
In ein paar Tagen wird aber niemand mehr darüber sprechen, wie der Sieg zustande gekommen ist. Höchstens noch darüber, dass die Eisbären jetzt auch den direkten Vergleich gegen die Niedersachsen in der Tasche haben. Das könnte am Ende der Hauptrunde entscheidend sein, wenn es beim Kampf um die Playoff-Plätze weiter so eng zugeht wie jetzt. In Braunschweig hatten die Bremerhavener mit 81:86, also mit fünf Punkten Differenz verloren. Am Sonntag gewannen sie zwar ebenfalls mit fünf Zählern, erzielten bei ihrem Erfolg aber mehr Punkte als die Braunschweiger im Hinspiel.
An den direkten Vergleich hatte Spradley im Vorfeld zwar gedacht, „aber erst mal war mir wichtig, dass wir nach der dreiwöchigen Pause überhaupt gewinnen, egal wie hoch“, sagte der Eisbären-„Dompteur“. Durch den Erfolg haben die Eisbären, obwohl sie weiter Tabellenneunter (20:18 Punkte) sind, den Anschluss gehalten und einen direkten Konkurrenten geschlagen. Das war wichtig, denn sie sind weiter im Kampf um Platz fünf (Würzburg/24:16 Punkte) bis acht dabei – und haben sich zu den unteren Regionen der Tabelle etwas Luft verschafft.
„Man darf ja gar nicht darüber nachdenken, aber bei einer Niederlage gegen Braunschweig wären es gerade noch sechs Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz gewesen“, sagte Eisbären-Manager Jan Rathjen, der ebenfalls erleichtert war.
Am kommenden Sonnabend in Gießen (14./14:26) und dann vier Tage später im Heimspiel (15. Februar, 19.30 Uhr) gegen die Skyliners Frankfurt (12./16:24) können die Bremerhavener weitere wichtige Schritte in Richtung Playoffs machen.
Dabei wäre es hilfreich, wenn Torrell Martin und Terrell Everett wieder ins Team zurückkehren würden – gerade Everetts Fehlen machte sich gegen Braunschweig doch bemerkbar, denn es fehlte die ordnende Hand im Spielaufbau. Alex Gordon ist ein guter Schütze – ein Aufbauspieler, der seine Nebenleute mit guten Pässen in Szene setzt, ist er nicht unbedingt. „Ich wollte Terrell im Aufbau bringen und mit Alex auf dem Flügel spielen“, sagte Spradley. Die beiden Ballverluste, die sich Gordon in der entscheidenden Phase leistete, wurden zum Glück von den Phantoms nicht bestraft.
Nachwuchs-Akteur Tony Canty verwandelte zwar zwei Dreier gegen Braunschweig, aber in Sachen Verteidigung, Aggressivität und Biss stand er im Duell der Youngster klar im Schatten von Braunschweigs U18-Nationalspieler Dennis Schröder. Der zeigte Canty einige Male, wo der Hammer hängt und ließ den drei Jahre älteren Eisbären im wahrsten Sinne des Wortes recht alt aussehen.
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