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Eisbären spielen zu schlafmützig


Bremerhaven. Alba, Alba, immer wieder Alba, es ist wie verhext: Die Eisbären Bremerhaven können in der Basketball-Bundesliga einfach nicht gegen Berlin gewinnen. Gestern Abend verloren die Bremerhavener mit 83:100 (42:47), hatten sich die Niederlage aber überwiegend selbst zuzuschreiben. Alba war cleverer, Alba hatte die besseren Individualisten, Alba profitierte aber vor allem von den vielen Fehlern der Gastgeber vor 4050 Zuschauern in der ausverkauften Stadthalle. Von Oliver Riemann


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Kein Foul? Mit Sicherheit doch, aber diese Aktion von Yassin Idbihi (vorn) gegen Craig Callahan pfiffen die Schiedsrichter nicht.

Es war bereits die fünfte Heimniederlage in dieser Saison mit 100 und mehr Punkten. „Ich habe echt einen Hals“, sagte Eisbären-Coach Doug Spradley und zupfte an seinem Schlips. Doppelt bitter war für die Eisbären, dass die Konkurrenten Ludwigsburg und Trier gestern gewannen Jetzt wird es im Kampf um die Playoffs noch einmal ganz eng.

Manager Jan Rathjen hat schon gerechnet: „Wir müssen morgen in Tübingen und in Ulm gewinnen, dann sind wir sicher drin“, sagte er.

Um in Tübingen zu bestehen, müssen die Eisbären aber anders auftreten als in langen Phasen gegen die Berliner. Da fehlte den Bremerhavenern die Intensität, da waren sie zu phlegmatisch und hatten diverse Ballverluste – oft ohne Einwirkung des Gegners.

Allein Jamison Brewer, sonst die Zuverlässigkeit in Person, produziert sechs Fehlpässe. Das lag aber auch daran, dass sich seine Mitspieler zu langsam bewegten oder schlichtweg ihren Einsatz verpennten. In einer Auszeit platzte dem Eisbären-Spielmacher der Kragen. Seine Schimpfkanonade bekam Maksym Shtein ab, der zuvor Mist gebaut hatte.

Dabei begannen die Eisbären sehr gut. Sie verteidigten intensiv und zwangen die Gäste zu Ballverlusten, die die Eisbären dann mit schnellen Angriffen abschlossen. Das sah gut aus, die Halle war von der ersten Sekunde an da. Mit 21:17 lagen sie nach zehn Minuten vorn, Andrew Drevo (8 Punkte) und Craig Callahan (7) waren gut drauf.

Überragender Jenkins

Bei Alba blieb vieles Stückwerk. Aber das änderte sich rasch. Mit Beginn des zweiten Viertels waren die Gäste viel präsenter, die Eisbären dagegen schlafmützig. Julius Jenkins, mit 27 Punkten bester Werfer der Partie, und Nationalspieler Yassin Idbihi nahmen das Zepter in die Hand. Jenkins legte 14 Zähler in diesem Viertel auf, Idbihi neun. Er profitierte oft von der schwachen Arbeit der Eisbären unter dem eigenen Korb.

Bei den Eisbären häuften sich die individuellen Fehler. Zur Pause lag Alba mit 47:42 vorn – und baute den Vorsprung weiter aus. Terrell Everett war mit 13 Punkten im dritten Viertel fast der Alleinunterhalter bei den Eisbären, bei den Albatrossen kam jetzt auch der Rest der Truppe in Schwung. Tadija Dragicevic traf zwei wichtige Dreier. Und plötzlich war Alba auf 59:45 weg.

Spradley nahm eine Auszeit, die brachte nicht den erhofften Erfolg. Erst als sein Team in der Verteidigung wieder aggressiver agierte, lief es besser. Durch sieben Punkte Everetts und zwei von Drevo waren die Eisbären beim 60:66 (27.) dran. Die Halle erwachte noch einmal, aber dann gab es wieder zwei stümpferhafte Ballverluste – und Alba konterte abgezockt. Jenkins mit vier Punkten, Heiko Schaffartzik mit zwei Freiwürfen, beim 62:74 war wieder alles dahin.

Im Schlussviertel fehlte den Gastgebern, die zuvor vier Partien in Folge gewonnen hatten, die Kraft. Da war der Tank leer, auch wenn Alba erstaunlich lange brauchte, bis der 100. Punkt fiel. Das lag auch daran, dass Jenkins von der Freiwurflinie dreimal in Folge verweigerte. Angesichts der komfortablen 81:67-Führung konnte er darüber noch lachen.

„Wir haben heute nicht gut gespielt und einfach zu viele Fehler produziert. Das kann man sich gegen ein Klasseteam wie Alba nicht leisten. Jeden unserer Ballverluste haben sie mit Punkten bestraft“, sagte ein enttäuschter Philipp Schwethelm.


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Kein Foul? Mit Sicherheit doch, aber diese Aktion von Yassin Idbihi (vorn) gegen Craig Callahan pfiffen die Schiedsrichter nicht.
Artikel vom 16.04.11 - 07:00 Uhr
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