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EWE vom Netz genommen

Bremerhaven. Was für ein Wochenende für die Eisbären Bremerhaven. Nach dem Heimerfolg gegen Göttingen setzten die Bundesliga-Basketballer gestern noch einen drauf und gewannen das Nordderby bei den EWE Baskets Oldenburg überraschend deutlich mit 83:71 (44:39). Durch den vierten Sieg in Folge – für die Eisbären war es der erste Bundesliga-Erfolg in der Huntestadt überhaupt – können die Schützlinge von Trainer Doug Spradley langsam aber sicher für die Playoffs planen.

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Maksym Shtein dreht auf und oft jubelnd ab.

„Ich kann meiner Mannschaft nur gratulieren. In Oldenburg gewinnt man nicht alle Tage. Das war eine sensationelle Leistung. Wir haben gekämpft bis zum Umfallen“, freute sich Eisbären-Trainer Doug Spradley nach dem Derbysieg auf der anderen Weserseite. Auch Matchwinner Philipp Schwethelm – der Nationalspieler erzielte mit 22 Punkten persönliche Saisonbestleistung und holte zudem 9 Rebounds – strahlte wie ein Schneekönig. „Nach der deutlichen Niederlage beim Hinspiel in Bremerhaven wollten wir die Eisbären-Party unbedingt nach Oldenburg verlegen. Ich denke, das ist uns ganz gut gelungen“, sagte Schwethelm.

Die Eisbären begannen in Oldenburg mit derselben Formation wie gegen Göttingen. Einziger Unterschied: Bremerhaven erwischte in der EWE Arena einen glänzenden Start. Die 3148 Zuschauer, davon rund 300 Eisbären-Fans, rieben sich in den ersten sieben Minuten verdutzt die Augen. Nicht die favorisierten EWE Baskets, sondern die Eisbären gaben den Ton an. Bremerhaven führte 25:15. Das Selbstvertrauen nach dem überzeugenden Heimerfolg gegen Göttingen stand den Schützlingen von Trainer Doug Spradley ins Gesicht geschrieben. Spradley konnte sich angesichts des Spielstandes sogar den Luxus erlauben, munter durchzuwechseln. Sowohl Youngster Tony Canty, der gegen Göttingen nicht gespielt hat, als auch John Allen und Maksym Shtein bekamen früh Einsatzzeit.

Trotz der für Eisbären-Verhältnisse großen Rotation lagen die Gäste nach 14 Minuten noch immer mit acht Punkten vorn, denn Philipp Schwethelm übernahm in kritischen Situationen immer wieder Verantwortung. Zwölf Zähler markierte Schwethelm in der ersten Viertelstunde, das war ganz stark. Auch die Guards Jamison Brewer sowie Terrell Everett – beide wechselten sich im Spielaufbau ab – setzten offensiv viele Akzente. Das galt auch für die Oldenburger, die den Eisbären zunehmend auf den Pelz rückten. Spielstand zur Pause: 44:39 für Bremerhaven.

Ganze 71 Sekunden dauerte es nach der Halbzeitpause, dann war es mit der Eisbären-Herrlichkeit (vorerst) vorbei. Oldenburg markierte fünf Punkte in Folge und erhöhte den Druck in der Verteidigung. Auch eine schnelle Auszeit brachte keine Besserung. Der Rhythmus war weg und dazu kassierte Eisbären-Center Sean Denison ein technisches Foul wegen Meckerns. Fast vier Minuten brauchten die Gäste, um die ersten Punkte der zweiten Halbzeit zu erzielen – von der Freiwurflinie. Nur wenig später lief es wieder rund. Die Schwächephase war überwunden, die Eisbären machten offensiv da weiter, wo sie vor der Halbzeit aufgehört hatten.

Als Philipp Schwethelm Anfang des Schlussviertels einen seiner vier erfolgreichen Dreipunktewürfe zum 64:57 im Korb der Baskets versenkte, durften die Bremerhavener an der Überraschung schnuppern. Vor allem Ex-Eisbär Lou Campbell schoss ungewöhnlich viele Fahrkarten.

Ganz anders die Bremerhavener, bei denen neben Schwethelm und Jamison Brewer auch Andrew Drevo und Maksym Shtein mächtig aufdrehten. Knapp zwei Minuten vor Ende des Schlussviertels war es so weit. Philipp Schwethelm brachte sich an der Dreierlinie in Position und drückte frei stehend sofort ab. Der Ball flutschte zum 77:66 durch die Reuse, Oldenburg war K.o. Auf der Eisbären-Bank und im Gäste-Block wurde in der Vorfreude über den historischen Bremerhavener Sieg nur noch gefeiert. (ris)


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Terrell Everett hat keine Mühe, den Ball in den Oldenburger Korb zu legen. Der Bremerhavener Aufbauspieler setzte in der Offensive viele Akzente. Fotos Duda
Artikel vom 11.04.11 - 07:00 Uhr
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