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Oldenburg lotst Campbell weg


Bremerhaven. Glückwunsch Lou, schade Eisbären! Seit gestern ist amtlich, dass Louis Campbell in der kommenden Saison nicht für die Eisbären Bremerhaven in der Basketball-Bundesliga spielen wird. „Super Lou“ hat stattdessen einen Zwei-Jahres-Vertrag beim Nachbarn und Nord-Rivalen EWE Baskets Oldenburg unterschrieben. Von Oliver Riemann


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In der vergangenen Saison noch Gegner, ab August gemeinsam für die EWE Baskets auf dem Parkett: Rickey Paulding (links) und Louis Campbell, der die Eisbären verlassen wird. Foto eer

Glückwunsch Louis, weil der 31-jährige Amerikaner noch einmal ein sehr gut dotierten Vertrag unterschrieben hat. „Mit 31 muss man an seine Zukunft denken, denn dann neigt sich die Karriere langsam dem Ende entgegen“, hatte Campbell noch am Sonnabend bei der Abschlussparty der Eisbären gesagt. In Oldenburg soll der Aufbauspieler dem Vernehmen nach doppelt so viel pro Saison verdienen wie in Bremerhaven. Das kann sich der Meister von 2009 aber auch leisten, denn der Gesamtetat der EWE Baskets ist – geschätzt – mehr als doppelt so hoch wie der der Eisbären.

Schade Eisbären, weil Campbell in der abgelaufenen Saison sportlich der wertvollste Spieler gewesen ist. In den Playoffs lief der Vollblutprofi noch einmal zu ganz großer Form auf, hatte entscheidenden Anteil am bisher größten Erfolg der Bremerhavener. Es war klar, dass dies Begehrlichkeiten wecken würde. Oldenburg war nach der Trennung von Jason Gardner auf der Suche nach einem neuen Aufbauspieler, ALBA Berlin wäre der zweite Interessent gewesen.

Bester Passgeber der BBL

In 43 Spielen kam Campbell auf 12,9 Punkte und 3,6 Rebounds pro Spiel. Mit 5,7 Assists war er zudem der beste Passgeber in der BBL. In den Playoffs steigerte Campbell seinen Punkteschnitt sogar auf 16,2 Punkte pro Begegnung. So gut war sonst kaum jemand.

„Schade, dass Lou geht, das ist ein großer Verlust für uns. Er hat eine großartige Saison gespielt. Aber wenn er die Chance hat, mit 31 Jahren noch einmal einen sehr guten Vertrag zu unterschreiben, muss er diese Chance nutzen. Das hätte jeder andere auch so gemacht“, hat Eisbären-Manager Jan Rathjen vollstes Verständnis für dessen Entscheidung.

Die Eisbären, sagt er, hätten alles versucht, um Campbell zu halten. Bereits in der laufenden Saison hatte ihm der Klub ein neues Angebot vorgelegt, „doch Lou wollte die Serie zuerst einmal zu Ende spielen“. Dann setzten sich Rathjen, Coach Spradley und Campbell noch einmal zusammen, auch dessen Berater Patrick King war involviert. „Wir hatten ein deutlich besseres Angebot gemacht, sind bis an die Schmerzgrenze gegangen. Mehr ging nicht“, meint Rathjen.

Irgendwann sind den Eisbären finanziell Grenzen gesetzt, Oldenburg, Berlin oder Bamberg haben einen vielfach höheren Etat. „Nun muss Doug halt wieder einen neuen starken Playmaker finden“, meint der Manager. Ob Spradley da erneut so viel Glück hat wie bei „Super-Lou“?

Artikel vom 12.06.10 - 08:00 Uhr
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