
Noch sprechen 2,6 Millionen Menschen in Norddeutschland Plattdeutsch. Vor 25 Jahren waren es allerdings noch doppelt so viele. Dabei ist zu beobachten: Auf dem Dorf wird mehr Platt gesprochen als in der Stadt.
weiter"Wo de Nordseewellen trecken an den Strand", "Dat Du mien Leevsten büst" or "Herrn Pastor sien Kauh". Plattdeutsche Lieder gibt es wie Sand am Meer und werden auch gerne von Hochdeutschen mitgesungen, ohne dass die alles verstehen.
weiterAdjektive zeichnen sich dadurch aus, dass man sie steigern kann. Die Steigerung selbst geschieht wie im Hochdeutschen und dem Englischen in zwei Stufen, dem Komparativ und dem Superlativ.
weiterDas Sprechen dient dazu, dass sich Menschen verständigen können. Daarüm: Solang dien Gegenöver versteiht, wat du seggt hest, kann dat nich verkehrt wesen!
weiterEs gibt eine ganze Reihe von plattdeutschen Wörterbüchern. Ein bemerkenswertes Nachschlagewerk, besonders für Anfänger zu empfehlen, ist der weithin bekannte "Sass". (Nach dem Sprachwissenschaftler Dr. Johannes Sass.)
weiterEs gibt Worte und Begriffe im Plattdeutschen, die findet man in keinem Wörterbuch, oder sie werden selten benutzt. Zum Beispiel droht das Wort Hamm für Wiese verloren zu gehen. Man findet in plattdeutschen Wörterbüchern für Wiese zumeist nur das Wort Wisch.
weiterVondoog is Geboortsdag in Diekhuusen. "Koomt rin", seggt Helke, as de halve Verwandtschop mit mol vor de Döör steiht. Kaffee un Koken stunnen al op ’n Disch.
weiterWenn ’n Mannsminsch ut Osnabrück no Bremerhaven kummt, von dor ut mit en Schipp ’n Krüüzfohrt no Skandinavien mookt, denn kann he wat beleven.
weiterUnser Nachbar hat eine Reparaturwerkstatt für Autos. Auffällig ist, dass an allen Arbeitsplätzen die Altgesellen nur Platt sprechen.
weiterVon Gebiet zu Gebiet hört sich jede Sprache ein wenig anders an - auch unser Hochdeutsch.
weiterDie Leibgerichte sind von Mensch zu Mensch, aber auch von Region zu Region unterschiedlich. Das gilt auch für Back- und Kochrezepte, beispielsweise für Omas Kuchenteig oder Tante Lottes Sauerbraten.
weiter"Das musst du mir mal erklären!" heißt auf Plattdeutsch: "Dat mußt du mi mal verkloren!" Bei einer Reihe von Tätigkeitswörter, die im Hochdeutschen die Vorsilbe "er-" haben, benutzt man in Platt die Vorsilbe "ver-". "Vertell (erzähle) mal, hest di verköhlt (erkältet)! Denn mußt du di’n beten verhalen (erholen)."
weiterPlattdeutsch klingt anders als Hochdeutsch, klar! Aber ein weiterer Unterschied fällt auf: Was die Plattdeutschen mit Verben (Tätigkeitswörtern) ausdrücken, erklären die Hochdeutschen gern mit einer Häufung von Substantiven (Hauptwörter).
weiterDie Menschen teilen wir häufig ein in "das schwache" und das "starke Geschlecht". Dabei meinen wir Frauen und Männer, sollten uns aber bewusst sein, dass es auch starke Frauen und schwache Männer gibt. Das ist bei den Tätigkeitswörtern (Verben) anders.
weiterPlattdeutsch ist kein Dialekt wie Bayerisch oder Hessisch, sondern eine eigene Sprache. Sie wurde 1999 in die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen aufgenommen. Zur Zeit der Hanse war Plattdeutsch die beherrschende Sprache in Nordeuropa. Wie alle Sprachen verfügt auch das Plattdeutsche über Dialekte, die sich regional unterscheiden durch die Aussprache, die Schreibweise, den Wortschatz und den Satzbau.
weiterEin Verhältnis zwischen zwei Personen kann manchmal schwierig oder spannend oder besonders sein. So gibt es auch bei den Verhältniswörtern im Plattdeutschen einige Besonderheiten. Wenn ich mich irgendwo hin begeben will, sage ich im Hochdeutschen bei Personen "zu": Ich gehe zu meinem Freund, bei Orten oder Gebäuden "nach": Ich fahre nach Bremen.
weiterWer mit wem ein Verhältnis hat, ist für manche höchst interessant. Um darüber eine Aussage machen zu können, in welcher Beziehung Personen, Sachen, Orte oder Zeiten zueinander stehen, brauchen wir die Präpositionen, auf Deutsch Verhältniswörter, auch im Plattdeutschen.
weiterDie meisten Obst- und Gemüsesorten lassen sich aus dem Hochdeutschen gut übersetzen, und sind durchaus verständlich, wenn sie auf "Platt" ausgesprochen werden.
weiterMein und Dein zu unterscheiden lernen wir von Kindesbeinen an. Denn wer das nicht kann, gerät recht schnell in Konflikt mit seinen Mitmenschen. "Mein Auto, mein Haus, meine Yacht, mein Pool!": wer so auftrumpfen kann, glaubt dass er es geschafft hat. Natürlich gibt es auch im Plattdeutschen die Possessiv-Pronomen, die zur Klärung der Besitzverhältnisse erforderlich sind.
weiter"Mehr" ist ein Wort, das immer wieder zu Höchstleistungen antreibt: mehr Geld, mehr Macht. Bei der Mehrzahlbildung gibt es im Hochdeutschen mehrere Möglichkeiten, im Plattdeutschen aber noch mehr.
weiterPronomen, wörtlich aus dem Lateinischen übersetzt sind Fürwörter. "För alle Naams, un Lüüd, un Saken nehmt Se een lüttet Woord." Hier einige Bespiele: "Kathrin süht Hinnerk. Se süht em." "De Schoolmester fragt de Kinner. He fraagt jem."
weiterViele Menschen regen sich heute auf über das "Denglisch", die Zunahme von englischen Worten, die unseren Alltag heute bestimmt. Im Plattdeutschen hat sich ein ähnlicher Vorgang schon vor 200 Jahren ereignet, allerdings mit dem Französischen.
weiter"Kummandeer mi nich so rum! Ik weet sülven, wat för mi goot is." Auf die Befehlsform (Imperativ) reagieren viele Leute nicht immer freundlich. Aber meist steckt dahinter ja nur die gut gemeinte Aufforderung, etwas Bestimmtes zu tun oder zu lassen.
weiterErinnern Sie sich noch an die Liedzeile aus den Anfangszeiten der Sesamstraße "…Wer nicht fragt, bleibt dumm!" Das Fragen ist einer der wichtigsten sprachlichen Möglichkeiten beim Weg ins Leben. Eingeleitet werden die meisten Fragen durch Fragepronomen: "Wer? Wie? Was? usw."
weiterAn die Anrede "Frau Bundeskanzlerin" haben wir uns ja inzwischen gewöhnt. Bei der weiblichen Form von Bezeichnungen fügen wir im Hochdeutschen in der Regel ein "-in" an: "Rentnerin, Ärztin, Busfahrerin." Im Plattdeutschen gibt es mehrere Möglichkeiten.
weiter"Harr ik, so wull ik!" diesen Satz habe ich in meinen Kindertagen häufig gehört. Eigentlich ein Nonsenssatz ("Hätte ich, so wollte ich", wörtlich übersetzt), der mir die Absurdität oder Unerfüllbarkeit meiner Wunschvorstellungen vor Augen führen sollte. Der Konjunktiv, die Möglichkeitsform, wird im Hochdeutschen (Der Politiker sagte, dass er für die Zukunft schwarz sehe) aber noch mehr im Plattdeutschen vermieden, weil sie vor allem in der gesprochenen Sprache als gestelzt und fremd empfunden wird.
weiterDe, den, den, de - de, de, de, de – dat, dat, dat, de - man könnte glauben, hier geht es um die ersten Sprachübungen eines Kleinkindes, aber nein. Heute widmen wir uns den Fällen, den Artikeln im Plattdeutschen.
weiterFröhjohr, Sommer, Harvst un Winter maakt dat Johr ut.
Dat Fröhjohr warrt regional uk Lent, (hdtsch. Lenz) nöömt.
Die niederdeutschen Monatsnamen sind heute leider weitgehend in Vergessenheit geraten.
weiter"Fröher weer allens beter!" Sind deswegen die meisten Geschichten oder Romane in der Vergangenheitsform geschrieben? Allerdings wird das Präteritum – früher Imperfekt - als erste Vergangenheit nur noch selten benutzt.
weiterNach dem guten Abschluss eines perfekten Geschäftes in der Vergangenheit kann man auf Plattdeutsch hören: "Dor hest du avers goot wat för kregen!" Oft wird also Vergangenes im Perfekt ausgedrückt. Gebildet wird das Perfekt aus einer Form von "wesen" (sein) oder "hebben" (haben) und der Partizip-Perfekt-Form des Tätigkeitswortes. "Ik bün weglopen", "he hett lacht".
weiterDie Plattdeutsch sprechenden Menschen müssen wohl eher zupackende, aktive Leute sein. Zumindest beim Sprechen und Schreiben drückt sich das darin aus, dass sie das Passiv (Leideform) möglichst vermeiden und sich im Aktiv ausdrücken. "Der Hund wird geschlagen" würde der Plattdeutsche lieber so ausdrücken: " Dor sleit een den Hund".
weiterKennen Sie auch diesen schönen Kanon: "Lachend, lachend, lachend, lachend kommt der Sommer über das Feld, usw". Die Form des Verbs "lachend" ist Partizip Präsenz. Man sagt auch Mittelwort, weil es mitten zwischen dem Verb (Tätigkeitswort) und dem Adjektiv (Eigenschaftswort) steht. Es wir häufig benutzt wie ein Adjektiv (das lachende Gesicht), wird aber aus dem Verb gebildet (was tut das Gesicht?).
weiterWer möchte nicht gern in die Zukunft schauen können, um zu wissen, was morgen passiert. Zumindest die Absicht können wir mit dem Futur ausdrücken: "Ich werde dich besuchen." Auf Platt: "Ik warr di besöken." Gebildet wird das Futur durch Personalformen von "werden (warrn)" und dem Infinitiv des Verbs "besuchen (besöken)".
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