
Es hätte niemand im Eisbären-Lager etwas dagegen gehabt, wenn damit die Hauptrunde beendet wäre. Aber immerhin: Durch den klaren Erfolg haben die Schützlinge von Doug Spradley auch den direkten Vergleich gegen Göttingen in der Tasche. Das könnte im Kampf um einen Playoff-Platz Gold wert sein. Ausruhen kann sich das Team aber nicht. Bereits morgen Abend (18 Uhr) steht das Nordderby bei den EWE Baskets Oldenburg auf dem Programm.
Sollten die Eisbären dort mit derselben Intensität und Leidenschaft spielen wie gestern in der zweiten Halbzeit, sind sie nicht chancenlos. „Wir spielen als Team immer besser zusammen. Jamison (Brewer) hat mir vorausgesagt, dass ich ein gutes Spiel machen würde“, sagte Nationalspieler Philipp Schwethelm.
Brewer, der in Halbzeit zwei überragend Regie führte, gab zehn Korbvorlagen (Assists), von denen auch Schwethelm profitierte. Er versenkte vier von sechs Dreiern und holte noch elf Rebounds – das war sein erstes Double Double in dieser Saison. Sehr zum Leidwesen von Ex-Eisbär Robert Kulawick. „Es ist zum K..... Wir spielen 25 Minuten lang gut und brechen dann komplett ein. Und dann hat uns Philipp mit seinen Dreiern erledigt“, sagte Kulawick enttäuscht.
Das war auch Göttingens Coach John Patrick. „Es war ein Spiel mit zwei verschiedenen Halbzeiten. Es tut weh, weil wir unsere Chance hatten. Aber die Eisbären waren einfach besser.“
In der ersten Halbzeit war der Gast das bessere Team. Die Eisbären spielten mit, mehr nicht. Sie waren oft zu passiv, hatten eine hohe Fehlerquote. „Ich habe den Jungs in der Pause gesagt, dass sie schneller spielen müssen, härter verteidigen müssen“, gab Spradley etwas von der Halbzeitansprache preis.
Daran hielt sich das Team. Vier, fünf Minuten stotterte der Motor noch, dann legten sie los wie die Feuerwehr. Da lagen sie mit 35:46 (25.)zurück. Göttingen verging Hören und Sehen. Die Eisbären-Zonenverteidigung war ein nicht mehr zu knackendes Bollwerk. Lausige 23 Punkte erzielte der Gast nach der Pause noch. Die Eisbären hatten viele Ballgewinne, waren aggressiv, doppelten geschickt – und holten sich so den Mumm für ein schnelles Angriffsspiel.
„Wir müssen das Tempo hochhalten, dann sind wir stark“, traf Brewer den Nagel auf den Kopf. Callahan traf einen unglaublich Hakenwurf, wurde dabei gefoult und versenkte auch den Bonus-Freiwurf zum 42:48. Per Freiwurf sorgte Andrew Drevo wenig später für den ersten Ausgleich des Spiels (48:48/28.), die Zuschauer gingen voll mit.
Vier Punkte von Terrell Everett sowie zwei von Craig Callahan bedeuteten die 54:50-Führung nach 30 Minuten. Da hatten die Gastgeber einen 21:11-Lauf hingezaubert, unglaublich. Und es kam noch besser. Schwethelms nächster Dreier bedeutete das 57:50, Callahan blockte Kyle Bailey, das war vom Feinsten. Schwethelm mit vier und der jetzt überragende Passgeber Brewer mit zwei Zählern sorgten für das 67:51 – in der Halle war der Teufel los. Und davon ließen sich die Spieler anstecken. Am Ende war es eine Demontage des Gegners, den das kleine Eisbären-Aufgebot – Spradley setzte in Halbzeit zwei nur sechs Spieler ein – regelrecht zermürbt hatte.
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