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Martin hofft aufs Comeback

Bremerhaven. Es gibt Tage, da geht es bei den Eisbären im Training etwas lauter zu. Da brüllt Coach Doug Spradley auch schon mal los, um sich verständlich zu machen. Nach der einwöchigen Pause, die die Spieler genossen haben, müssen sie sich mit ganz neuen Umgangstönen vertraut machen. Denn der Trainer schreit nicht mehr. Das liegt allerdings nicht daran, dass Spradley mit den Trainingsleistungen topzufrieden ist, er ist lautstärketechnisch nur etwas gehandicapt.

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Er ist die Zeit des Wartens leid und möchte endlich wieder aufs Parkett zurück: Eisbären-Kapitän Torrell Martin. Foto eer

Denn während seine Spieler, bedingt durch die dreiwöchige Spielpause, mal ein paar Tage ausspannen konnten, nutzte Spradley die Zeit, um sich an der Leiste operieren zu lassen – und muss sich jetzt körperlich etwas schonen. Dazu gehört auch, dass er nicht schreien darf. „Das ist gar nicht so schlecht. Die Jungs müssen jetzt ruhig sein, wenn ich ihnen etwas erzählen will“, sagt der Chefcoach – und grinst dabei.

Aber nicht nur der Trainer ist gesundheitlich etwas beeinträchtigt, das gilt auch noch für Kapitän Torrell Martin und Jason Cain, die beiden Langzeitverletzten. Der vor einigen Wochen am Knie operierte Kapitän Martin, der seine Rückkehr für das nächste Spiel am 5. Februar in der Stadthalle gegen Braunschweig anvisiert hatte, hat im Zuge seines Reha-Programms schon wieder mit dem Team trainiert, ist nun aber wieder leicht angeschlagen, weil er einen Schlag aufs Knie bekommen hat.

Trotzdem hat Spradley die Hoffnung nicht aufgegeben, dass sein Kapitän am 5. Februar wieder dabei ist. „Er schuftet wie ein Berserker, absolviert manchmal zweieinhalb Einheiten pro Tag. Er ist heiß, er will unbedingt spielen“, erzählt der Trainer. Physio Nils Minkwitz und Teamarzt Jan Ernst leisten, so Spradley, exzellente Arbeit, „aber wenn es nicht geht, dann geht es nicht“.

Auch Jason Cain, der sich vor der Partie in Hagen am 8. Januar einen offenen Bruch des rechten Zeigefingers zugezogen hatte, ist schon wieder im Einsatz. Er könne dribbeln, passen und auch werfen, „wir müssen allerdings aufpassen, dass er keinen Schlag auf die Hand bekommt, weil die Haut über der Wunde noch recht dünn ist“, sagt der Coach.

Konditionell wird der Rückstand Cains nicht gravierend sein, denn die Spieler arbeiten auch außerhalb des normalen Trainings an ihrer Fitness. „Er kann ja nur den Finger noch nicht voll bewegen. An den Beinen hat er nichts“, sagt Spradley lachend.

Bis zum kommenden Mittwoch beschäftigen die Eisbären „sich noch intensiv mit sich selbst, dann liegt der Fokus voll auf dem Spiel gegen Braunschweig“. Gegen die Niedersachsen, die auf Rang fünf rangieren und vier Minuspunkte besser dastehen, haben die Eisbären noch eine Rechnung offen. Denn bis zum Hinspiel hatten sie seit dem Aufstieg im Sommer 2005 noch nie in der Löwenstadt verloren.

In den nächsten drei Begegnungen – nach dem Braunschweig-Spiel geht es nach Gießen, am 15. Februar kommt Frankfurt – werden die Weichen gestellt, in welche Richtung der Eisbären-Express in dieser Saison dampft. Mindestens zwei der drei Partien müssen die Bremerhavener gewinnen, wollen sie bei der Vergabe der Playoff-Plätze noch eine Rolle spielen.

Die Entscheidung, welche acht Mannschaften am Ende den Meister ausspielen, wird nach Spradleys Ansicht aber ohnehin erst am letzten Hauptrunden-Spieltag entschieden sein. „Die Liga ist leistungsmäßig so eng zusammen, da werden noch einige Überraschungen passieren“, sagt der Coach.


Artikel vom 28.01.12 - 16:00 Uhr
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