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Jeff Gibbs zieht es ins ferne Japan


Bremerhaven. Unglaublich, aber wahr: Jeff Gibbs wird die Eisbären Bremerhaven wohl in Richtung Japan verlassen. Das pfeifen die Spatzen von den Dächern. „Mr. Incredible“ (Unglaublich) soll angeblich einen Vertrag beim Werksklub Toyota Alvark unterschreiben. Dort, auch das ist noch nicht offiziell bestätigt, soll der Ex-Oldenburger Don Beck neuer Cheftrainer werden. Von oliver riemann


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Die Eisbären würden mit dem 1,88 Meter kleinen Kraftpaket einen der effektivsten Spieler in den vergangenen Jahren in der Bundesliga verlieren. Nach Spielmacher Louis Campbell, der für doppeltes Gehalt für zwei Jahre in Oldenburg unterschrieben hat, wäre Gibbs der zweite Leistungsträger, der den Eisbären den Rücken kehrt.

Ein Ersatz scheint aber schon an der Angel von Manager Jan Rathjen zu hängen. Craig Callahan, der in der Abstiegssaison 2008/09 zu den Eisbären stieß und der absolute Leistungsträger bei den Bremerhavener gewesen ist, scheint erneut angebissen zu haben.

Nicht ganz handelseinig

„Wir sind in unseren Verhandlungen schon sehr weit fortgeschritten“, bestätigt Rathjen. Unterschrieben sei aber noch nichts. „Beide Seiten haben ein großes Interesse, wieder zusammenarbeiten. Wir sind uns finanziell noch nicht ganz handelseinig, viel fehlt aber nicht mehr“, lässt Rathjen tief blicken.

Sollte er den Vertrag mit dem Power Forward („er hat bewiesen, dass er ein Führungsspieler und eine Integrationsfigur sein kann“) in trockene Tücher bekommen, wäre das die richtige Antwort auf die Gibbs-Absage.

Callahan hatte bereits im Winter versucht, zurück nach Bremerhavener zu kommen. Beim belgischen Erstligisten Dexia Mons-Hainaut lief längst nicht alles nach Plan für ihn, Eisbären-Coach Doug Spradley hätte ihn gern geholt. Der Handel war fast perfekt, doch dann legte Callahan zwei grandiose Spiele in Folge hin, sein Trainer ließ ihn nicht mehr ziehen. Hätte der 29-jährige Amerikaner doch nur schlechter gespielt. Aber das entspricht nicht seinem Naturell, dafür ist er viel zu sehr Profi.

Nachdem sich der Callahan-Deal zerschlagen hatte, holten die Eisbären Andrew Drevo. Den hätten sie wie Gibbs auch gern behalten, aber er und vor allem sein Agent meldeten sich lange gar nicht bei Rathjen. Nun ist es zu spät, denn kommt Callahan – und davon ist zu 99 Prozent auszugehen – ist kein Platz mehr für Drevo.

Den Platz für Gibbs hätten die Eisbären trotz einer möglichen Callahan-Verpflichtung gehabt. Aber, so scheint es, das Angebot aus Japan für den besten Rebounder der BBL in den vergangenen drei Spielzeiten, muss so gut gewesen sein, dass der kleine Center nicht ablehnen konnte.

Campbells Ex-Klub

„Ich habe mit Jeffs Agenten mehrere Male telefoniert. Er hat mir gesagt, dass es um zu viel Geld gehen würde. Das könne er nicht liegen lassen“, sagt Rathjen. Die Summe, die der Werksklub, bei dem einst auch Lou Campbell spielte, Gibbs angeblich zahlen will, muss das Eisbären-Angebot weit übertroffen haben. „So sind die Gesetze des Marktes. Wir hätten Jeff gerne hier gesehen, aber was nicht geht, geht halt nicht“, sagt der Eisbären-Manager.

Bis zum Trainingsbeginn Anfang August haben die Eisbären also noch einige offene Baustellen – selbst, wenn Callahan kommt. Es fehlt noch ein Nachfolger Campbells („mit dem Point Guard steht und fällt das Spiel“), es muss geklärt werden, ob Brandon Brooks bleibt, es fehlen noch ein Starting-Five-Center und ein Rotationsspieler für die Position vier. „Doug und Stefan Völkel waren in den USA. Wir setzen uns zusammen und werden ganz in Ruhe beraten“, sagt Rathjen. Das soll heute geschehen.

Er könnte schon bald wieder im Eisbären-Dress auflaufen: Craig Callahan. Foto eer

Artikel vom 23.07.10 - 12:00 Uhr
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