Erntehelfer (links) Apavalie und Senior-Chef Günther Appel (3. von links) brachten den „NZ+Ich“-Teilnehmern das Spargelstechen bei. Foto: Brocks
Erntehelfer (links) Apavalie und Senior-Chef Günther Appel (3. von links) brachten den „NZ+Ich“-Teilnehmern das Spargelstechen bei. Foto: Brocks

Spargel-Erntehelfer für einige Minuten

Bramstedt.Spargel gegessen haben alle schon einmal, Spargel gestochen die Wenigsten. Bei einer „NZ+Ich“-Aktion auf dem Spargelhof Appel in Bramstedt-Lohe durften 15 Leser der NORDSEE-ZEITUNG das einmal ausprobieren. Von Hofbesitzer Sascha Appel erfuhren die Teilnehmer zudem, wie die Pflanzen angebaut, geerntet und verarbeitet werden.

Ein Feld haben Appel und seine Helfer in diesem Jahr neu bepflanzt: „16000 bis 20000 Pflanzen passen auf einen Hektar“, sagte der Landwirt. Nach dem Pflanzen braucht es erst einmal Geduld: „Im ersten Jahr wird gar nicht geerntet“, erklärte Appel. Vollen Ertrag bringt eine Spargelpflanze ab dem vierten Jahr. „Ab dem sechsten Jahr nimmt der Ertrag dann stetig ab.“

Folie fördert Wachstum

Damit sich der Spargel besser entwickelt, wird er mit einer speziellen Folie bedeckt: „Der Spargel wächst unter der schwarzen Folie schneller, weil die Farbe die Sonne anzieht“, erklärte Appel. Wird es zu heiß – so wie beim Besuch der NZ-Leser – wird die Folie umgedreht, so dass die weiße Seite oben liegt. Dass das Spargelstechen eine ziemlich schweißtreibende Angelegenheit ist, davon konnten sich die Gäste selbst überzeugen. Erntehelfer Apavalie beherrscht die Handgriffe aus dem Effeff und machte vor, wie es funktioniert. Dort, wo der Spargelkopf bereits die Erde durchbrochen hat, legt er die Stange geschickt mit zwei Fingern frei. Dann sticht er den Spargel tief unten ab. Schnell wird das kleine Loch wieder mit Erde zugeschoben, weiter geht’s. Es Apavalie gleichzutun, ist für die Leser schwerer als gedacht.„Vorsichtig, die Stange darf nicht gequetscht werden“, mahnte Sascha Appel. Und: „Bitte nicht zu weit oben stechen.“ Die optimal gestochene Stange, verriet der Experte, ist rund 26 Zentimeter lang. Die Exemplare der Anfänger dagegen meist ziemlich mickrig.

Viele fleißige Helfer

 Birgit Deppe wollte das Spargelstechen unbedingt einmal ausprobieren. Foto: Brovks
Birgit Deppe wollte das Spargelstechen unbedingt einmal ausprobieren. Foto: Brovks

„Ich habe vorher noch nie Spargel gestochen, wollte das aber unbedingt einmal ausprobieren“, sagte Birgit Deppe. Das Spargelstechen sei ganz schön mühsam: „Da ist Präzision gefordert und das braucht Übung“, sagte die 51-Jährige. Die „NZ+Ich“-Aktion fand Deppe spannend: „Besonders, weil ich viel dazugelernt habe, was die Pflanzung angeht. Mich hat überrascht, wie lange das dauert, bis man erstmals Spargel ernten kann.“ Nach der Ernte werden die Stangen gewaschen, gekühlt, geschnitten und nach zahlreichen Merkmalen – etwa Farbe, Dicke, Länge und Krümmung – sortiert. Dann erst gehen sie über den Thresen – oft von einer modernen Maschine und fleißigen Helfern geschält.

„Mir war nicht klar, durch wie viele Hände Spargel geht, bis er auf den Teller kommt“, sagte Inge Warnholz, die das „weiße Gold“ sehr gerne isst. „Nachdem ich gesehen habe, wie viel Arbeit das ist, bin ich überzeugt, dass der Spargel seinen Preis wert ist.“

„Man meckert immer über den Preis. Aber wenn man den Arbeitsaufwand sieht, ist das schon gerechtfertigt“, sagte auch Karl-Ludwig Plackinger. Das Spargelstechen sei eine tolle Erfahrung gewesen – aber auch gar nicht so einfach. „Ich habe großen Respekt vor den Saisonarbeitern, die das tagtäglich machen“, so Ehefrau Gudrun Plackinger.