Kein Herz, kein Einsatz, keine Intensität – die Ansprache des Trainers nach der Partie dauerte lange. „Einige meiner Akteure waren heute nicht auf dem Feld“, lautete sein verbaler Rundumschlag. Die Gescholtenen schlichen wie die begossenen Pudel in die Kabine, wohl wissend, dass es eine Standpauke geben würde. „So hatten wir das im Training nicht einstudiert“, sagte Nationalspieler Chris McNaughton später.
Verdient haben sich die Eisbären-Profis die Pause nicht, körperlich haben sie die aber dringend nötig. Es war nicht nur die fehlende Einstellung, es war mitunter auch körperliche Erschöpfung. Die Spieler waren platt. Terrell Everett hatte sich in Hagen eine schmerzhafte Brustprellung eingefangen, er musste aber spielen, weil mit Kapitän Torrell Martin und Jason Cain schon zwei wichtige Leute fehlten. Mike Smith hatte die ganze Woche nicht trainiert, weil er muskuläre Probleme hatte. Er war arg gehandicapt, das war bei jeder seiner Aktion zu sehen.
Und so blieb ein Haufen Aufrechter übrig. Denn Spradley blieb eine Siebener-Rotation mit zwei angeschlagenen Spielern, ansonsten saßen nur noch Nachwuchsleute auf der Bank. Gerade in den letzten drei Minuten war deutlich zu sehen, dass sich einige Spieler nur noch übers Feld schleppten. Von daher kommt die dreiwöchige Pause, bedingt durch das Allstar-Spiel am kommenden Wochenende und die Verlegung des Spiels in Oldenburg zur rechten Zeit.
Die Spieler nutzen die Woche, um abzuschalten. McNaughton fliegt nach Paris und von dort zum Allstar-Spiel nach Ludwigsburg, Jermain Raffington nach Norwegen. Auch die anderen spannen mal ein paar Tage aus. Das nächste Spiel ist die Heimpartie am 5. Februar gegen Braunschweig. Da sollten Martin und Cain wieder fit sein. (rie)
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