Hansjörg Ehlers vom Energieversorger SWB (rechts) erklärt den interessierten NZ-Lesern, wie mit Hilfe von verschiedenen Filtern aus dem Grundwasser trinkbares Leitungswasser gewonnen wird. Foto Foto: Filke
Hansjörg Ehlers vom Energieversorger SWB (rechts) erklärt den interessierten NZ-Lesern, wie mit Hilfe von verschiedenen Filtern aus dem Grundwasser trinkbares Leitungswasser gewonnen wird. Foto Foto: Filke

Reise ins Reich des Wassers

Bexhövede. Dass die Reise des Wassers in unsere heimischen Leitungen tief unter der Erde beginnt, hat jeder irgendwann mal in der Schule gelernt. Doch wie genau wird aus dem Grund- sauberes Trinkwasser? Dafür braucht man solche Wasserwerke wie jenes in Bexhövede. 40 Leser der NORDSEE-ZEITUNG nutzten die Gelegenheit der jüngsten „NZ+Ich“-Aktion, um sich das Reich des sauberen Wassers von innen anzusehen.

Es beginnt mit Pumpen. Insgesamt acht Brunnen befinden sich in der Nähe des Wasserwerks, das direkt an der B71 am Ortseingang aus Richtung Bremerhaven liegt. Aus Tiefen zwischen 40 und 160 Metern wird das Grundwasser an die Oberfläche und in die moderne Anlage gepumpt. Dabei ist die Wasserqualität von vornherein sehr gut: „Wir haben hier ein luxuriöses Grundwasser“, sagt Hansjörg Ehlers vom Energieversorger SWB. Zwar sei das Wasser stark eisenhaltig, aber es gebe keine besonderen Nitrat- oder Sulfatbelastungen. Daher könne man auch auf die chemische Reinigung verzichten und sich ganz auf die biologische konzentrieren.

Die beginnt mit dem Herausfiltern des Eisens. Dazu wird das Wasser mit Sauerstoff in Kontakt gebracht – durch die einsetzende Oxidation bilden sich Eisenflocken, die mit Hilfe veredelter Kohle vom Wasser getrennt werden. Das Eisen lagert sich als Schlamm ab und wird später weiterverarbeitet: „Es wird als Zuschlagstoff in der Klinkerindustrie verwendet, um eine schöne Rotfärbung hinzukriegen“, sagt Ehlers. Ehlers war Projektleiter des Wasserwerk-Neubaus, der im vergangenen Juli für 12,8 Millionen Euro fertiggestellt wurde.

Nach dem Eisen ist das Mangan das zweite Element, das aus dem Wasser entfernt werden muss, um es trinkbar zu machen. Dafür wird das Wasser in den Nachfiltern unter Druck auf ein Quarzsand-Gemisch unterschiedlicher Körnung gesprüht. Es rieselt langsam nach unten und wird dadurch gereinigt.

„Das schmeckt schön frisch“, sagt Marion Backhaus, die es sich nicht nehmen lässt, am Ende der Reinigungskette ein Glas frisch „gezapftes“ Leitungswasser zu trinken. „Das ist hier ja wie ein Einblick in eine ferne Welt“, zeigt sich die 67-jährige Wulsdorferin von den vielen Leitungen und riesigen Wassertanks beeindruckt.

Auch Werner Duhme und seine Ehefrau Renate konnten sich mit dem Wasserwerk-Besuch einen kleinen Wunsch erfüllen. „Wir fahren hier jeden Tag vorbei und wollten es endlich mal von innen sehen“, sagt der Bexhöveder. „Ich trinke täglich das Wasser direkt aus der Leitung“, ergänzt seine Frau. Das kommt dann allerdings nicht aus diesem Werk. Die Gemeinde Loxstedt wird vom Wasserverband Wesermünde mit Frischwasser versorgt, der Werke in Bad Bederkesa, Häsebusch und Kührstedt unterhält.

Aber ganz gleich, woher das Wasser stammt: Nachdem es durch den Abfluss verschwunden ist, muss es geklärt werden, bevor es dem Grundwasser wieder zugeführt werden kann. Doch das ist eine andere Geschichte… (fif)