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Gibbs und Drevo pokern noch


Bremerhaven. Die Oldenburger haben Lou Campbell von den Eisbären weggelotst und Christopher McNaughton aus Göttingen geholt, ALBA Berlin hat sich Derrick Allen aus Frankfurt geangelt, Ex-Eisbär Adam Chubb musste dort gehen und wird mit Bamberg in Verbindung gebracht. Es herrscht Hochkonjunktur bei den Spielerwechseln in der Basketball-Bundesliga. Nur bei den Eisbären ist es noch immer sehr ruhig. Die haben, außer der Weiterverpflichtung von Torrell Martin, noch nichts vermeldet. Von Oliver Riemann


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Gibt es denn überhaupt noch Erstliga-Basketball in Bremerhaven?

Eisbären-Manager Jan Rathjen lacht, als er sagt: „Vor der vergangenen Saison hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch keinen Spieler unter Vertrag. Es ist doch noch früh.“

Unter Vertrag hat er derzeit die beiden Deutschen Jan Lipke und Philipp Schwethelm, Torrell Martin und Steven Esterkamp, der sich in der Reha schindet, um pünktlich zum Saisonbeginn ins Geschehen eingreifen zu können. Fest steht auch, dass sich der Klub von Bryan Lucas, Kevin Lyde, Norman Richardson und Jonathan Moore getrennt hat und sie nicht wieder nach Bremerhaven zurückkehren werden.

Brooks-Verbleib ungewiss

Aus dem Kader der vergangenen Saison, der bisher erfolgreichsten, die die Eisbären gespielt haben, fehlen noch Brandon Brooks, Andrew Drevo und „Mr. Incredible“, Jeff Gibbs. Im Fall Brooks haben sowohl der Klub als auch der Spieler die Möglichkeit, die Option für eine weitere Saison zu ziehen. Eisbären-Coach Doug Spradley hatte stets betont, dass Brooks über ein unglaubliches Potenzial verfüge. Doch vor allem in den Playoffs konnte der 23-Jährige die Vorschusslorbeeren nie bestätigen. Da tauchte der Aufbauspieler ab, war keine Entlastung für Campbell.

Das ist natürlich auch Spradley nicht verborgen geblieben, es dürfte daher unwahrscheinlich sein, dass der Klub die Option in Anspruch nimmt.

Anders sieht es bei Gibbs und Drevo aus. Die möchten die Eisbären gerne halten, aber die Verhandlungen ziehen sich hin. Beide Spieler haben ein Angebot der Eisbären vorliegen und das schon seit längerer Zeit. „Bei Andrew liegen Welten zwischen unseren und seinen wirtschaftlichen Vorstellungen“, sagt Rathjen.

Klar ist, dass beide Spieler den Markt sondieren und natürlich versuchen, einen möglichst guten Kontrakt auszuhandeln. Das haben sie sich durch ihre guten Leistungen verdient. Klar ist aber auch, dass die Eisbären nicht unbegrenzt Zeit haben, um ihren Kader aufzustellen.

Das gilt auch für Jeff Gibbs, „dem wir ein sehr gutes Angebot unterbreitet haben. Wir stehen mit seinem Agenten in Kontakt, handelseinig sind wir uns aber noch nicht“, sagt Rathjen.

Das ist nach Ansicht des Managers schade. „Jeff weiß, was er hier hat. Er kennt den Coach, das Umfeld, aber er zögert halt noch“, sagt Rathjen.

Wie lange hat Gibbs noch Bedenkzeit?

Dazu möchte Rathjen sich nicht konkret äußern, ein Ultimatum scheint es nicht zu geben, „weil die Vertragsverlängerung mit Jeff bei uns Priorität hat“.

In Kontakt steht der Manager auch mit einem alten Bekannten: Mit Craig Callahan. Er könnte die Alternative sein, wenn Gibbs und/oder Drevo sich gegen die Bremerhavener entscheiden. „Es gibt da viele Varianten“, meint der Manager.

Fünf Deutsche

Auf eine Variante müssen die Eisbären zudem achten. In der kommenden Spielzeit müssen fünf Deutsche statt der bisherigen vier Deutschen dem 12er-Kader angehören. „Mit Jan und Philipp haben wir zwei Deutsche, die ihre Minuten bekommen, ein Deutscher fehlt uns aber noch unter den ersten Zehn,“, sagt der Manager.

Somit ist klar, dass die Eisbären noch einen weiteren Akteur mit deutschem Pass verpflichten werden, der zwischen 10 und 15 Minuten Einsatzzeit bekommen wird. Dabei soll es sich um einen Akteur für die große Position handeln.

Die Nummer elf und zwölf im Eisbären-Kader werden auch in der kommenden Saison zwei junge deutsche Spieler sein.

Neben Gibbs steht ganz oben auf der Prioritäten-Liste aber auch, einen Nachfolger für Campbell als Aufbauspieler zu finden. Spradley war einige Tage in den USA, hat dort viele Spieler gesichtet. Mal sehen, ob ihm ein ähnlicher Coup gelingt wie vor der vergangenen Saison.

Da spielte in einem dieser Camps nämlich auch ein gewisser Louis Campbell.

Andrew Drevo ist ins Grübeln gekommen: Noch liegen die finanziellen Forderungen des Amerikaners und das vorliegende Angebot der Eisbären aber zu weit auseinander. Foto eer

Artikel vom 08.07.10 - 12:00 Uhr
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