Er hat Cash einen frühen Hit zu verdanken: Aus dem Stück „Wanted Man“ dichtete Gabriel in den 70er Jahren „Ich werd' gesucht in Bremerhaven“. Der Rest ist Hitparadengeschichte.
Nun wagt sich der 68-Jährige als „Man in Black“ auf die Bühne im Berliner Renaissance-Theater, an seiner Seite die amerikanische Sängerin Helen Schneider (57) als Cashs große Liebe June. Die Freundschaft zu seinem Idol begann laut Gabriel Ende der 70er.
Der „German Country-Singer“ aus Westfalen bekam in Cashs Südstaaten-Villa Hühnchen serviert. „Ich war am Ziel eines langen Weges“, erinnert sich Gabriel. Aus diesem Besuch sei eine Freundschaft geworden, die bis zum Tod der Countrylegende im Jahr 2003 gehalten habe. Kurz davor nahm Gabriel im Studio in Hendersonville Cashs Hits auf Deutsch auf. Sein Freund habe am Mischpult gesessen und zugesehen. „Es war das ergreifendste Erlebnis meines Lebens.“
Mit der Hauptrolle in dem neu geschriebenen Theaterstück von Volker Kühn will Gabriel Cash würdig darstellen und seine Songs lebendig halten. Es ist etwas gewöhnungsbedürftig, wenn Gabriel auf der Bühne sagt: „Hello, I'm Johnny Cash“. Besonders wenn der Zuschauer an den hübschen Joaquin Phoenix als Cash in der Filmbiografie „Walk the Line“ denkt. Dagegen ist der zerknautschte Gabriel, mit Perücke auf dem Kopf, ein Kontrast.
Er singt die Stücke mit Gitarre, Akzent und Whisky-Bass. An die Gänsehaut erzeugende Melancholie des amerikanischen Superstars kommt er nicht heran. Aber Gabriel hat Herzblut, die Band und Helen Schneider sind stark. Das Publikum schwelgt in Erinnerungen und ist begeistert. 30 Titel sind verarbeitet, darunter Hits wie „Walk the Line“ und „Ain't No Grave“. (dpa)

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