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Schon der 14. Gegentor-Doppelpack

Bietigheim. Der Weg in die Playoffs bleibt für die Fischtown Pinguins mühselig wie eine Wanderung an einem Steilhang. Nach zwei Schritten vor folgte gestern wieder ein Schritt zurück. Die 2:4-Niederlage bei den Bietigheim Steelers war jedenfalls nicht nötig. Nach zuletzt zwei Siegen in Folge ist der Abstand auf den vermaledeiten Platz neun nun wieder kleiner geworden.

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Auch wenn Steelers-Torhüter Sebastien Charpentier hier seinen Schläger verliert – er hatte die Lage stets im Griff und war einer der Gründe dafür, dass die Fischtown Pinguins um Kevin Saurette (links) in Bietigheim nicht gewinnen konnten. Foto bse-pictures

Nötig war diese Niederlage keineswegs. Die Pinguins zeigten eine ansprechende Leistung, ein Sieg wäre nicht unverdient gewesen. Nach dem ersten Drittel führten die Bremerhavener mit 1:0 durch einen Überzahl-Treffer von Carsten Gosdeck (18. Minute). Das Kraftpaket zeigte sich diesmal filigran, umspielte zwei Gegenspieler und schob elegant ein. Die Gastgeber hatten furios begonnen, dann bekamen die Pinguins aber Hand ans Spiel.

Erneut war es ein Doppelschlag, der den Vorteil zunichte machte. Innerhalb von 36 Sekunden zu Beginn des Mitteldrittels brachten PJ Fenton im Powerplay und Mark Heatley die Steelers mit 2:1 in Führung. Es war bereits der 13. Doppelpack (zwei Gegentreffer innerhalb von zwei Minuten) gegen die Pinguins in dieser Spielzeit.

Spätestens als dann im Schlussabschnitt der 14. Gegentor-Doppelpack (75 Sekunden) die Niederlage perfekt machte, war Pinguins-Trainer Gunnar Leidborg bedient. „Wir plädieren für eine Regeländerung: Nach einem Gegentor muss es automatisch eine Auszeit geben“, meinte der Schwede angesichts dieser verheerenden Bilanz. Im Übrigen wurden nur drei der Doppelpack-Spiele am Ende noch gewonnen.

Tatsächlich nahm Leidborg nach dem Treffer zum 1:2 eine Auszeit, die auch Wirkung zeigte. Danach waren die Pinguins überlegen, ihre Chancen konnten sie jedoch nicht in Tore ummünzen. Zum einen, weil Steelers-Torhüter Sebastien Charpentier gut aufgelegt war, zum anderen, weil viele Angriffe nicht hundertprozentig zu Ende gespielt wurden. Trotzdem hatten Gosdeck, Sergej Stas, Daniel Willaschek und Stanislav Fatyka den Ausgleich auf dem Schläger. Allein, der Puck ging nicht ins Tor.

So ging es mit dem Rückstand in den Schlussabschnitt, in dem Chris St. Jacques auf 3:1 (46.) erhöhte und Alexander Genze nur 75 Sekunden später in Überzahl mit dem 4:1 und dem zweiten Steelers-Doppelpack für die Entscheidung sorgte. Dass Gosdeck mit seinem vierten Treffer in den letzten drei Spielen kurz vor Schluss in doppelter Überzahl noch das 2:4 (60.) erzielte, war nur Ergebniskosmetik.

„Den Unterschied haben heute die ersten Linien und die Torhüter gemacht“, bilanzierte Leidborg. Er hatte Marko Suvelo ins Tor gestellt. Weil sich Verteidiger Steve Slaton am Freitag am Knie verletzt hat, griff der Pinguins-Trainer wieder auf Patrik Hucko zurück. Dafür musste ein anderer Ausländer auf die Tribüne. Es traf den neuen Torhüter Brett Jaeger, der bei den beiden jüngsten Siegen der Pinguins noch zwischen den Pfosten gestanden hatte.

Durch die Niederlage stehen die Pinguins im Playoff-Rennen nun wieder mehr unter Druck. Sie stehen auf Rang sieben, die Hannover Indians auf Platz acht sind punktgleich. Was aber viel schlimmer ist: Der Vorsprung auf die Ravensburg Towerstars, die derzeit den neunten Platz belegen, beträgt nur noch vier Punkte. Um nicht vom Playoff-Berg zu purzeln, müssen die Pinguins in den nächsten Spielen Standfestigkeit beweisen. (lb/ber)


Doppelpacks gegen die Pinguins

Schon 14 Mal kassierten die Pinguins in dieser Saison zwei Gegentreffer innerhalb von zwei Minuten. Einmal waren es gleich zwei in einem Spiel (je im Abstand von exakt 100 Sekunden), einmal war es sogar ein Dreierpack (innerhalb von insgesamt 113 Sekunden).

3. Januar beim 0:6 in Landshut: 26 Sekunden

13. Januar beim 2:5 in Weißwasser 30 Sekunden

22. Januar beim 2:3 gegen Rosenheim 31 Sekunden

5. Februar beim 2:4 in Bietigheim 36 Sekunden

13. Januar beim 2:5 in Weißwasser 43 Sekunden

26. Dezember beim 2:4 in Garmisch 57 Sekunden

20. Dezember beim 6:4 gegen Crimmitschau 58 Sekunden

5. Februar beim 2:4 in Bietigheim 75 Sekunden

20. Januar beim 2:3 n.V. in Ravensburg 85 Sekunden

30. Dezember beim 5:4 n.P. gegen Bietigheim 92 Sekunden

27. November beim 2:6 in Heilbronn 2 x je 100 Sekunden

28. Dezember beim 3:4 in Crimmitschau 119 Sekunden

28. Oktober beim 5:3 in Ravensburg 120 Sekunden

Bietigheim – Fischtown Pinguins 4:2 (0:1, 2:0, 2:1)

Pinguins: Tor: Suvelo (Staudt); Abwehr: Teljukin, Janke – Hucko, Thomas – Willaschek, Fatyka; Angriff: P. Beck, Stanley, Stas – Gosdeck, Kosick, Saurette – Verelst, Gunkel, Kreuzer – S. Janzen, A. Janzen, Litesov.

Tore: 0:1 (17:45) Gosdeck (Thomas) bei 5/4; 1:1 (20:30) PJ Fenton (Walton, St. Jacques) bei 5/4; 2:1 (21:06) Heatley (Herbst, R. Schoofs) ; 3:1 (45:33) St. Jacques (Walton, Fenton); 4:1 (46:48) Genze (St. Jacques, Walton) bei 5/4; 4:2 (59:19) Gosdeck (Teljukin, Stanley) bei 5/3.

Strafzeiten: Steelers: 8 Minuten – Pinguins: 6 Minuten

Schiedsrichter: Ramin Yazdi (Neuss) – Zuschauer: 1210

Artikel vom 06.02.12 - 12:00 Uhr
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