diesen Eindruck geradezurücken gelingt offenbar nicht so schnell. Der Trainer merkt dazu an: „Es reicht nicht, in zwei Trainingseinheiten eine Reaktion zu zeigen, oder eine Woche lang. Jeder muss immer wieder aufs Neue das abrufen, wofür er steht.“

Diese für Bremer Verhältnisse ungewohnte Rigorosität ändert aber nichts am sportlichen Erfolgsstreben: Gegen Bayer Leverkusen will Werder die gute Heimbilanz ausbauen (bisher sieben Siege in acht Spielen).

„Nach vorne was inszenieren“

Mithelfen soll dabei der neue Mann, der nach der schlimmen Verletzung von Prödl verpflichtet wurde: Der 20-jährige François Affolter steht angesichts der Personalnot in der Abwehr fast automatisch in der Startelf. Zwar hat der Schweizer gestern zum ersten Mal mit der Mannschaft trainiert, aber Schaaf sagt: „Ich gehe davon aus, dass er dabei sein wird.“ Der Trainer verspricht sich einiges von dem jungen Mann: „Ich glaube, dass er die Fähigkeit hat, unsere Abwehrarbeit zu verbessern. Er ist schnell und zweikampfstark in der Defensive und kann nach vorne was inszenieren.“

Wenn ihm das auch am Sonnabend (Anpfiff: 15.30 Uhr) gelingt, wäre das gut für seinen neuen Verein. Denn das Kräftemessen mit Bayer ist ein echtes Schlüsselspiel: Werder hat zurzeit sechs Punkte Rückstand auf einen Champions-League-Platz, aber auch sechs Punkte Vorsprung auf einen Nicht-Europapokal-Platz. Man darf die Partie gegen Leverkusen getrost als Signal betrachten, in welche Richtung es mit Werder weitergeht. Klub-Chef Klaus Allofs sieht im Moment allerdings kaum eine Chance, in den Kampf um Platz vier einzugreifen: „Die Mannschaften, die vor uns stehen, sind gut und spielen sehr konstant. Für uns geht es zunächst darum, unsere Position zu verteidigen.“

Und zwar gegen Leverkusen, denn dieses Team hat nur einen Punkt weniger auf dem Konto. Mit einem Sieg im Weserstadion würde Bayer die Bremer überholen. Denkbar ist das, nicht nur Schaaf weiß: „Fußballerisch hat dieser Gegner einiges zu bieten.“

Doch das gelte auch für seine eigene Mannschaft. Beim 0:0 in Kaiserslautern zum Beispiel habe er „sehr viel Positives gesehen“. Seine Mannschaft habe sich „sehr gut bewegt, sie stand gut und hat harmoniert.“ Nicht zufrieden war der Trainer allerdings damit, wie seine Spieler die Räume genutzt haben, die die Lauterer ihnen gelassen haben. Dennoch überwiege die Zuversicht.

Die Statistik macht Werder zusätzlichen Mut für Sonnabend: 31-mal hat Leverkusen schon im Weserstadion gespielt, aber in all dieser Zeit nur drei Siege geschafft. Aus Sicht der Grün-Weißen soll es dabei auch bleiben.

Artikel vom 27.01.12 - 07:00 Uhr
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