Er soll den Grund für Amerikas Kriegserklärung verifizieren, also die Massenvernichtungswaffen finden, die Bush einst Anlass zur Mobilisierung und zum Einmarsch boten. Officer Roy Miller sucht in zerschossenen Industrieanlagen – und findet nichts.
Da er mit seinem Auftrag unterfordert ist, lässt sich Miller von einem CIA-Agenten anwerben, ins wahrhafte Reich des Bösen, das heißt: des Saddam-Gefolges, vorzustoßen. Am Ende muss Miller nur selbst noch begreifen, dass sein Land völkerrechtswidrig in ein anderes eingefallen ist. Eine Erkenntnis, die kurz erschüttert, dann aber einen erstaunlichen Pragmatismus in Gang setzt. Nach dem Motto: Wenn man schon mal da ist, kann man wenigstens in dem ganzen Chaos aufräumen und für westliche Verhältnisse sorgen.
Nur einmal leistet sich der Film einen Hauch von Zynismus, in dem jedoch mehr Wahrheit zu stecken scheint, als Officer Roy Miller verkraftet. Da wünscht der Rambo einer Spezialeinheit dem naiven Miller „noch einen schönen Krieg!“ und knöpft ihm, ohne die Spiegelbrille vom Gesicht zu nehmen, brachial einen Gefangenen ab. Ganz so, als müsse Miller, das beleidigte Milchgesicht, dringend lernen, dass es keinen sauberen und gerechten Krieg gibt und die Verteilungskämpfe um die Beute hinter der Frontlinie richtig losgehen.
Millers Anliegen ist unverkennbar das des guten Amerikaners, der zu allem bereit ist, wenn es denn für ein System, eine Sache, ein Ideal ist, für das es sich auch zu kämpfen lohnt.
Doch „Green Zone“ schickt seinen Protagonisten nicht zur Reifung durch eine Erkenntnishölle, sondern lässt einen verwirrten Helden zurück, den die Irritation seines soldatischen Ethos nicht daran hindert, in den Aktionismus eines Retters zu verfallen.
Wenn sein Einsatz auch jeder Grundlage entbehrt und mit ihm die gesamte aufgepeitschte Öffentlichkeit belogen wurde. Millers Welt hebt das nicht grundlegend aus den Angeln.
Das optische Sperrfeuer, die von Kamerabewegungen zerrissenen Fassaden, der hyperventilierende Schnitt, all das macht nur halb so viel Sinn, wenn der Held zwar nicht mit seinem Präsidenten, aber mit sich selbst im Reinen ist. Er scheint auch bis zum Schluss nicht viel vom Wesen des Krieges zu begreifen, aber immerhin alles über die Lüge als Massenvernichtungswaffe.

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