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Eisbären mit Martin und Everett


Bremerhaven. In der heimischen Sporthalle Ost zeigen die Gießen 46ers ihre Zähne. Das haben in dieser Saison bereits Topteams der Basketball-Bundesliga wie die Brose Baskets Bamberg und die Artland Dragons erfahren müssen. Die Eisbären Bremerhaven sind also vor ihrem heutigen Gastspiel in Gießen (20 Uhr) gewarnt. Von Dietmar Rose


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Da bin ich wieder! Eisbären-Kapitän Torrell Martin dürfte heute in Gießen sein Comeback nach zweimonatiger Verletzungspause feiern. Auch Terrell Everett ist wieder dabei. Foto eer

„Ich halte Gießen für eine sehr, sehr gute Mannschaft. Sie haben athletische Spieler und sind heimstark“, lässt sich Doug Spradley vom Tabellenstand des Gegners nicht blenden. Dass die Hessen nur zwei Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt sind, vermittelt nach Meinung des Eisbären-Trainers ein falsches Bild vom Leistungsvermögen. „Sie haben das Talent, jeden in der Liga zu schlagen“, erinnert Spradley an die Gießener Heimsiege gegen Bamberg und Quakenbrück.

Der Bundesliga-Dinosaurier, der seit 45 Jahren erstklassig auf Korbjagd geht, erwies sich schon im Hinspiel, das die Eisbären knapp mit 82:79 für sich entscheiden konnten, als unbequemer Kontrahent. „Das hat keiner in der Mannschaft vergessen“, geht Spradley davon aus, dass seine Spieler die Gießener nicht unterschätzen werden.

Überragender Eisbären-Profi im Hinspiel war Anthony Smith, der seinem früheren Arbeitgeber 27 Punkte einschenkte. Smith muss heute ebenso wie der Ex-Gießener Zachery Peacock auf ein Pfeifkonzert gefasst sein – in der Sporthalle Ost bereitet man ehemaligen 46ers-Profis selten einen netten Empfang. „Ich hoffe, dass die beiden ruhig bleiben“, ist Spradley gespannt, wie sich Smith und Peacock im Hexenkessel präsentieren werden.

Personell hat sich die Lage bei den Eisbären entspannt. Kapitän Torrell Martin, der wegen einer Knieverletzung zwei Monate pausieren musste, und Terrell Everett stehen vor der Rückkehr ins Team. „Sie haben in dieser Woche trainiert, auch wenn sie nicht alles mitmachen konnten. Ich denke, dass die Chancen gut stehen“, schildert Spradley den Fitnesszustand seiner Schlüsselspieler. Ob Martin und Everett in Gießen auflaufen können, wird aber erst heute vor Ort nach dem Abschlusstraining entschieden. „Wir werden kein Risiko eingehen“, betont der Eisbären-Coach.

Vor allem Everett, der beim Heimsieg gegen Braunschweig wegen einer Brustprellung fehlte, wird im Spielaufbau benötigt. Alex Gordon, dessen Wurfstärke aus der Distanz ein wichtiger Faktor für die Eisbären geworden ist, hat Schwächen beim Ballvortrag – der 26-Jährige ist der BBL-Spieler mit den zweitmeisten Ballverlusten. Im Schnitt verursacht Gordon 3,5 Turnover pro Spiel. „Ich habe Alex gesagt: Es gibt eine Statistik, die man auf gar keinen Fall anführen will – und du bist Zweiter“, berichtet Spradley von seinen Gesprächen mit dem Point Guard.

Man dürfe jedoch nicht vergessen, dass Gordon, der im Dezember als Ersatz für Jamison Brewer nachverpflichtet worden war, noch nicht so lange mit dem Team zusammen sei. „Er wird das in den Griff bekommen“, vertraut Spradley weiter in Gordons Fähigkeiten.

Bei den Gießenern läuft personell ebenfalls nicht alles rund. In Maurice Jeffers fällt zurzeit der Topscorer aus (14,3 Punkte im Schnitt), für den am Knie verletzten Leistungsträger holte Trainer Björn Harmsen den Flügelspieler Taj McCullough als Ersatz. Neben hoffnungsvollen Talenten wie Robert Oehle und Matthias Perl verfügen die Hessen über zahlreiche Profis mit reichlich Erstliga-Erfahrung – wie den Ex-Frankfurter Koko Archibong und Chad Prewitt, der lange in Quakenbrück gespielt hat. Den größten Respekt haben die Eisbären aber vor Elvir Ovcina, der im Schnitt 12,4 Punkte wirft und 6,9 Rebounds holt. „Ganz ausschalten kann man Ovcina nicht, aber es wäre wichtig, wenn wir ihn unter seinem Schnitt halten könnten“, sagt Spradley über den 35-Jahre alten Center aus Bosnien-Herzegowina. Letztlich hänge es aber von seinen Spielern ab, ob in Gießen Punkte für die Playoff-Qualifikation gesammelt werden können. „Wir haben das Zeug dazu, dort zu gewinnen“, meint der Eisbären-Trainer.


Artikel vom 11.02.12 - 09:00 Uhr
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